Grausige Entdeckung

Leiche in Flugzeug aus München gefunden - Crew festgenommen

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München/Harare - Im Innern eines Fliegers haben Flughafenmitarbeiter die Leiche eines Mannes gefunden. Die Maschine war am Samstagabend in München gestartet und sollte große Mengen Geld nach Südafrika bringen. Nun steht sie in Simbabwe – und der Fall gibt Rätsel auf.

Es sollte nur ein Zwischenstopp werden, die Maschine auftanken, Kräfte sammeln, wieder abheben. Doch der Flieger der US-Gesellschaft „Western Global Airlines“ steht noch immer am Flughafen der simbabwischen Hauptstadt Harare. Grund: Er hatte eine Leiche an Bord.

Die Fracht-Maschine vom Typ Boeing MD 11 war am Samstag, 21.01 Uhr, am Flughafen München gestartet, wie ein Sprecher unserer Zeitung bestätigte. Erst am Nachmittag war er aus Lüttich gekommen, Ziel des nächtlichen Flugs sollte die südafrikanische Küstenstadt Durban sein. „Ein Zwischenstopp in Harare war nicht geplant.“

Wie die staatliche simbabwische Zeitung The Herald berichtet, war eine Landung „aus technischen Gründen“ nötig. Der Pilot hatte es offenbar schon in Mosambik versucht, dort hatte man ihn aber nicht landen lassen. In Harare sollte die Maschine dann für den letzten Teil der Strecke betankt werden. Währenddessen bemerkten die Flughafen-Mitarbeiter, dass Blut aus der Maschine tropft. Beim Öffnen eines Kühlungsschachts fanden sie schließlich die Leiche eines Mannes.

Über seine Identität ist bisher nichts bekannt, auch die Umstände seines Todes sind unklar. Die US-Fluggesellschaft erklärte auf Anfrage, es handele sich um einen „blinden Passagier, der bei einem vorherigen Stopp in die Maschine gelangt sein könnte“. Möglicherweise am Flughafen München?

Die Untersuchungen laufen. Wie am Montag bekannt wurde, haben Simbabwes Behörden sechs Crewmitglieder verhaftet – darunter befinden sich auch zwei Mitarbeiter der südafrikanischen Zentralbank. Sie gab die Lieferung in Auftrag. Der Flieger soll mehrere Millionen der südafrikanischen Währung Rand geladen haben – eine Million Rand sind etwa 57.000 Euro. Die Bank bestätigte das nicht. Auffällig ist aber, dass in München eines der weltgrößten Unternehmen für den Druck von Banknoten sitzt: Giesecke & Devrient.

Die private US-Fluggesellschaft mit Sitz in Florida fliegt mehrere Male pro Woche von Europa nach Afrika. Ihre Flotte umfasst nach eigenen Angaben 16 Flugzeuge des Typs MD 11. Die Airline fliegt unter anderem für das Versand-Unternehmen „FedEx“.  

mmä/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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