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Lufthansa präsentiert den A 380.

Flug über Bayern

Lufthansas A 380 hebt in München ab: Darum war es so besonders

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Michael Kerkloh, Chef des Flughafens München, frohlockte: „Jetzt gehören wir zu den ganz Großen.“ Ab diesem Sonntag heben täglich drei A 380 der Lufthansa vom Erdinger Moos aus ab. Zur Premiere startete das größte Passagierflugzeug der Welt zum Rundflug. Wir waren dabei.

München – Einen Flug wie LH 380, der gestern um 11.25 Uhr am Satelliten-Gate K 28 abgefertigt wurde, wird es nie wieder geben: Der Münchner Chef-Pilot Raimund Müller, Langstrecken-Verantwortlicher Martin Hoell und Thomas Göller flogen mit 300 Premierengästen an Bord des A 380 mit dem Namen „München“ über den Ammer- und den Starnberger See zur Zugspitze, von dort weiter nach Neuschwanstein, über München nach Landshut zur Donau und weiter nach Regensburg und Nürnberg, schließlich über Augsburg zurück ins Erdinger Moos.

Dort setzte der A 380 zunächst aber nicht auf, sondern flog dicht über die Nordbahn und startete noch einmal durch, ehe er landete. Den Rundflug über Bayern für ausgewählte Gäste, Politiker, Journalisten und Gewinner diverser Preisausschreiben von Zeitungen und Radiosendern gab es nur zur Premiere. Ab Sonntag startet das größte und schwerste Passagierflugzeug der Welt dann zu viel weiter entfernten Zielen. Zum Auftakt geht es am Sonntag nach Los Angeles – wiederum mit der „München“. Petra Ackermann, A 380-Projektleiterin bei Lufthansa, berichtet, dass diesen Samstag die zweite Maschine eingeflogen werde, am Samstag zwei weitere und am Montag schließlich die fünfte und letzte. „Ab kommender Woche geht’s dann einmal täglich nach Los Angeles, Peking und Hongkong – und zurück.“

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A 380 tauglich? Frankfurt, London und Paris - und München

Wegen der langen Distanzen reichen drei Flugzeuge nicht aus. Frankfurt verliert deshalb gleich ein Drittel seiner A 380-Flotte mit 14 Maschinen an seinen schärften Konkurrenten München. Das Mitleid im Moos hält sich in Grenzen. Michael Kerkloh, Geschäftsführer der Flughafen München GmbH (FMG), und Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister schlugen sich bei der Gate-Party gegenseitig auf die Schulter. „Ohne die Lufthansa wären wir nicht so weit, wie wir heute sind, nämlich europäische Spitze. München ist der FC Bayern in der Champions League der Flughäfen“, triumphierte der überzeugte Borussen-Fan Kerkloh. Hohmeister lobte das Drehkreuz des Südens für die hohe Qualität. „Heuer werden wir hier 30 Millionen Menschen befördern. Wir wachsen weiter stark.“ Der Münchner Flughafen ist neben Frankfurt, London und Paris einer von gerade einmal vier A 380-tauglichen in ganz Europa. Flughafensprecher Robert Wilhelm berichtet, dass es im Terminal 2 und am Satelliten derzeit drei Gates für den Riesenflieger gebe. „Bald werden es fünf sein.“ Die Bauarbeiten laufen.

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Denn um die maximal 509 Passagiere schnell ein- und wieder aussteigen zu lassen, bedarf es laut Wilhelm dreier Fluggastbrücken. Zwei Abstellpositionen sind dann belegt. Bei diesen Dimensionen kein Wunder: Der A 380 ist 73 Meter lang und 24 Meter hoch. Das Startgewicht beträgt 560 Tonnen. Die beiden Passagierdecks sind 550 Quadratmeter groß, das entspricht drei Tennisplätzen. Gestartet wird mit Tempo 260, aufgesetzt wird mit 240 Sachen. Wer vor der Maschine steht, kann sich kaum vorstellen, wie dieser Koloss, der aus über vier Millionen Einzelteilen besteht, überhaupt in die Luft kommt und sich dort halten kann. Da kann Ingo Meyerdierks nur schmunzeln. Er ist A 380-Pilot der ersten Stunde – also seit 2009. „Diese Maschine ist sehr wendig und direkt. Sie lässt sich leicht fliegen, fast wie der deutlich kleinere A 319.“

Landung mit einem Hauch von Mallorca

Im Cockpit, gibt der 53-Jährige zu, „gibt es schon ein paar Knöpfe und Schalter mehr. Denn wir haben ja unter anderem zwei zusätzliche Triebwerke und auch ein komplexeres Tanksystem“. Dennoch sei es ein Genuss, den A 380 zu steuern. Bis zu drei Piloten sitzen im Cockpit. Hinzu kommt das 21-köpfige Kabinenpersonal.

Der neue Airbus A380 startet  seinen ersten Flug in München

Eine von ihnen ist Marta Schenatzky. „Wir arbeiten gerne im A 380. Denn hier ist einfach mehr Platz, auch in den Küchen. Die Dimensionen sind ganz andere. Das gefällt nicht nur unseren Gästen, sondern auch uns.“ Weitere Wege müssen sie dennoch nicht zurücklegen. Nur das Treppensteigen während des Fluges, das gibt es nur im A 380 sowie im Jumbo, wie die Boeing 747 genannt wird. Menschen wie Schenatzky und Meyerdierks sind am Drehkreuz des Südens jetzt gefragt. Projektleiterin Ackermann erzählt, dass 1600 Stewardessen und Stewards auf den A 380 vorbereitet würden, hinzu kämen 200 bis 300 Piloten. Sie werden nicht nur den A 380, sondern auch den A 350 fliegen. Der Airbus-Neuling auf der Langstrecke hat in München seine Basis – mit 15 Maschinen. Kleinere Wartungsarbeiten werden laut Ackermann in München erledigt, für die großen Checks geht es nach Frankfurt mit höheren Hallen.

Der Premieren-Rundflug endete übrigens untypisch: Die Passagiere klatschten. Dieser Hauch von Mallorca – bei Lufthansa ist das eigentlich verpönt.

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