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Begrüßung im Abendrot: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (2. v. l.) mit (v. l.): Thomas Bihler vom Flughafenverein, FMG-Hauptgeschäftsführer Michael Kerkloh und Münchens Lufthansa-Chef Thomas Winkelmann vor dem Audi Trainings-Center. 

Klares Bekenntnis des Bundesverkehrsministers

Dobrindt sagt Ja zur Dritten Startbahn

Flughafen - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sieht eine „dringende Notwendigkeit“ für die dritte Startbahn am Münchner Flughafen. Zugleich erneuerte er die Zusage des Bundes, den S-Bahn-Ringschluss mitzufinanzieren – einschließlich Preissteigerungen.

Bei einer Veranstaltung des Flughafenvereins im Audi Trainings-Center fand Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt t (CSU) deutliche Worte für den Airportausbau. „Der Flughafen München ist für ganz Deutschland ein wichtiger Verkehrsknoten.“ Es müsse die Aufgabe aller Eigentümer sein, „ihn so auszustatten, dass er die wachsenden Kapazitäten aufnehmen kann“. Nach aktuellen Schätzungen, so Dobrindt, werde das Luftfrachtaufkommen in den nächsten 15 Jahren um 100 Prozent steigen, das der Passagiere um 60 Prozent.“

Der CSU-Politiker warnte davor, den Anschluss zu verlieren. „Die Konkurrenz des Flughafens München ist nicht unbedingt in Paris oder London zu suchen, sondern vielmehr in der Türkei oder in der Golfregion, wo derzeit massiv in die Luftverkehrs-Infrastruktur investiert wird.“ Ein Drehkreuz internationalen Ranges, so Dobrindt, müsse eine gewisse Größe haben, um es wirtschaftlich betreiben zu können. Im Erdinger Moos sei man eher am unteren Ende und vor allem an der Kapazitätsgrenze. Auch national mache die dritte Bahn Sinn: „Realistisch betrachtet, besteht nur hier ein größeres Entwicklungspotenzial.“ Deswegen stehe der Bund zum Ausbau, „und ich werde das auch weiter deutlich machen“, sagte Dobrindt.

Zugleich versprach er, auch die Infrastruktur am Boden im Blick zu haben. „So wichtig die zweite Stammstrecke für München und das Umland ist, so wichtig ist der S-Bahn-Ringschluss für die Region.“ Der Bund halte sich an seine Zusage, sich an der Finanzierung zu beteiligen. „Und für mich ist selbstverständlich, dass das auch gilt, wenn die Kosten steigen.“

Zuvor hatte auch Münchens neuer Lufthansa-Chef Thomas Winkelmann für die dritte Bahn geworben. „Wir müssen den Menschen erklären, dass unser Flughafen Raum für Wachstum braucht.“ Qualitativ sei MUC heute schon Weltklasse, für die Größe gelte das aber nicht. Eine Trendwende bei der allgemeinen Entwicklung ist für Winkelmann nicht erkennbar: „Als das Terminal 2 im Jahr 2003 eröffnet wurde, gab es kritische Stimmen, es sei überdimensioniert. Heuer durchlaufen dieses Terminal 29 von 41 Millionen Passagieren.“ Der neue Satellit sei für elf Millionen Fluggäste pro Jahr geplant und werde rasch voll sein.

Michael Kerkloh griff die Passagierzahlen auf und wies darauf hin, „dass es heuer schon eng ist. Für 2016 sehen wir größere Probleme, und spätestens 2017 werden wir massive Engpässe haben, wenn sich nichts tut“. Fluggesellschaften, die sich neu ansiedelten, wie die niederländische Transavia könnten längst nicht alle geplanten Verbindungen anbieten, „weil wir keinen Platz mehr mehr haben“.

Wie Dobrindt vertrat auch Kerkloh die Auffassung, dass bundesweit realistisch nur im Erdinger Moos eine weitere Bahn gebaut werden könne „weil es hier mit Abstand am wenigsten Betroffene gibt. Die, die beeinträchtigt werden, werden auf höchstem Niveau entschädigt“, versprach der FMG-Chef.

Wer für Klimaschutz sei, so Kerkloh weiter, müsse für die dritte Bahn sein. „Tatsache ist, viel Verkehr ist ineffizient, weil immer mehr Flugzeuge Warteschleifen fliegen oder am Boden warten müssen.“ Dabei werde unnütz Kerosin verbrannt.

Hans Moritz

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