Umlandbefragung im Münchner Norden

Umfrage: 80 Prozent sehen Flughafen-Ansiedlung positiv

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München – Zum vierten Mal hat der Flughafen Bürger im Umland gefragt, was sie von ihm halten. Kritik gibt es an Anbindung und Fluglärm - und indirekt an der geplanten dritten Startbahn. 

Eine Umfrage hat ergeben, dass die meisten Bewohner in der Flughafen-Region sich mit dem Franz-Josef-Strauß-Airport arrangiert haben. 80 Prozent der Befragten in 43 Gemeinden erklärten, die Ansiedlung des Flughafens sei aus ihrer Sicht „sehr positiv“ oder zumindest „überwiegend positiv“.

Das ist ein Ergebnis der Umlandbefragung, die der Flughafen nunmehr zum vierten Mal durchgeführt hat. Das Institut TNS Infratest hatte knapp 2500 Bürger befragt. Flughafen-Chef Michael Kerkloh ist mit den Resultaten zufrieden: „Natürlich wurde der Airport am neuen Standort anfangs als Fremdkörper wahrgenommen“, erklärte er bei einer Vorstellung der Umfrage vor Bürgermeistern. „Aber das ist lange her. Für die vielen jungen Leute, die heute hier leben, ist unser Flughafen längst ein Stück Heimat.“

Besonders hervorgehoben wird vom Flughafen, dass knapp zwei Drittel der Befragten auch die Entwicklung zu einem Drehkreuz, also einem Umsteiger-Flughafen mit einer hohen Anzahl an Zubringer-Flügen, als positiv bewerten. In der Diskussion um die dritte Startbahn wird die Drehkreuz-Funktion häufig kritisiert. 87 Prozent der Befragten sagte in der bereits im Mai/Juni 2015 durchgeführten Umfrage, dass die bayerische Wirtschaft vom Drehkreuz profitiere.

Kritik am Fluglärm

Die Umfrage zeigt außerdem, dass der Flughafen von der Mehrheit der Anwohner auch selbst genutzt wird. Mehr als die Hälfte gab an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal als Fluggast unterwegs gewesen zu sein. Der Anteil ist weit höher als der Durchschnittswert für Deutschland (29,3 Prozent). Gründe für den hohen Anteil an Fluggästen bei den Anwohnern sieht die Umfrage im Zuzug „entsprechend mobiler Bevölkerungsgruppen“, aber auch im schlichten Umstand, dass die Anfahrt zum Flughafen kurz ist. 

Allerdings wird durch 45 Prozent der Befragten moniert, dass es bei der Anbindung mit Bus und S-Bahn Verbesserungsbedarf gibt, wobei es hier deutliche Unterschiede gibt, wenn man nach Regionen differenziert. 74 Prozent der Erdinger Landkreis-Bürger wünschen sich eine verbesserte Anbindung ihres Wohnorts mit Bus und S-Bahn, aber nur 38 Prozent der Freisinger.

Kritik wird auch am Fluglärm laut. Nur 12 Prozent der Befragten gaben an, dass sie der Fluglärm „gar nicht“ störe. „Sehr stark“ oder „stark“ stört hingegen 57 Prozent der Freisinger Landkreis-Bürger der Fluglärm, im Erdinger Kreis sind es 53 Prozent.

Nach der dritten Startbahn wird nur umständlich gefragt

Die Einstellung zur geplanten dritten Startbahn fragte der Flughafen nicht direkt ab, doch wird deutlich, dass die Flugpiste in der Region bei einer Abstimmung keine Chance hätte. Die Interviewer fragten etwas umständlich danach, wie der Befragte die weitere Flughafen-Entwicklung „inklusive Kapazitätserweiterung wie etwa durch eine 3. Start- und Landebahn“ persönlich beurteile. 58 Prozent sehen das „sehr negativ“ oder „überwiegend negativ“. Auch hier gibt es ein regionales Gefälle: Im Landkreis Freising sind 65 Prozent der Befragten gegen diese Kapazitäts-Erweiterung, im Landkreis Erding 56 Prozent. Nur elf Prozent (Freising) bzw. 16 Prozent (Erding) sehen das „sehr positiv“.  

Rubriklistenbild: © dpa

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