Pistengegner unter sich: Dan Glass, Joseph Brückner, Martin Geilhufe, Tamsin Omond, John Stewart, Manfred Drobny und Christian Magerl. Foto: kaindl

Mit Sekundenkleber gegen die Startbahn

Flughafen - Nachdem sie geholfen haben, den Bau der dritten Startbahn am Londoner Flughafen Heathrow zu verhindern, wollen drei Briten nun auch die Erdinger Widerstandskämpfer unterstützen.

„In ein paar Jahren treffen wir uns noch einmal hier, und ich bin mir sicher, dass dann an dieser Stelle kein Flughafen ist“, sagte Dan Glass und deutete auf den matschigen Boden in der Nähe des Stoibermühle-Weihers. Dort plant die Flughafen München GmbH (FMG) die dritte Start- und Landebahn für den Erdinger Airport. Zusammen mit John Stewart und Tamsin Omond reiste Glass aus London an, um sich ein Bild von der Umgebung des Flughafens zu machen.

Die drei Umweltaktivisten erzählten Christian Magerl und Manfred Drobny vom Bund Naturschutz (BN) Freising sowie Joseph Brückner und Martin Geilhufe von der BN-Jugendorganisation, wie sie damals gegen die dritte Startbahn am Londoner Airport Heathrow gekämpft haben. „Wir haben uns zusammengetan und vor allem die Jugend motiviert, sich uns anzuschließen. Und wir hatten viele verschiedene Argumente“, erklärte der 62-jährige Stewart. Dazu zählten neben den Belastungen für die Umwelt und der Vertreibung der angesiedelten Menschen vor allem die wirtschaftlichen Faktoren. Mit einer unabhängigen niederländischen Beratungsfirma feilten die Startbahngegner ein wirtschaftliches Konzept aus, das zu einem der Hauptgründe für ihren Sieg wurde.

Im Mai 2010 legte die neu gewählte Regierung schließlich alle Ausbaupläne auf Eis. „Das ist auch in Deutschland möglich, die Situation ist sehr ähnlich zu der, die wir vor fünf Jahren hatten“, machte Osmond den Startbahngegnern Hoffnung. Magerl und Geilhufe präsentierten den Briten dann Fakten, „die belegen, dass die dritte Bahn nicht notwendig ist“. Die Passagierzahlen seien im Vergleich zu den letzten Jahren gesunken, außerdem sei der Flughafen im Erdinger Moos der mit den meisten innerdeutschen Flügen. „Man könnte also auch mit dem Zug fahren“, argumentierte Magerl.

Stewart, Glass und Osmond empfehlen den Bürgern, sich zu wehren. „Man darf sich nicht hinsetzen und abwarten, sondern selbst die Initiative ergreifen“, appellierte Stewart. So wie Glass, der sich damals mit Sekundenkleber an den Arm des Premierministers Gordon Brown geheftet und gesagt hatte: „Sie können mir jetzt nicht mehr weglaufen, genauso wenig, wie Sie vor dem Klimawandel weglaufen können.“

(Alexander Kaindl)

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