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Michael Schmid hebt am Freitag mit der letzten Air-Berlin-Maschine ab.

Mein Flug für die Ewigkeit

Münchner hebt am Freitag mit der letzten Air-Berlin-Maschine ab

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Das Ende von Air Berlin ist für den Münchner Michael Schmid ein Einschnitt besonderer Art: Er verliert ein Stück Familie und wird – Ehrensache – beim allerletzten Flug ganz vorn dabei sein.

München - Wenn Air-Berlin-Flug AB6211 am Abend des 27. Oktober um 21.35 Uhr von Berlin nach München startet, wird Michael Schmid (52) wie immer auf seinem Stammplatz 1C am Gang sitzen. Der Vorstandsvorsitzende des Ingenieurbüros Sakosta Holding AG wird wie immer Cola trinken, mit den Stewardessen plaudern und nach altbekannten Gesichtern Ausschau halten. Und doch wird auf diesem Flug alles anders sein. Denn es ist ein Abschied für immer. Der definitiv letzte Flug in der 39-jährigen Geschichte der Airline. Am 27. Oktober ist Schluss mit Air Berlin.

„Ich werde meine Flug-Familie vermissen“

Am Ende dieses denkwürdigen letzten Fluges wird Platin-Card-Besitzer Schmid um 400.000 angesammelte Bonus-Meilen ärmer sein. Das wären locker acht Dubai-Flüge mit der Familie gewesen. Ärgerlich. Aber nicht zu ändern: „Viel schlimmer ist, dass ich meine Flug-Familie lieb gewonnen habe und sie vermissen werde“, sagt er.

Liebesgeschichte begann vor 20 Jahren

Schmids Liebesgeschichte in rot-weiß begann vor 20 Jahren mit einem Feriendomizil in Mallorca: „Seitdem bin ich bestimmt 30 Mal im Jahr privat und geschäftlich immer mit Air Berlin gereist.“ Über die Silver- und Goldcard flog er sich zur begehrten Platinkarte (ab 100.000 Meilen jährlich) hoch: „Vom Flughafen-Eingang bis zum Gate brauchte ich maximal fünf Minuten. Besonders gut gefiel mir immer das nette „Grüß Gott, Herr Schmid“. Ich habe mich immer so willkommen und geborgen gefühlt an Bord.“ Mit der Zeit lernten sich Stamm-Passagiere und Crews kennen – was in Palma auch schon zu fröhlichen Zufallstreffen in den Hafen-Bars führte.

Warum seine Lieblings-Airline pleite ging, ist Schmid noch immer ein Rätsel: „Vermutlich Management-Fehler– anders kann ich’s mir nicht erklären. An den Crews kann es nicht gelegen haben. Die waren bis zuletzt freundlich und professionell.“

Flug AB 6186 nach Berlin

Am Morgen des 27. November („Es ist mir ein Bedürfnis, etwas zurückzugeben“) wird Schmid um 9.20 Uhr mit Flug AB 6186 nach Berlin fliegen, bummeln gehen und im Kaufhaus KaDeWe Abschiedsgeschenke besorgen. Und abends geht der Fluggast mit dem großen Herzen wieder an Bord. Mit Blümchen oder Schokolade: „Ich möchte der Crew einfach Danke für alles sagen.“

Eine spektakuläre Ehrenrunde drehte ein Air-Berlin-Pilot am Flughafen Düsseldorf. Dafür wurde er vom Dienst suspendiert.

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Von Dorita Plange

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