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Die neue Visitenkarte des Flughafens: Zwischen Zentral- und Nordallee entsteht der LabCampus für Konzerne ebenso wie für Start Ups. Allein der erste von vier Bauabschnitten (Bild oben/vorne) wird 400 Millionen Euro kosten und 5000 Arbeitsplätze schaffen.

Neuer Innovationspark am Flughafen

Das Silicon Valley im Erdinger Moos

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Der Flughafen München ist demnächst nicht nur Startplatz für Flugzeuge, sondern auch für Spitzentechnologien, Digitalisierung und Innovationen. Gestern fiel der Startschuss für den LabCampus, einen europaweit einzigartigen Forschungscampus mit tausenden neuen Arbeitsplätzen.

Flughafen - Flughafenchef Michael Kerkloh erklärte: „Wir sehen die Chance, unseren Flughafen zu einem der führenden Innovationsstandorte in ganz Europa zu machen.“ Der Moos-Airport sei nicht nur wegen seiner weltweiten Anbindung der ideale Platz für ein solches Vorhaben. Hinzu komme, „dass wir hier den Platz haben, über den nicht einmal mehr die Stadt München verfügt“.

Der Flughafen, gab Kerkloh zu, verbinde mit dem LabCampus aber auch handfeste wirtschaftliche Interessen. Denn ihr Geld verdiene die FMG längst nicht mehr nur mit dem Luftverkehr, sondern auch am Boden – mit Geschäften, Handels- und Büroflächen. „Wir werden aber explizit keine Konkurrenz zu den Gemeinden im Umland aufbauen“, versprach er.

Das weitläufige Areal entlang der Zentralallee ist derzeit noch grüne Wiese mit einigen in die Jahre gekommenen Gewerbebauten. In den nächsten Jahren entsteht hier eine Kleinstadt mit Büros, Laboratorien, Denkfabriken und Start-Up-Standorten. Nachdem der Freisinger Stadtrat erst am Mittwoch die letzten planungsrechtliche Steine aus dem Weg geräumt hatte, fiel gestern der Startschuss für den LabCampus, der zuvor Airsite geheißen hatte.

„Die Idee ist absolut neu, die gibt es so weder in Deutschland noch in Europa – und schon gar nicht an einem Flughafen“, versicherte FMG-Vorstandsmitglied Thomas Weyer. Der LabCampus sei weder ein Gewerbegebiet noch ein Businesspark, sondern ein Standort für innovative Zukunftstechnologien.

Realisiert wird das Vorhaben in vier Bauabschnitten. Der erste befindet sich neben der Agip-Tankstelle. Laut Weyer wird die FMG beziehungsweise eine eigens dafür gegründete Tochtergesellschaft in den nächsten zweieinhalb Jahren rund 400 Millionen Euro investieren und damit auf 120 000 Quadratmetern rund 5000 neuen Arbeitsplätzen den Weg ebnen. In der Endausbaustufe wird es laut Weyer eine Bruttogeschossfläche von einer halben Million Quadratmeter sein.

Der Geschäftsführer wies darauf hin, dass die Entwicklung neuer Produkte und Services immer komplexer und teurer werde. Schon heute bedürfe es mehrerer Firmen, um neue Produkte auf den Markt zu bringen – „und das möglichst in immer kürzerer Zeit“. Dies werde der LabCampus in branchenübergreifenden Neubauten bündeln.

Erste – namhafte – Firmen und Universitäten haben bereits zugesagt. So will Siemens hier autonom fahrende Busse bis zur Serienreife bringen. An den Flughafen ziehen wollen auch Teile des Fraunhofer Instituts, der Uni Erlangen-Nürnberg und der TU München. Die FMG baut hier ihre eigene Akademie neu auf, das Cyber-Abwehrzentrum hat bereits eröffnet.

Die neue Flughafen-Stadt mit S-Bahn-Anschluss wird vom „Isar-Boulevard“ durchzogen, auf dem Fußgänger, Segways, Räder, aber auch autonom fahrende Busse unterwegs sein werden. Hinzu kommen Restaurants, Shops, ein Kino, eine Kindertagesstätte und eventuell auch eine Grundschule, so Weyer.

Bayerns Finanzstaatssekretär Albert Füracker sprach von einem „bayerischen Silicon Valley im Erdinger Moos“. Hier entstehe „die Blaupause für das, was wir in Bayern wollen – Innovation. Die Schubkraft für den Standort Bayern gehe künftig verstärkt vom Drehkreuz des Südens aus. Dieses werde „vom Flughafen zum Forschungshafen – zu einer neuen Leitregion“.

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