Ausweis vom Schleuser

Da staunt die Polizei: Fluggast outet Pass ungefragt als gefälscht

Flughafen – Sowas erleben die Beamten der Bundespolizei auch nicht alle Tage: Bei der Einreisekontrolle am Flughafen legte ein Iraner einen türkischen Pass vor und gab auch gleich bekannt, dass dieser gefälscht sei.

Der 28-Jährige war aus Teheran angekommen. Noch bevor die kontrollierenden Bundespolizisten eine Frage stellen konnten, outete sich der 28-Jährige, dass er mit einem gefälschten Pass reisen würde. Dies bestätigte sich bei der Überprüfung. Auf der Wache angekommen, erklärte der junge Mann, er habe 1992 den christlichen Glauben angenommen. Jetzt habe ein Freund den Glaubenswechsel an die iranischen Behörden verraten. Der drohenden Festnahme habe er sich entzogen und sei geflüchtet. Für die gesamte Flucht inklusive Ausweispapiere und Flug habe er 12 500 Euro an einen Schleuser bezahlt. Gut vorbereitet war der junge Mann, da seine extra aus Hamburg angereiste Rechtsanwältin bereits in München auf ihn wartete. Da der Iraner Asyl beantragt hatte, muss er nun in der Flughafenunterkunft auf die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge warten. Unfreiwillig aus dem Verkehr gezogen wurden dagegen vier mit Vollstreckungshaftbefehl gesuchte Reisende. Drei von ihnen konnten die Haft durch Zahlung einer Geldstrafe abwenden. Eine Frau musste in Ermangelung von Bargeld ihre Haft in Stadelheim antreten. Den Anfang machte ein 32-jähriger Iraker, der von der Staatsanwaltschaft Erfurt wegen Betrugs gesucht wurde. Bei seiner Ankunft aus Sulaymaniyah präsentierten ihm die Beamten den Haftbefehl. Der junge Mann konnte die geforderten 252 Euro Strafe zahlen. Dann verfing sich ein 24-jähriger Iraner, der aus London einreisen wollte, im Fahndungsnetz. Wegen Gefangenenbefreiung war er in Weiden zu 60 Tagen Haft oder 400 Euro Strafe verurteilt worden. Bekannte zahlten sie bei der Polizeiinspektion Schwandorf. Eine 37-jährige Britin wollte von München aus nach Johannesburg fliegen. Dies durfte sie erst, als sie 1130 Euro Geldstrafe gezahlt hatte, die wegen Steuerhinterziehung fällig waren. Weder Bares in der Tasche noch zahlungswillige Freunde hatte eine 34-jährige Nigerianerin, die aus Athen kam. Die Frau war in Frankfurt wegen unerlaubter Einreise und unerlaubtem Aufenthalt zu einer Strafe von 1180 Euro oder 37 Tage Gefängnis verurteilt worden. Sie wurde sie in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim gebracht.

ml

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