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Des Kranichs neue Kleider

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Seit 100 Jahren ist der Kranich Wappenvogel der Lufthansa. 30 Jahre nach der letzten Überarbeitung des Designs bekommt Deutschlands größte Airline nun ein neues Gesicht. Das wurde gefeiert – parallel in München und Frankfurt.

Flughafen – Sieben, acht Jahre wird das Spiegelei noch um die Welt jetten, dann hat es endgültig ausgedient. Gemeint ist damit das melonengelbe Lufthansa-Markenzeichen mit dem Kranich auf blauem Grund auf der Heckflosse. Künftig ist der Vogel weiß auf einem – etwas dunkleren – blauen Grund. Doch nicht nur die Flugzeuge – der graue Bauch wird weiß – werden ihr Gesicht verändern, das neue Design betrifft die gesamte Marke, und damit zig Millionen Einzelteile.

Die Einführung wurde am Mittwochabend gefeiert – mit zwei gigantischen Mitarbeiterfesten an den Drehkreuzen in München und Frankfurt. Verbunden waren die mehreren tausend Gäste in zwei Hangars durch eine Live-Übertragung. Und weil sich Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr nun einmal nicht klonen lässt, stieg er am Abend in eine Airbus A321 mit dem neuen Auftritt und jettete nach München. Die leichte Verspätung war den winterlichen Verhältnissen im Erdinger Moos geschuldet.

„Lufthansa hat sich verändert, ist moderner und erfolgreicher denn je“, sagte der Chefpilot, der donnernden Applaus für seine Ankündigung erhielt, „dass wir bald ein neues Rekordergebnis vorlegen können, das dritte in Folge“.

Derart beflügelt, hebt Lufthansa nun zum großen Relaunch ab. Vor genau hundert Jahren verewigte sich der Designer Otto Firle bei Lufthansa: Er ist der geistige Vater des Kranichs, der trotz einiger Veränderungen seit 1918/19 zu einem weltweit bekannten Symbol wurde. „Seit 1989 war unser Erscheinungsbild unverändert. Seither hat sich viel getan, neue Flieger und vor allem die Digitalisierung“, sagte Münchens Lufthansa-Chef Wilken Bormann in einer Pressekonferenz. „Es war einfach an der Zeit“, sekundierte sein Marketing-Chef Steffen Harbarth.

Der Kranich kommt künftig ein wenig schlanker und mit spitzerem Schnabel daher. „Das ist letztlich auch der Digitalisierung geschildert, denn wir brauchen das Logo auf allen Endgeräten, bis zur nur wenige Zentimeter großen iWatch am Handgelenk. Er und Bormann betonten, dass die neue Grundfarbe ein dunkleres Blau sei. „Das Gelb verschwindet aber nicht. Wir setzen es überall da ein, wo wir unsere Kunden auf etwas aufmerksam machen wollen, zum Beispiel Wegweiser, Gate-Anzeigen oder Bordkarten“, erklärte Harbarth.

Für Lufthansa bedeutet das neue Design einen immensen Aufwand. Allein 350 Flugzeuge müssen umlackiert werden. „Das geht nicht über Nacht, das wird sieben, acht Jahre in Anspruch nehmen – im üblichen Lackierzyklus einer Maschine“, so Bormann. 40 solle es Ende dieses Jahres sein. So viele Lackierhallen gebe es auch gar nicht in Europa.

Der Teufel steckt im Detail. In einem Jumbo-Jet zum Beispiel befinden sich 45 000 Kraniche – auf Sitzen, Gläsern, Decken oder Bestecken. 900 Elemente mit Logo gehen bei jedem Start mit in die Luft. Hinzu kommen Scharen von Kranichen an den Flughäfen. Für Spohr sind sie „das Symbol für unser Leistungsversprechen und Vertrauen“.

Von Hans Moritz

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