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Bald fertig ist der erste Airbus A 350, der derzeit in Toulouse in Frankreich montiert wird. Die neue Flugzeug-Generation kommt Anfang 2017 ins Erdinger Moos – etwas später als geplant.

Lufthansa

Schon eine Million Fluggäste im Satellit

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Flughafen – Vom Terminal 2-Satelliten gibt es auch gute Nachrichten: Im April eröffnet, wird kommende Woche bereits der einmillionste Passagier erwartet. Nicht ganz so schnell geht es mit dem neuen Airbus A 350.

Drei Tage, nachdem Satelliten-Architekt Norbert Koch schwere Geschütze gegen den Flughafen und die Lufthansa aufgefahren hatte, trat am Mittwochabend ein gut gelaunter Thomas Winkelmann vor die Presse. Auf der Terrasse des Nobel-Hotels Bayrischer Hof über den Dächern der Landeshauptstadt zog der Münchner Lufthansa-Chef Bilanz übers erste Halbjahr.

Natürlich kam er um die Koch-Schelte nicht herum. Wie berichtet, beschwert sich der Planer, von der FM Bau als Auftraggeber des Satelliten nicht nur kein Honorar mehr zu bekommen, sondern auch mit einer Mängelliste über 16,4 Millionen Euro finanziell an die Wand gedrückt zu werden.

Winkelmann gab zu, von dem Gang Kochs an die Öffentlichkeit überrascht gewesen zu sein. Vehement trat er dem Vorwurf entgegen, es handle sich um einen Schwarzbau. „Stimmt nicht!“ Das habe man auch von der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Erding, so bestätigt bekommen. Es sei „ganz normal“, dass bei einem so großen Projekt während der Bauphase Planungsänderungen notwendig seien. Diese würden gesammelt und dann nachträglich behördlich abgesegnet. So sei das auch beim Satelliten.

Allerdings kritisierte er die Seitenhiebe auf die Berliner Flughafenbaustelle. „Vergleiche in diese Richtung sind völlig deplatziert.“ Pikant: Vor allem Finanzminister und Flughafen-Chefaufseher Markus Söder hatte bei der Einweihung im April immer wieder gegen BER gestichelt.

Winkelmann bedauerte, dass nun in aller Öffentlichkeit gestritten werde. „Wer einmal ein Haus gebaut hat, der weiß, dass es immer wieder Abstimmungs- und Klärungsbedarf unter den Vertragspartnern gibt.“ Die Summe von 16,4 Millionen Euro sei im Vergleich zum Gesamtvolumen von mehr als 800 Millionen Euro „doch sehr gering und meines Erachtens nichts Außergewöhnliches“.

Winkelmann verkündete lieber Positives: „Bereits nächste Woche können wir den einmillionsten Gast im Satelliten begrüßen. So schnell geht das.“ Er sei überzeugt, „dass wir die Kapazität von elf Millionen Passagieren pro Jahr schnell erreicht haben werden“.

In diesem Zusammenhang machte er eine nebulöse Andeutung, Airlines vom Terminal 1 zum Terminal 2 locken zu wollen. Konkreter wurde er nicht. Nur so viel: „Unser großer Konkurrent Emirates wird es sicher nicht sein.“

Auch von einer zweiten schlechten Nachricht wollte sich Winkelmann in der Münchner Abendsonne nicht die gute Laune verderben lassen. Der Kranich-Chef des Südens musste zugeben, „dass der erste neue Airbus A 350 mit ein paar Wochen Verspätung kommen wird“, nämlich nicht mehr Anfang Dezember dieses Jahres, sondern voraussichtlich erst im Januar 2017. „Ich bin nicht traurig, denn im Dezember haben die Menschen etwas anderes im Sinn, als eine neue Flugzeug-Generation zu begrüßen.“ Er versicherte, dass die produktionsbedingte Verspätungen keine Konsequenzen auf den Winter-Flugplan haben werde. „So lange setzen wir die bisher genutzten Maschinen vom Typ Airbus A 340 ein.“

Als eine gute Idee lobte Winkelmann die neue Job-Akquise des Konzerns: Wer Flugbegleiter werden will, muss ein Casting durchlaufen. „Die Resonanz ist enorm.“ Allein in München würden 750 neue Leute gesucht. In der Summe würden es bald 12 000 sein.

Kritisch wurde Winkelmann nur, als es um die Erschließung des Moos-Airports ging. Gerade auf dem Schienenweg sei weiterhin unzureichend erreichbar.

Und was kommt als Nächstes: Der Gratis-Kaffee verschwindet und wird durch ein hochwertiges, aber kostenpflichtiges Getränk ersetzt. Magazine und Zeitungen gibt es demnächst Müll sparend nur noch als Download. Und: WLAN im Flieger ist keine Zukunftsmusik mehr, so Winkelmann.

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