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Die Jugendlichen fuhren Rollband. FMBau-Chef Wolfgang Lohde ging nebenher und nutzte die Gelegenheit für Erklärungen. In dem Band stecke eine Innovation: schmälere Lamellen. Dadurch könnten die Umlenkrollen am Ende kleiner und damit der Graben flacher werden. Am Ende werde so sogar das Gebäude niedriger und durch weniger Materialeinsatz günstiger.

Schulklasse im Satelliten-Terminal

Ein Hightech-Bau mit Viktualienmarkt und Luxus-Lounge

Flughafen – Eine Busrundfahrt übers Flughafengelände macht man ja schon nicht so häufig. Aber ein Rundgang durch die Baustelle des Satelliten-Terminals ist einmalig. 23 Achtklässler der Realschule Oberding erhielten am Mittwoch diese Chance. Noch einmal werden die wenigsten von ihnen den Satelliten von innen sehen. Denn dort werden künftig nur Umsteiger durchgeschleust – als Passagier aus dem Umland eher unwahrscheinlich.

Die Führung übernahm der Gesamtverantwortliche über die Milliarden-Baustelle: Wolfgang Lohde, Geschäftsführer der Flughafen München Baugesellschaft FMBau. Mit Kosten von rund einer Milliarde Euro sei das Satelliten-Terminal das größte Infrastrukturprojekt Bayerns, sagte Lohde. „Das Besondere ist: Wir bauen das Terminal im vollen Flugbetrieb“, erklärte der FMBau-Chef. Und trotzdem sei das Projekt im Zeitplan, sagte er mit einer gewissen Genugtuung.

Die Jugendlichen, Schulleiter Martin Heilmaier und vier weitere Lehrer folgten Lohde durch den Glaspalast. Zuvor waren die Besucher mit Helmen und leuchtend gelben Sicherheitswesten ausstaffiert worden. Schließlich wird im Terminal noch an allen Ecken und Enden gearbeitet. „Momentan sind wir in der Mängelbeseitigung“, erläuterte Lohde. Die Raumdecken waren eigentlich schon fertig. Doch nun standen viele der Hightech-Paneele aus Metall offen. Die Technik dahinter sei weitaus komplizierter als „Stahl, Glas und Beton“, sagte der Experte.

Auf dem Weg trafen die Oberdinger in ihren gelben Westen eine Gruppe in grünen Laiberln: Test-Passagiere, die Abläufe im Terminal simulieren.

Stationen der Besichtigung waren der Bahnhof des Personentransportsystems, eine Fahrgastbrücke und der zentrale Shopping-Bereich, in dem gerade eine Budenstadt à la Münchner Viktualienmarkt aufgebaut wird. „Wir sind hier ganz bayerisch. Es soll ja jeder wissen, dass er in Oberding gelandet ist“, scherzte Lohde. Da konnte es sich auch Lehrerin Natalie Beham nicht verkneifen, den künftigen Marktplatz mit Shops von Schuhbeck bis Hallhuber mit dem Smartphone zu fotografieren.

Trotz dieser Exklusivität fanden ein paar Burschen in der Gruppe die Busrundfahrt spannender, die sie zuvor zusammen mit Landrat Martin Bayerstorfer gemacht hatten – zum Beispiel Maxi Gaisbauer aus Notzingermoos. „Da waren wir ganz nah an einem A 380.“ Bastian Barak aus Erding und seine Kumpels teilten diese Meinung.

Klassenkameradinnen sahen das anders. Für sie war die First-Class-Lounge der Lufthansa das Highlight. „Nur, wer gut geerbt hat oder sehr erfolgreich im Job ist, kommt hier mal rein“, sagte Lohde über die Räume, in denen exklusive Passagiere von nobler Verpflegung über Büroräume bis hin zum edlen Badezimmer alles finden werden. „Oder man heiratet einen reichen Mann“, sagte Alina Sollinger aus Moosinning kichernd. Ihre Freundin Sarah Peschke fand vor allem den Riesenspiegel im First-Class-Badezimmer toll.

Der Schulleiter zeigte sich ebenso fasziniert. Doch für Heilmaier diente der Termin vor allem der Berufsorientierung für die Jugendlichen. „Das ist uns hier wichtig, weil der Flughafen der direkte Nachbar ist.“

Timo Aichele

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