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Cowboy-Hut gegen Gamsbart: Gastgeschenke zum Jubiläum der Partnerschaft tauschten (v. l.) US-Generalkonsulin Jennifer D. Gavito, FMG-Geschäftsführer Michael Kerkloh, Denvers Airport-Chefin Kim Day, Denvers Bürgermeister a.D. Wellington Webb sowie Finanzminister und FMG-Aufsichtsratschef Markus Söder.

25 Jahre Flughafen-Partnerschaft München-Denver

Die große Schwester mit sechs Startbahnen

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Flughafen – Seit 25 Jahren pflegen die Flughäfen München und Denver eine Partnerschaft. Am Montag wurde Silberhochzeit gefeiert. Der Vergleich zeigt: Jenseits des Atlantiks gibt es beim Ausbau der Infrastruktur erheblich niedrigere Hürden.

Es war eine der letzten Entscheidungen, die am Flughafen in München-Riem gefällt wurde – eine Partnerschaft mit dem Airport in Denver, Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado. Vertragsunterzeichner waren 1991 der damalige FMG-Chef Willi Hermsen und sein transatlantischer Kollege Wellington Webb. Während Hermsen gestern krankheitsbedingt fehlte, war Webb hoch erfreut, wieder einmal in Bayern zu sein.

Was führte die beiden Flughäfen vor einem Vierteljahrhundert zusammen? Daran erinnerte FMG-Chef Michael Kerkloh. „Beide Standorte standen vor großen Umbrüchen. Es waren weltweit mit die letzten Großflughäfen, die noch im 20. Jahrhundert eröffnet wurden. Beide sollten zu internationalen Luftverkehrsdrehkreuzen ausgebaut werden.“

Das ist mittlerweile geschehen, wobei Denver deutlich schneller gewachsen ist. Dort werden auf sechs Start- und Landebahnen – Kapazitäten für weitere sind vorhanden – heuer 57 Millionen Passagiere abgefertigt, im Erdinger Moos 42 Millionen.

Dafür, betonte Kerkloh, sei München in einigen Bereichen Vorbild für Denver – unter anderem das München Airport Center als große Plaza, Hotels direkt am Flughafen sowie eine direkte Schienenanbindung in die Stadt. „Da haben wir ungemein von Ihnen profitiert“, lobte Kerklohs Kollegin Kim Day.

Und was bringt die Kooperation, der weitere mit Thailand, Südafrika, China, Singapur und Japan gefolgt sind? Kerkloh berichtete, dass es auf diese Weise gelungen sei, eine Nonstop-Verbindung nach Denver aufzubauen. Ein erster Versuch sei gescheitert. Heute hebe die Lufthansa fünf Mal pro Woche in Richtung Rocky Mountains ab, demnächst solle es eine tägliche Verbindung geben.

Weiter erklärte Kerkloh, man treffe sich regelmäßig. Ein Austausch finde in allen Bereichen statt: Management, Ausbildung Feuerwehr, Winterdienst und Sicherheit. So lerne man laufend voneinander, was der Qualität diene.

FMG-Aufsichtsratsvorsitzender und Finanzminister Markus Söder sah in der Partnerschaft einen Beleg für die stabile Achse Bayern-Deutschland-USA. Es schicke sich nicht an, die Amerikaner für die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zu kritisieren. „Denn wir bleiben Freunde und Partner.“ Einen klaren Vorsprung attestierte Söder den Amerikanern beim Ausbau der Infrastruktur. „Dort gibt es sechs Bahnen, bei uns nur zwei, demnächst hoffentlich drei. Die Verfahren sind bei uns komplizierter, die Amerikaner agieren progressiver.“

Die Münchner Generalkonsulin Jennifer D. Gavito wies auf die Gemeinsamkeiten beider Flughäfen hin: „Es sind starke Wirtschaftsstandorte mit hohem Freizeitwert.“ Und: „Denver und München sind Tore zu den Bergen mit all ihren touristischen Möglichkeiten – die Alpen und die Rocky Mountains.“

Hans Moritz

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