Bilder von der Katastrophenschutzübung am Flughafen München.
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Retter beeindrucken die Experten

Katastrophenschutz-Übung am Flughafen: Das Drama um abstürzende ErdingAir

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Ein abgestürzter Airbus, ein gestrauchelter Hubschrauber und noch einige andere Unglücke, mehr als 700 Mitwirkende, ein Jahr Vorbereitung und eine logistische Meisterleistung – in der Nacht auf Samstag hat eine der größten Katastrophenschutzübungen in der Geschichte des Münchner Flughafens stattgefunden.

Der Airbus A320 der – fiktiven – ErdingAir nimmt Kurs auf den Münchner Flughafen. An Bord: 91 Passagiere und sechs Crewmitglieder. Kurz vor dem Aufsetzen gerät ein Triebwerk in Brand. Die Maschine knallt auf die südliche Landebahn, zerschellt und geht in Flammen auf. Dieses Szenario bildete den Kern einer Katastrophenschutz-Großübung, die unter Federführung der Flughafen-Feuerwehr und des Landratsamts Erding in der Nacht auf Samstag stattfand. Doch in dieser Horrornacht sollte noch viel mehr passieren. So viel, dass nicht nur die Flughafen-Feuerwehr gefordert war, sondern darüber hinaus weitere 350 Kräfte diverser Rettungsorganisationen sowie 250 ehrenamtlicher Feuerwehrler aus der gesamten Region. 700 Mitwirkende erlebten eine ereignisreiche Nacht. 

Größte Katastrophenschutz-Übung in der Geschichte des Münchner Flughafens

Solche Übungen schreibt die Internationale Zivilluftfahrtbehörde ICAO an den großen Flughäfen alle zwei Jahre vor. Das Mammutprogramm verantwortete Alexander Tuman. Er sprach von einem „riesigen Paket“. Mit dem abgestürzten Airbus fing es an. In der Folge geriet ein paar Kilometer weiter ein Hubschrauber in Nöte und musste unsanft notlanden. Hier waren es 13 zum Teil schwerst Verletzte. Auf der Anfahrt verunglückte ein Rettungswagen. Mehrere Personen aus dem Flieger wurden vermisst, Teile des Airbus-Wracks landeten neben der Startbahn, darunter ein Segment der Kabine. Es gab Vermisste. Und dann ging auch noch in einem Parkhaus ein Auto in Flammen auf. Um den – echten – Flugbetrieb nicht zu stören, wurde nachts geprobt. 

Um 0.47 Uhr ging das Flugzeug auf dem Übungsgelände an der Südbahn in Flammen auf. Um 0.50 Uhr trafen die ersten Flugfeldlöschfahrzeuge dort ein – pünktlich in der vorgeschriebenen 180-Sekunden-Frist. Tausende Liter Wasser schossen aus den mächtigen Löschkanonen. 15 Schwerstverletzte, 30 Passagiere mit schweren Blessuren und 52 Leichtverletzte mussten in Sicherheit gebracht werden. „Darum würde sich auch im echten Notfall die Flughafen-Feuerwehr kümmern“, schildert deren Chef Jörg Leiwering. „Doch bei einer so großen Zahl von Verletzten sowie angesichts der weiteren Unglücke sind wir auf die Hilfe der Kräfte aus der Region angewiesen“. Und damit begann die logistische Herausforderung. Mehre Einsatzleitungen bildeten eine Wagenburg, Einheiten vor allem des Bayerischen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes bis aus dem Landkreis Passau sowie Feuerwehren aus allen Teilen der Kreise Erding und Freising bezogen vor dem Flughafen Stellung. 

Ärzte und Sanitäter mussten in diesen gespielten Chaos den Überblick behalten

Es waren vor allem ehrenamtliche Retter. Lotsen brachten die Fahrzeuge kolonnenweise zu den unterschiedlichen Einsatzstellen. „Ab einer gewissen Dimension kommen die Freiwilligen Feuerwehren ins Spiel. Dafür gibt es eigene Alarmpläne“, erklärt der Erdinger Kreisbrandrat Willi Vogl die Abläufe. „In jüngerer Vergangenheit war das seit der glimpflichen Bruchlandung einer Austrian Air 2005 bei Reisen zum Glück nie der Fall. Deswegen muss das Zusammenspiel immer wieder geprobt werden.“ Die Berufsfeuerwehr an Deutschlands zweitgrößtem Airport wird laut Leiwering etwa 5000 Mal im Jahr alarmiert, gut 15 Mal am Tag. 250 Kräfte zählt die Truppe, 50 müssen immer anwesend sein. Während die ErdingAir rasch gelöscht war, zogen sich die Sichtung, Betreuung und der Abtransport der Verletzten in umliegende Kliniken über Stunden. Wie eine Perlenkette reihten sich die Rettungswagen aneinander. Das über weite Teile des Airport-Areals verteilte Flackern der Blaulichter gab eine gespenstische Kulisse. Auch das Technische Hilfswerk Freising wurde angefordert. Die Verletzten verhielten sich sehr authentisch – einige saßen apathisch am Boden, andere schrien laut um Hilfe. Ärzte und Sanitäter mussten in diesen Chaos den Überblick behalten. Sie behandelten ausschließlich nach Schweregrad der Verletzten. Selbst der Abtransport von der Sammelstelle in einem Hangar ins – fiktive – Kreiskrankenhaus Oberding wurde durchgespielt. 

Die Katastrophenübung wurde von zahlreichen Experten von Feuerwehren aus ganz Oberbayern beobachtet, darunter Dr. Christian Schwarz, Leiter der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried. Auch Flughafen-Geschäftsführerin Andrea Gebbeken und Landrat Martin Bayerstorfer als Chef der Katastrophenschutzbehörde machten sich vor Ort ein Bild. Sie zeigten sich beeindruckt vom strukturierten Vorgehen. Denn die Helfer sollen sich gegenseitig möglichst nicht im Weg stehen und dennoch möglichst schnell den Verletzten zu Hilfe eilen.

Helfer aus Niederbayern verunglücken nach der Großübung

Wie die Passauer Neue Presse online berichtet, sollen zwei Helfer aus Niederbayern nach der Großübung in einem Rettungswagen verunglückt sein. Es handelt sich dabei um den Unfall auf der A92, über den auch die dpa berichtet: Lesen Sie hier den Bericht

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