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Mit umgebauten VW-Bussen bringt die Aicher Ambulanz gehandicapte Passagiere zu den Flugzeugen und den Terminals. Unser Bild zeigt (v. l.) die Betriebsleiter Philip Brendel und Andreas Thierauf sowie Robert Drechsel. 

Mobilitätsservice von FMG und Aicher Ambulanz 

Damit nicht nur der Himmel barrierefrei ist

Flughafen – Keine Sparte am Flughafen München wächst so schnell wie der Mobilitätsservice. 20 Prozent Einsätze mehr als 2015 meldet die Aicher Ambulanz. Sie sorgt im Auftrag der FMG dafür, dass Gehandicapte zu ihren Fliegern kommen. Jetzt werden dringend neue Mitarbeiter gesucht.

„Die 300 000er-Marke haben wir knapp verfehlt“, bilanziert Marion Linkert, bei der Flughafen München GmbH (FMG) für den Mobilitätsservice verantwortlich. Die Aicher Ambulanz aus München ist Dienstleister der FMG, Betriebsleiter Philip Brendel berichtet von exakt 299 191 Einsätzen – so viele wie nie zu zuvor. Sein Kollege Andreas Thierauf rechnet vor, dass man pro Tag rund 1000 Reisenden helfe – ein Rekord, seit man seit 2008 mit der FMG kooperiere.

Die EU verpflichtet alle Flughäfen, dafür zu sorgen, dass auch Gehbehinderte und anderweitig Erkrankte oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen barrierefrei am Luftverkehr teilnehmen können, sprich ihre Flugzeuge erreichen, in die Kabine gelangen oder sich in den Terminals bewegen können.

Im Erdinger Moos sind laut Brendel dafür 220 Mitarbeiter da, die in mehreren Schichten zwischen 4.15 Uhr morgens und 0.30 Uhr in der Nacht abrufbar sind. Laut Robert Drechsel umfasst der Fuhrpark 26 Transporter, 32 Clubcars und fünf Hublifter, die an jedem Flugzeug andocken können. Hinzu kommen nach den Worten Linkerts etwa 200 Rollstühle.

Der Mobilitätsservice ist für die Nutzer gratis. „Uns kostet das zwar einen zweistelligen Millionenbetrag“, rechnet Linkert vor. Dieser Betrag werde jedoch von allen Reisenden getragen – in Form einer Ticketsteuer. Am Flughafen München beträgt diese um die 50 Cent.

Warum die Zahl der Einsätze 2016 im Vergleich zum Vorjahr gleich um ein Fünftel nach oben gegangen ist, hat laut Linkert und Brendel zwei Gründe. „Es ist vor allem der demografische Wandel. Immer mehr ältere Menschen sind mobil“, sagt die FMG-Verantwortliche. Der Aicher-Betriebsleiter verweist auf den im April eröffneten Satelliten. „Für einige sind die Wege weiter geworden, für manche zu weit, um sie aus eigener Kraft zurücklegen zu können. Dann ruft man uns.“

Idealerweise teilt ein Gehandicapter gleich bei der Buchung mit, dass er einen Rollstuhl, einen Hublifter oder einen Bus braucht. „In der Hälfte der Fälle erfahren wir es aber sehr kurzfristig“, sagt Linkert. „Wir müssen deswegen flexibel sein“, schiebt Thierauf hinterher.

Um das auch in Zukunft zu sein, suchen Aicher und FMG dringend zusätzliche Mitarbeiter. Das Profil ist einfach. Das Wichtigste, so Brendel, sei, „dass jemand hilfsbereit ist, Schichtarbeit verträgt und gerne mit Menschen zusammen ist“. Deutsch und Englisch setze man als Sprachen voraus. Jeder Bewerber muss eine weiße Weste haben. „Alles andere kann man lernen. Wir schulen sehr intensiv“, so Thierauf.

Interessenten

können sich unter Tel. (0 89) 97 56 34 55 informieren oder per Mail (bewerbung-flughafen@aicher-ambulanz.de) bewerben.

Hans Moritz

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