Freude über drei Bahnen am Flughafen – die S1, die S8 und b ald auch der Regionalzug bis Regensburg – bei (v. l.) Allresto-Geschäftsführer Gerhard Halamoda, Autor Ingo Anspach, Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber und Flughafenchef Michael Kerkloh.

Interview mit Aviator-Redenschreiber Ingo Anspach

„Das Austeilen gehört dazu wie die Stammwürze zum Starkbier“

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Ein Gespräch mit Flughafenliterat Ingo Anspach. 

Flughafen Im Hauptberuf leitet Ingo Anspach die Pressestelle des Flughafens. Einmal im Jahr darf der 57-Jährige über die Stränge schlagen. Anspach ist nämlich auch Autor der Starkbierrede. Wir haben uns mit dem Flughafenliteraten unterhalten – bei einem Glaserl Aviator, und deswegen humorig.

-Herr Anspach, wie ist man am Flughafen auf ein eigenes Starkbierfest gekommen?

Ingo Anspach:Der Aviator selbst ist ein Millennium-Projekt, er hat im Jahr 2000 das Licht der Welt erblickt. Das Starkbierfest mit eigener Rede gibt es seit 2008. Das war das Jahr, in dem Wolfgang Krebs erstmals als Edmund Stoiber am Airport an den Start ging.

-Am Flughafen spricht immer Edmund Stoiber – ist er hier der unendliche Ministerpräsident?

Anspach: Wir haben uns bewusst gegen die sachgrundlose Befristung dieses Arbeitsverhältnisses entschieden und glauben, damit auch im Sinne des Originals zu handeln. Aber natürlich ist das nicht in Stein gemeißelt und wird jedes Jahr neu entschieden.

-Wie sind Sie auf Wolfgang Krebs gekommen?

Anspach: Das war unser Allresto-Chef Gerhard Halamoda. Der hatte Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber im Fernsehen gesehen und dann die Idee entwickelt, diesen Künstler ins Airbräu zu holen. Das passte natürlich sehr gut, zumal Edmund Stoiber diesen Flughafen so viele Jahre begleitet und gefördert hat.

-Wann beginnen Sie mit der Vorbereitung der Rede und wie kommen Sie an die vielen Ereignisse?

Anspach:Die Stoffsammlung beginnt Ende Dezember mit intensiver Auswertung der regionalen Medien. Dann kommen ab Januar in der Regel noch hilfreiche Hinweise anonymer Informanten, für die ich mich bei dieser Gelegenheit gerne herzlich bedanken möchte.

-Wann müssen Sie fertig sein?

Anspach:Im Kern steht der Text am Wochenende vor dem Starkbierfest. Wenn allerdings danach noch etwas wirklich Relevantes passiert, muss das natürlich noch eingearbeitet werden. Deshalb gab es auch schon Starkbierfeste, bei denen die letzte Textanpassung am Morgen der Veranstaltung vorgenommen wurde.

-Sind Sie aufgeregt, wenn Stoiber-Double Krebs ans Rednerpult tritt?

Anspach: Ja, das ist so. Ein Text auf dem Papier ist eben eine Sache, aber ob er wirklich funktioniert, merkt man dann doch erst beim Vortrag. Zum Glück haben wir da aber mit Wolfgang Krebs einen echten Meister seines Fachs.

-Wie deftig dürfen Sie austeilen?

Anspach:Das Austeilen gehört dazu wie die Stammwürze zum Starkbier. Aber unser Starkbierfest soll den Gästen natürlich auch Spaß machen. Und deshalb ist es entscheidend, dass auch die derbleckten Gäste über die Späße lachen können. Das ist der schmale Grat, auf dem man als Starkbierautor immer unterwegs ist.

-Gab es schon mal Kritik etwa von Politikern oder der FMG-Spitze?

Anspach:Die gab es sicher schon mal an einzelnen Passagen. Aber im Großen und Ganzen kommt die Starkbierrede zum Glück bei den meisten doch recht gut an. Und wirklich beleidigt wären die wichtigen Ehrengäste eh nur dann, wenn sie nicht erwähnt würden.

Das Gespräch führte Hans Moritz. 

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