Verhaftung am Flughafen

Schleuserin bekommt Bewährungsstrafe

Flughafen – Die Bundespolizei hatte Ende Oktober 2015 eine Malaysierin in flagranti erwischt, als sie ein Paar aus Sri Lanka über Peking nach München geschleust hatte. Jetzt hat das Amtsgericht München die 35-Jährige wegen Einschleusens von Ausländern verurteilt.

Die Beamten am Moos-Airport hatten die Schleuserin zusammen mit einem 21-jährigen Mann und einer 31-jährigen Frau bei ihrer Ankunft aus Peking kontrolliert. Als die drei Reisenden den Beamten malaysische Pässe vorgelegt hatten, kamen den Bundespolizisten erhebliche Zweifel an deren Echtheit. Tatsächlich waren die Lichtbilder nachträglich eingesetzt worden.

In der Vernehmung hatte die 35-Jährige damals erklärt, sie habe ihre Mitreisenden zufällig in Bangkok kennengelernt. Die beiden Sri-Lanker hatten eine ganz andere Geschichte erzählt. Sie seien unabhängig von einander ein paar Tage zuvor mit ihren sri-lankischen Pässen nach Malaysia gereist. Dort waren sie jeweils an eine Schleuser-Organisation mit dem Wunsch heran getreten, nach Europa gebracht zu werden. Beide hatten laut eigenen Aussagen umgerechnet mehrere tausend Euro für die malaysischen Pässe und die Tickets bezahlt. Die 31-Jährige hatte sogar ihren Goldschmuck für die Schleusung geopfert.

Einer der Schleuser sei es auch gewesen, der ihnen die 35-Jährige zur Seite gestellt hatte. Die Malaysierin habe sich mit ihnen in einem Hotel in Bangkok getroffen, sich um Hotel- und Ticketbuchungen gekümmert und die beiden über Japan und China nach Deutschland begleitet. Hier hatten sie Asyl beantragt. Sie seien in Sri Lanka nicht sicher gewesen, da dort Bürgerkrieg herrsche und die Kriminalpolizei und das Militär Unschuldige verfolge.

Der Amtsrichter sah die Schuld der 35-Jährigen als erwiesen an und verurteilte sie zu einem Jahr Haft, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

ml

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