Dritte Startbahn 

Verbände und Wirtschaft erhöhen den Druck

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Flughafen – Politisch bleibt der Weg zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen vorerst blockiert. Der kleinste Gesellschafter der Flughafen Mümchen GmbH (FMG), die Landeshauptstadt, sieht derzeit keinen Bedarf, die Bürger derzeit noch einmal abstimmen zu lassen.

Nun baut die Wirtschaft Druck auf. 200 Unternehmen und Verbände gehören mittlerweile der Initiative „Gut für Bayern“ an. In einer gemeinsamen Erklärung drängen die Befürworter auf eine baldige Realisierung: „Für Bayerns Wirtschaft ist der Flughafen München ein entscheidender Standortfaktor und zuverlässiger Wirtschaftsmotor.“ Zudem, so heißt es auf der Plattform weiter, sichere er zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region.

„Verzicht hätte gravierende Folgen“

Neu in der Runde ist die Deutsche Bahn, was vor allem bei den Startbahngegnern für Stirnrunzeln sorgt (wir berichteten), gelten Bahn und Flugzeug doch gerade auf dem innerdeutschen Markt als Konkurrenten. Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat, erklärt hingegen: „Moderne Mobilität bedeutet, schnell, bequem und umweltfreundlich ans Ziel zu kommen. Über verschiedene Verkehrsträger hinweg geht es um ein Reiseerlebnis mit hoher Qualität – ob im ICE, der S-Bahn oder dem Airbus.“ Leistungsfähige Infrastruktur für Schiene, Straße und Luftverkehr seien die „Herzschlagadern der Region“.

Auch die Wirtschaftsverbände, darunter IHK und Handwerkskammern, der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft sowie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband stehen hinter der dritten Piste. Sie verweisen auf die „große Bedeutung für den Tourismus. Vor allem in ländlichen, oftmals strukturschwachen Regionen können dadurch Arbeits- und Ausbildungsplätze, Einkommen und Zukunftsperspektiven gesichert und geschaffen werden“.

Auch die IHK für München und Oberbayern hat sich einmal mehr hinter das Vorhaben gestellt. „Nachdem das Baurecht vor mehr als einem Jahr höchstrichterlich bestätigt wurde und die Flugbewegungen deutlich steigen, sind weitere Verzögerungen nicht nachvollziehbar“, sagt IHK-Präsident Eberhard Sasse. „Wir müssen Oberbayern stark halten. Denn „ein Verzicht hätte gravierende Folgen für die Wirtschaft. Ohne dritte Bahn würde der Job- und Wachstumsmotor Flughafen ins Stottern geraten und seinen Rang als leistungsfähiges Drehkreuz im internationalen Luftverkehr verlieren.“

„Demokratischer Geisterfahrer“

Aufgemuckt, das Aktionsbündnis gegen die dritte Bahn, sieht hingegen keinerlei Handlungsbedarf. „Wir bedanken uns beim Münchner OB Dieter Reiter für seine Standhaftigkeit“, schreibt Helga Stieglmeier vom Sprecherrat. Denn der SPD-Politiker verlange „weiterhin eine Trendwende am Flughafen in Form von tatsächlich eingetretenen deutlichen Steigerungen der Flugbewegungen über mehrere Jahre“. Und selbst dann müsse erst ein weiterer Bürgerentscheid erfolgen. Zwar finde derzeit ein Wachstum statt. „Allerdings sind die Zahlen immer noch meilenweit von den Rekordjahren 2007 und 2008 entfernt“, so Stieglmeier.

Heftige Kritik übt Aufgemuckt an Erwin Huber. Der CSU-Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Landtag hatte nach Reiters Nein angekündigt, das Projekt notfalls auch gegen den Willen der Stadt München durchzudrücken. Stieglmeier bescheinigte Huber: „Damit outet er sich einmal mehr als demokratischer Geisterfahrer.“

Hans Moritz

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