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Bestens gelaunt nach einer glanzvollen Rede (v. l.): Allresto-Geschäftsführer Gerhard Halamoda, Autor Ingo Anspach, Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber und FMG-Chef Michael Kerkloh.

Stoibers Starkbieranstich am Flughafen

Aviator-Anstich: Der Buchstabenverwechsler dreht auf

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Flughafen - Es gibt viele, für die ist der Nockherberg nur das Vorglühen für die Airbräu-Tenne. Auf den Salvator folgte gestern der Aviator. Serviert wurde das Starkbier mit einer ebenso gehaltvollen Rede Edmund Stoibers, herausragend imitiert von Wolfgang Krebs.

Wasser ins Starkbier goss nur die Nachricht aus Leipzig, dass die Kommunen mit ihrer Klage gegen das Startbahnurteil gescheitert waren. Doch die Stimmung vermiesen lassen wollte sich keiner der Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte sowie viele andere Gäste, die Allresto-Geschäftsführer Gerhard Halamoda begrüßte. Er erinnerte an Aufzeichnungen aus Klöstern, denen zufolge die Mönche bis zu zehn Maß Starkbier am Tag genossen hätten. „Als Wirt kann ich nur empfehlen: Folgen Sie dem guten Beispiel“.

Gebraut hat den Aviator Rene Jacobsen, der den Trunk mit 18 Prozent Stammwürze und 6,8 Prozent Alkohol sowie erstmals mit Rauchmalz gebraut vorstellte und dann das erste Fassl anzapfte.

Der Bayerische Defiliermarsch, intoniert von den „Lustigen Holledauern“ war der Startschuss für ein Feuerwerk aus verschwurbelten Sätzen, verwechselten Buchstaben und Wortdrehern. Das kann keiner besser als Wolfgang Krebs, der in der legendären Rolle als Edmund Stoiber fast schon zum Airport-Inventar gehört. Mit FMG-Pressechef Ingo Anspach als Autor bildete der Kabarettist wieder ein kongeniales Duo.

Das erste lokale rhetorische Glanzlicht setzte Stoiber mit seinen Bemerkungen über (die nicht anwesende) Umweltministerin Ulrike Scharf. „Das Bus . . -Wunder aus Thalheim hat Erding elf Jahre nach Hans Zehetmair wieder an die Regierung gebracht.“ Er widersprach Kritikern, Scharf sei fachlich nicht geeignet. „Als langjährige Wasserwachtel, äh Wasserwacht-Chefin hat sie sich immer wieder mit natürlichen Ressourcen beschäftigt“.

Den Streit um einen dritten Konzertsaal in München übertrug Stoiber auf den Flughafen. FMG-Boss Michael Kerkloh riet er: „Bauen Sie eine Ihrer großen Wartungshallen zum neuen Konzertsaal um. Machen Sie diesen Flughafens zu Bayerns Ohr zur Welt, dann werden die Münchner Ihnen auch die nächsten drei Startbahnen durchgehen lassen.“

Nicht entgangen ist dem Ministerpräsident a. D. auch der stattliche Hirsch, der sich vor ein paar Tagen an den Flughafen verirrt hatte. Die Lufthansa, will Stoiber gehört haben, sei irritiert gewesen, „weil sie sich bekanntlich für den einzigen Platzhirsche n hier hält“. Narkotisierung und Abtransport des Hirschen in die Isarauen führte Stoiber zu der Frage, ob man mit streikenden Piloten nicht ähnlich verfahren könne.

Ungewöhnlich viel Lob gab es heuer für Freising. Stoiber listete all die Bauprojekte in der Domstadt auf, um dann eine Erklärung dafür zu liefern: „Freising unternimmt gerade den Versuch, sämtliche Baumaschinen Mitteleuropas zu binden, so dass Baumaßnahmen am benachbarten Flughafen schon mangels Gerät nicht mehr möglich sind.“

Der hochwasserbedingte General-Baustopp in Erding trieb den Ex-Regierungschef nicht minder um. Er wünschte den Erdingern eine schnelle Lösung, „damit sie ihr Sinnflut-Festival auch in Zukunft feiern können, ohne sich dem Vorwurf der Geschmacklosigkeit auszusetzen“. Insgesamt habe das Wasser Erding zuletzt aber Glück gebracht, so Stoiber in Anspielung auf die florierende Therme. Er erwähnte die acht neuen Rutschen und wandte sich Kerkloh zu: „Das muss für Sie ziemlich seltsam klingen, aber wenn die Erdinger Therme neue Bahnen in Betrieb nimmt, freut sich die ganze Region“. Dank des neuen Hotels bestehe zudem die Möglichkeit, im Dschungelcamp zu übernachten.

Als nächstes nahm sich Stoiber Erdings Landrat Martin Bayerstorfer und dessen Kampf gegen den Ausbau der Flughafenklinik vor. Er warnte vor einer neuen Pegieda: „Patriotische Erdinger gegen irgendwelche Erweiterungen der Airportklinik“. Kurios sei auch Bayerstorfers Klagedrohung gegen die Staatsregierung wegen der Windrad-Abstandsregelung. „Irgendwann wird er feststellen, das ein bisschen Abstand zur zentralen Windkraftanlage der Staatsregierung auch von Nutzen sein kann.“

Bilder: Stoibers Starkbieranstich am Airport

Angesichts des Trassenstreits um die B 15 neu kam Stoiber zu dem Schluss: „Man könnte meinen, es geht nicht um die B 15 neu, sondern um 15 neue Bundesstraßen. Um den S-Bahn-Ringschluss kam er natürlich wieder nicht herum. Angesichts des Streits um die unterirdische Gleisführung durch Erding meinte er bedauernd: „Es gibt immer noch keinen Tunnel am Ende des Lichts“.

An den Toren auf Erdinger Kreisverkehren störte sich Stoiber nicht. Er ist überzeugt, bald könnte die „Kunst am Stau, äh Bau zur Wahl des Tors des Monats führen“.

Hans Moritz

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