Landgericht Landshut 

Vom Mietauto zum Schrotthaufen

Flughafen/Landshut – Die Quittung für zwei bereits 2012 begangene Straftaten hat ein 49-jähriger Slowene spät bekommen: Für zwei betrügerische Autoanmietungen handelte er sich jetzt vor dem Landgericht Landshut eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten ein.

Der Mann hatte im Juni 2012 zunächst am Flughafen einen Audi A6 mit einem Zeitwert von 51 000 Euro angemietet, wenig später in München einen Nissan Qashqai für 20 000 Euro. Vereinbart war eine Mietdauer von einer Woche. Doch die Fahrzeuge waren erst einmal wie vom Erdboden verschluckt.

Nur der Nissan tauchte wieder auf – drei Jahre später als Schrotthaufen in Belgrad. Der arbeitslose und geschiedene Bautechniker wurde bereits 2013 in seiner Heimat festgenommen. Die Auslieferung erfolgte erst 2016, da er in Slowenien zunächst noch eine über zweijährige Freiheitsstrafe absitzen musste.

Bei seinen Vernehmungen durch die Erdinger Kripo gab er an, beide Autos seien ihm gestohlen worden. Das nahm ihm allerdings niemand ab; denn wie sollte er an einem Tag mit zwei Fahrzeugen nach Slowenien gefahren sein? Es musste einen Mittäter gegeben haben.

Vor dem Amtsgericht Erding hatte er schließlich ein weitgehendes Geständnis abgelegt, allerdings bestritten, die betrügerischen Anmietungen gewerbsmäßig begangen zu haben. Deshalb kam er mit einer Verurteilung wegen einfachen Betrugs und einem moderaten Strafmaß von zwei Jahren und fünf Monaten davon.

Dagegen legten sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Bei der Neuauflage vor der 5. Strafkammer machte Richter Markus Knoblach deutlich, dass die verhängte Strafe noch am unteren Rand und durchaus tat- und schuldangemessen sei. Im Landgerichtsbezirk habe man es immer wieder mit betrügerischen Autoanmietungen zu tun.

Erst kürzlich sei ein Bosnier deswegen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Der allerdings sei im Inland nicht vorbestraft gewesen, während das Strafregister des 49-Jährigen vier Eintragungen unter anderem wegen Einschleusens von Ausländern, Nötigung und Unfallflucht, Trunkenheit im Verkehr und illegalem Drogenbesitz aufweise.

Damit sei es durchaus nicht ausgeschlossen, dass die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung Erfolg habe und das Strafmaß höher ausfalle. Beide Seiten zogen schließlich ihre Einsprüche zurück. Der Slowene will nach Verbüßung der Hälfte der Strafe in seine Heimat abgeschoben werden. Allerdings ist ihm noch die österreichische Justiz auf den Fersen – auch wegen Betrugs. 

Walter Schöttl

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