Kaum noch eine S-Bahn fährt in München - Das sind die Ausweichmöglichkeiten

Kaum noch eine S-Bahn fährt in München - Das sind die Ausweichmöglichkeiten
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Diese Simulation zeigt, wie der Flughafen 2015 aussehen soll. Im Vordergrund ist der Satellit zu sehen, im Bildhintergrund Terminal 2 und 1 (auf Höhe des Towers).

Riesenbaustelle mitten im Flughafen

Erding – Im Schatten des Streits um die dritte Startbahn gedeiht ein zweites wichtiges Projekt am Flughafen München – der Bau des Satelliten als Erweiterung des Terminals 2 (T 2).

In dem Neubau auf dem Vorfeld Ost sollen ab 2015 zusätzlich zu den 25 Millionen Fluggästen im T 2 pro Jahr weitere elf Millionen abgefertigt werden. „Wir haben dann in etwa die gleiche Abfertigungskapazitäten wie der Flughafen Frankfurt“, triumphiert Flughafen-Boss Michael Kerkloh.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Für die FM Bau, eine Tochter der Flughafenbetreiber-Gesellschaft FMG, ist es ein Vorhaben, das an den Bau des 2003 eröffneten T 2 erinnert. Gerold Kellner, Prokurist der FM Bau, erklärt: „Der Bau erfolgt während des Betriebs, und das in sicherheitssensiblem Bereich.“ Andere sprechen von einer „Operation am offenen Herzen“. Geplant ist, die bestehende Gepäcksortierhalle zu verlängern und beträchtlich aufzustocken. Dieser Satellit bietet dann, so Mit-Geschäftsführer Thomas Weyer, 27 zusätzliche Abstellpositionen am Gebäude mit kurzen Wegen. Einige sind so konstruiert, „dass wir hier kleinere Flugzeuge ebenso abfertigen können wie den Airbus A 380“, verspricht Weyer. Das ist der erste Ausbauabschnitt.

„Wir stellen schon heute die Weichen für den zweiten, der zu einem T-förmigen Satelliten führt“, berichtet Kellner, stellt aber zugleich klar: „Dafür gibt es noch keine konkrete Pläne. Angebunden wird der Satellit durch einen unterirdisch verlaufenden führerlosen Zug. Der Tunnel besteht bereits, im T 2 befindet sich der Bahnhof seit Eröffnung im Rohbauzustand. Derzeit wird die Baustelle vorbereitet. Dazu wurden große Flächen unweit der Allgemeinen Luftfahrt (Privat- und Geschäftsflugzeuge) reserviert. „Unser Sicherheitskonzept sieht vor, dass diese Baustelle relativ einfach zugänglich ist. Sie ist vom eigentlichen Vorfeld mit Flugbetrieb abgekoppelt“, erläutert der Prokurist. Dem schließt sich ein Bereich an, in dem Arbeiter und Fahrzeuge stichprobenartig kontrolliert werden. Auch hier ist kein Zugang zum Sicherheitsbereich möglich.

Der Bereich direkt an der Gepäckhalle bleibt laut Kellner hermetisch abgeriegelt. „Wer hier rein muss, wird jedes Mal so streng kontrolliert wie jeder Fluggast.“ Drei Etagen werden errichtet, eine für den Schengen- und eine für den Non-Schengen-Bereich sowie die oberste für Passagiere, die aufgrund der Sicherheitsanforderungen am Startflughafen noch einmal komplett durchgecheckt werden müssen. „Diese Dreiteilung setzt sich in der Bahn fort, so dass die Passagierströme nicht vermischt werden können“, sagt Kellner.

Im Gebäude rund um den Vorfeld-Tower finden die Fluggäste – laut Weyer wird es sich in erster Linie um Umsteiger handeln – ein großes Shop- und gastronomisches Angebot vor. Hinzu kommen Lounges und Aufenthaltsbereiche. Das Gebäude wird nach modernsten energetischen Standards errichtet, „so dass im Vergleich zu herkömmlicher Bauweise 40 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden“, erklärt Kellner. 650 Millionen Euro kostet der Satellit. Eine Summe, die sich FMG und Lufthansa im Verhältnis 60:40 teilen.

Der Ausbau der Gepäckhalle hat bereits begonnen, im November wird die Baustelle eingerichtet. Im März 2012 soll es losgehen. Drei Jahre später könnte der Satellit in Betrieb gehen. Für Weyer ist entscheidend: „Die Baustelle wird den Betrieb am Moos-Airport so gut wie nicht beeinträchtigen.“

Von Hans Moritz

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