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Der neue Aufgemuckt-Sprecherrat (v. l.): Helga Stieglmeier, Martin Falkenberg, Doris Kraeker, Anton Speierl und Stefan Nocon.

Aufgemuckt-Mitgliederversammlung 

„Es ist sinnlos, mit CSU-Politikern zu reden“

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Freising – Elf Jahre lang hat er den Startbahn-Widerstand an vorderster Front getragen: Hartmut Binner. Am Mittwoch trat er als Sprecher von Aufgemuckt nicht mehr an. Binners Vermächtnis: Mit CSU-Politikern zu reden, das „ist sinnlos“.

„Leit’, es geht mir sauguat“, versicherte Hartmut Binner in der Aufgemuckt-Versammlung am Mittwoch in Freising. Der Mann, der sich jetzt auf seinen „zweiten Ruhestand“ vorbereitet, sprach bei seinem letzten Bericht als einer der fünf Aufgemuckt-Sprecher von einem „sehr erfolgreichen Widerstand“ in den vergangenen elf Jahren. Allein die Aufzählung aller Aktionen und Ereignisse seit der letzten Sprecherwahl im Sommer 2014 zeigte, wie bewegt die Geschichte des Startbahn-Widerstands ist.

Dabei zog nicht nur Binner Konsequenzen aus der jüngsten Regierungserklärung von Ministerpräsident Horst Seehofer, in der der den Bedarf für eine dritte Startbahn postuliert hatte: „Es ist sinnlos“, mit Vertretern der Staatsregierung zu reden. Denn der Fraktionssprecher der CSU im Landtag, Thomas Kreuzer, sei in Binners Augen „die Oberbetonwand“. Am Ende seines Berichts erhoben sich die rund 60 Anwesenden und spendeten Binner minutenlangen Applaus. Binner: „Ich habe eine Gänsehaut.“

Neben Binner trat auch Gerhard Müller-Starck nicht mehr an. Sieben Bewerber gab es dann für die weiterhin fünf Sprecherposten: Von den 33 Stimmberechtigten erhielt Helga Stieglmeier aus Erding, die seit neun Jahren im Sprecherrat ist, 30 Stimmen. Anton Speierl aus Dachau, der seit sieben Jahren Aufgemuckt-Sprecher ist, bekam 28 Stimmen, ebenso wie Stefan Nocon aus Freising, der neu im Gremium ist. 27 Stimmen erhielt Doris Kraeker aus Erding, die schon viele Jahre Aufgemuckt-Sprecherin ist. 21 Stimmen entfielen auf Martin Falkenberg aus Berglern. Gescheitert sind Michael Stanglmaier, Bürgermeister und Kreisrat aus Moosburg (20 Stimmen), sowie Hans-Georg Geppert (3). Claudia Kammerloher bleibt Schatzmeisterin.

Die Kehrtwende des Ministerpräsidenten war natürlich auch Thema: Stieglmeier sagte, jetzt wisse man wenigstens, dass man die Kräfte und Aufmerksamkeit abermals auf München konzentrieren müsse, wo es zu einem Ratsbegehren oder zu einem neuerlichen Bürgerentscheid kommen dürfte. Katharina Schulze, Grünen-Landtagsabgeordnete und Sprecherin des Münchner Bündnisses gegen die Startbahn, war zur Versammlung gekommen. Sie erklärte, von den Äußerungen Seehofers „geschockt“ und wegen des „eiskalten und deshalb unmöglichen Verhaltens des Ministerpräsidenten wütend zu sein“. Aber das schon 2012 beim Münchner Bürgerentscheid gegen die dritte Startbahn erfolgreiche Bündnis sei „startklar und schlagkräftig“, versicherte Schulze den Aufgemuckt-Mitgliedern.

Andreas Beschorner

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