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Gut frequentiert ist der Terminal 2-Satellit mit seinem zentralen Marktplatz unter dem Tower (r.).

Lufthansa-Terminal am Flughafen München

Satellit kratzt an Kapazitätsgrenze

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Knapp eineinhalb Jahre nach der Eröffnung hat der Satellit vor dem Terminal 2 seine Kapazitätsgrenze so gut wie erreicht. Bis zu zehn Millionen Passagiere werden es heuer sein. Dennoch müssen Lufthansa und Flughafen-Gesellschaft für den Satelliten die Werbetrommel rühren.

Flughafen  25 Millionen Passagiere können pro Jahr im Terminal 2 starten und landen. Maximal elf sind es im Satellit. Der ist erst im April vorigen Jahres eröffnet worden. 16 Monate später hat das zusätzliche Abfertigungsgebäude, das von der Lufthansa und der Flughafen München GmbH (FMG) betrieben wird, seine Kapazitätsgrenze schon fast erreicht. Die Sprecher Bettina Rittberger (Lufthansa) und Ingo Anspach (FMG) gehen von neun bis zehn Millionen im zweiten Betriebsjahr aus.

„Wir sind mit der Auslastung sehr zufrieden“, sagt Rittberger. Anspach berichtet, dass zwei Drittel der Flüge im Terminal 2 abgefertigt würden und ein Drittel im Satellit. Dabei gelte keineswegs das Zufallsprinzip. „Die Maschinen zu den Zielen, die wir teils stündlich anbieten, etwa Frankfurt, docken am Terminal 2 an. Die zahlreichen Geschäftsreisenden brauchen kurze Wege“, sagt Rittberger.

Reisende nach Frankfurt, aber auch nach Düsseldorf, Berlin/Tegel und Hamburg müssen nicht nur nicht weit laufen, sie kommen zu bestimmten Zeiten auch schnell zu ihrem Flieger. „SmartDepart“ heißt der kostenlose Service, der bis Ende Oktober im Terminal 2 zur Verfügung steht. Wochentags von 6 bis 8.30 Uhr sowie von 16 bis 18.30 Uhr gibt vor den genannten Abflügen eine eigene Sicherheitskontrolle, nahe gelegene Abfluggates und eine verkürzte Einsteigezeit, wirbt Rittberger.

„Was Terminal 2 und Satellit betrifft, disponieren wir so, dass Umsteiger aus mehreren kleinen Maschinen zu einem großen Interkontinentalflug möglichst kurze Wege haben“, erklärt Anspach.

So gut es mit dem Satelliten läuft, FMG und Kranich-Linie sehen noch Luft nach oben. „Wir stellen fest, dass die Akzeptanz noch steigerungsfähig ist“, so Rittberger. Reisende, die dort abfliegen, würden häufig erst im letzten Moment die führerlose U-Bahn aufsuchen, um binnen einer Minute unter dem Vorfeld hindurch zum neuen Abfertigungsgebäude fahren. „Viele wissen offensichtlich nicht, dass es auch im Satelliten eine Vielzahl an Geschäften und Gastronomiebetrieben gibt. Die Lufthansa-Sprecherin empfiehlt auch anderen Terminal 2-Reisenden, die Zeit haben, den Satelliten kennen zu lernen. „Man kann mit der Bordkarte problemlos hin- und her wechseln.“

Noch einmal steigen werden die Passagierzahlen, wenn im Frühjahr die ersten fünf Lufthansa-Airbus A 380 im Erdinger Moos stationiert werden. Sie ersetzen sukzessive die Langstrecken-Maschinen vom Typ A 340. Das Terminal 2 bietet derzeit laut Rittberger zwei Parkpositionen für das zweistöckige und damit größte Passagierflugzeug der Welt. Vier weitere könnten für den Riesenflieger ertüchtigt werden.

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