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Winterstimmung am Flughafen – ein Flugzeug wird enteist.

JAHRESBILANZ

Trotz Rekord: Flughafen rutscht in Rangliste ab

München – Einen Tag nach der Deutschen Flugsicherung hat der Flughafen München eigene, fast identische Jahreszahlen für 2016 herausgegeben. Er verzeichnet einen neuen Passagierrekord, rutscht aber im innereuropäischen Vergleich ab.

Der Flughafen ist wieder auf Wachstumskurs – diesen Eindruck vermitteln die gestern von der Flughafen GmbH (FMG) herausgegeben Zahlen. Die Zahl der Reisenden stieg auf 42,3 Millionen, ein Plus von 3,1 Prozent. Umsteiger am Drehkreuz werden dabei wie international üblich doppelt gezählt – einmal für Ankunft, einmal für Abflug. Der Luftfracht-Umschlag stieg um 5,2 Prozent. Die Zahl der Flugbewegungen inklusive Kleinflugzeuge und Hubschrauber kletterte auf 394 430 – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 3,8 Prozent. Eben diese Prozentzahl hatte auch die Deutsche Flugsicherung am Dienstag herausgegeben (wir berichteten). Die Zahl der Flugbewegungen ist für die Diskussion über die 3. Startbahn besonders interessant. Der Flughafen verweist darauf, dass ohne den Lufthansa-Streik das Wachstum der Flugbewegungen noch höher gewesen wäre – nämlich 4,6 Prozent. 3000 Flüge seien gestrichen worden. „Die Mobilitätsnachfrage“ steige kontinuierlich, wird Flughafen-Chef Michael Kerkloh zitiert.

Der Freisinger Grünen-Abgeordnete Christian Magerl rechnet etwas anders als die FMG. 3,1 Prozent Passagierwachstum sei weniger als 3,8 Prozent Flug-Wachstum, sagt er. Daraus folge, dass der Sitz-Lande-Faktor am Flughafen München gesunken ist – die Flugzeuge seien zu wenig ausgelastet. „Das wird sich auf lange Sicht so nicht halten lassen“. Der Flughafen liege bei der Passagierzahl nun 1,4 Prozent unter den vom Startbahn-Gutachter Intraplan vorhergesagten Wert. Die 394 000 Starts und Landungen im Jahr 2016 seien im Übrigen „reichlich 4000 weniger als im Jahr 2005“ – damals hatte die Startbahn-Diskussion begonnen. Den bisherigen Höchststand erreichte der Flughafen 2007 und 2008: jeweils 432 000 Starts und Landungen. Die dritte Startbahn ist weiterhin nicht notwendig, erklärt Magerl. Im europäischen Vergleich ist der Flughafen, gemessen am Passagieraufkommen, von Platz sieben auf Platz neun abgerutscht – die Airports London-Gatwick und Barcelona zogen vorbei.

Der Flughafen München setzt darauf, dass das Wachstum 2017 anhält. Kerkloh nannte die schon bekannte Zielmarke von plus vier Prozent Steigerung bei den Flugbewegungen. Wachstumsbringer ist dabei der Verkehr nach Übersee – Nordamerika und Asien (plus 6,8 Prozent im vergangenen Jahr). Das Gros der Passagiere (25,8 Millionen (plus vier Prozent) fliegt indes innereuropäisch.

Im innerdeutschen Verkehr gab es eine leichte Steigerung von 0,5 Prozent auf rund zehn Millionen Fluggäste. Fast jeder vierte Reisende hat also ein Ziel, das auch mit der Bahn zu erreichen wäre. Das spiegelt sich auch in den begehrtesten Flugzielen wieder: Auf Platz 1 liegt Berlin (2,03 Millionen Passagiere Ankunft/Abflug zusammengerechnet), dahinter folgt Hamburg (1,8 Mio.), auf Rang drei London (1,63 Mio.)

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