Kräftig eingeschenkt: FMG-Chef Michael Kerkloh (l.) und Allresto-Chef Gerhard Halamoda (r.) waren begeistert vom Duo Ingo Anspach und Wolfgang Krebs (v. l.). F.: pir

Starkbierfest im Airbräu: Flora und Sauna - Erding blüht auf

Flughafen - „Das war um Längen besser als der Nockherberg“, sagte OB Dieter Thalhammer. Dabei bekamen beim Starkbieranstich am Mittwochvormittag gerade die Freisinger Politiker ihr Fett weg.

Der Aviator, das Starkbier des Airbräu, fließt zwar, wie Allrestochef Gerhard Halamoda gestand, schon länger. Aber kräftig eingeschenkt wurde erst am Mittwoch. Flughafensprecher Ingo Anspach hatte, unterstützt vom Regionalbeauftragten Rudolf Strehle, Wolfgang Krebs eine Rede auf den Leib geschrieben, die der Kabarettist in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber noch veredelte. Der erinnerte nochmal daran, dass schon im Vorfeld der OB-Wahlen der gesamte Freisinger Stadtrat ordentlich durchgeschüttelt worden sei. Gerade bei der CSU seien die Nerven blank gelegen. „Wann immer während der Ausschuss-Sitzungen jemand fragte, ob er mal kurz austreten dürfe, waren die Fraktionsvorsitzenden kurz vor einen Herzkasper.“

OB seit Aushärtung

der Erdkruste

Stoiber vermutete, dass Freising wenig Erfahrungen mit OB-Wahlen habe, denn Dieter Thalhamer sei ja gerüchteweise gleich nach dem Krieg von den Amerikanern eingesetzt oder vielleicht sogar schon Stadtchef seit der Aushärtung der Erdkruste. Thalhammers Zukunft sieht Stoiber im Vatikan: Mit 69 Jahren sei dieser zwar zu alt für einen bayerischen OB, als Kirchenoberhaupt aber gerade erst aus der Krabbelgruppe. „Für seine Kandidatur braucht er nur noch die Unterstützung des neuen Ayatollahs vom Domberg, Monsignore Boeck.“

Dass CSU-Mann Rudi Schwaiger bei der Wahl durchgefallen war, war für den „Ministerpräsidenten der Herzen“ keine Überraschung: „Ihm wurde übel genommen, dass er öffentlich über einen Plan B nachdachte, also für den nicht völlig auszuschließenden Fall, dass die dritte Startbahn womöglich doch noch kommen könnte. Für so viel politischen Pragmatismus gibt’s in Freising traditionell eins auf die Mütze.“ Noch niemals in seiner über tausendjährigen Geschichte sei Freising von einem CSU-Politiker regiert worden. Die einzige Chance bestehe darin, „dass man kurz vor Erreichen der Ziellinie das Parteihemd abwirft“.

Dass auch Erding bald eine große Kreisstadt werden könnte und Bürgermeister Gotz zum „Obergotz, äh Oberbürgermeister quasi automatisch upgegradet wird“, sei wiederum blöd für die Freisinger, die „viel lieber auch künftig auf die Erdinger herabschauen würden, wie sie dies seit Generationen mit großer Hingabe tun“.

„Aus die Maus“

bei Müller-Brot

Aber das werde ohnehin immer schwieriger für die Freisinger, weil die Erdinger ihnen dauernd irgendwelche Erfolgsmeldungen um die Ohren hauen. So seien die Erdinger Hotels mittlerweile zu 68 Prozent ausgelastet, Freising nur zu 41 Prozent. Der Ersatz-Stoiber: „Offenbar ist die besondere Erdinger Mischung aus Weizen und Wellness beziehungsweise Flora und Sauna noch attraktiver als die beliebten Freisinger Lichterzeichen.“

Auch das dunkle Kapitel Müller-Brot beleuchtete der Kabarettist. Landrat Michael Schwaiger habe die Neufahrner Großbäckerei schließen lassen, „nachdem die Artenvielfalt dort das Niveau eines tropischen Regenwaldes erreicht hatte“. Der Unterschied zwischen dem FMG-Konzern und dem Müller-Konzern sei: „Der FMG-Konzern hat halt einen Halamoda und Müller hatte nur eine Moderhalle ... Deshalb hieß es dann auch für das Unternehmen ,Aus die Maus‘“. Aber womöglich eigne sich die Location für die nächsten Staffeln des Dschungelcamps.

Schwaigers Kollege in Erding, „der ehemalige Leistungspflüger Martin Bayerstorfer“, hatte kürzlich zu einer großen Verkehrskonferenz Ewald Schurer nicht eingeladen. Dass der SPD-Bundestagsabgeordnete dennoch kam, war für Stoiber keine Überraschung: „Bei Sachen, wo nichts rauskommt, ist der Schurer immer ganz vorn mit dabei.“

Und dann verriet er noch, dass MAA zwar für Munich Airport Area steht, aber auch das Kürzel für die Selbsthilfegruppe „Megareiche Airport Anrainer“ sein könnte. In Oberding denke man gerade wieder darüber nach, „wie sich neun Millionen Euro Gewerbesteuer auf gut 5000 Einwohner verteilen lassen“. Und die neue Realschule sieht Stoiber als Anfang eines neuen Masterplans, an dessen Ende dann in einigen Jahren zweifellos die Eröffnung der Elite-Universität Oberding stehen dürfte: „Oxford, Harvard, Overthing - man wird diesen Dreiklang in Zukunft sicher öfter hören.“

Mit dem Transrapid

zum Businesspark

Das käme auch dem Nachbarn Hallbergmoos zugute, der zurzeit ähnliche Sorgen wie Oberding habe (23 Millionen Euro Gewerbesteuer bei knapp 10 000 Einwohnern). Stoiber verriet: „Bürgermeister Klaus Stallmeister besteht nicht mehr auf seinem zweiten S-Bahn-Halt in Hallbergmoos, der denkt mittlerweile ebenfalls in größeren Dimensionen. Gemeinsam mit mir will er eine Transrapidverbindung zwischen Hallbergmoos und dem Munich Airport Businesspark durchsetzen.“ Und dann hob der Ersatz-Stoiber ganz euphorisch ab: „Und wenn Sie dann, meine Damen und Herren, quasi in zehn Sekunden vom Hauptbahnhof in Hallbergmoos direkt in den Businesspark hinein fahren...“.

Der Rest ging im Applaus unter. Die Lokalpolitiker lobten den Auftritt - zumindest die aus dem Kreis Erding. Aus Freising wurde bis auf OB Thalhammer niemand gesehen.

Aber nicht nur die Lokalprominenz nahmen Wolfgang Krebs alias Edmund Stoiber und sein Autor Ingo Anspach aufs Korn. Der „bessere Stoiber“ (Allresto-Chef Gerhard Halamoda) erklärt uns die Welt:

Zum Weltuntergang: Die Maya - eine frühe Form der Ratingagenturen lateinamerikanischer Prägung - haben unserem Planeten für den 21. Dezember 2012 eine drastische Herabstufung in Aussicht gestellt, quasi von AAA auf Ursuppe an einem einzigen Tag.

Zur Währungsgemeinschaft: „Wir brauchen keine harte Mark, solange wir eine harte Merkel haben.“

Zur Europäischen Union: Ich plädiere für den dauerhaften Verbleib Deutschlands in der Eurozone, die allerdings mittelfristig auf das Staatsgebiet Deutschlands verkleinert werden muss. Wobei man darüber reden sollte, ob jetzt auch Bremen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland unbedingt...“

Über die Bundespräsidentskandidaten: Hier tritt ein Zweiundsiebzigjähriger gegen eine Dreiundsiebzigjährige an. Ist das Schloss Bellevue überhaupt auf die besonderen Anforderungen des „betreuten Wohnens“ eingerichtet?

Zu den Landtagswahlen 2013: Die bayerischen Spezialdemokraten schlagen einen ganz neuen Weg ein, jahrzehntelang haben sie bei den Landtagswahlen konsequent und erfolgreich auf Öde gesetzt, jetzt probieren sie es mit Ude.

Über Hubert Aiwanger: So ein bodenständiger Niederbayer, der mit Hilfe unserer Hanns-Seidel-Stiftung lesen und schreiben gelernt hat, der würde sich im Zweifelsfall niemals einer sozialistisch dominierten rot-grünen Revolutionsregierung anschließen.

Über die Grünen: Die sind weltweit gegen jedes Verkehrsprojekt, weil sie im Grunde schon die Erfindung des Rades für einen Schritt in die falsche Richtung hielten.

Über den neuen Berliner Flughafen: Nein, der neue Willy-Brandt-Flughafen wird kein Drehkreuz und auch kein Hub, der wird nicht mal ein Häppchen.

(pir)

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