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Zieht die Blicke magisch an: eine Boeing 747 der US-Regierung. Das Bild stammt aus dem vergangenen Jahr. Aber auch heuer werden Flugzeugfans einiges zu sehen bekommen.

Vor der 54. Münchner Sicherheitskonferenz

Der Ansturm der Mächtigen auf den Flughafen

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Ausnahmezustand herrscht ab kommender Woche wieder am und um den Münchner Flughafen. Doch es ist nicht der Fasching, sondern die 54. Münchner Sicherheitskonferenz vom 16. bis zum 18. Februar.

Flughafen - Bei dem Treffen der Mächtigsten der Welt spielt der Moos-Airport neben dem Hotel Bayerischer Hof eine zentrale Rolle. Denn hier landen und starten die politischen Köpfe. Vor der SiKo hat der Flughafen für sein Magazin Motion viele interessante Daten und Fakten von dem Gipfeltreffen 2017 zusammengetragen.

Zusätzlich zum regulären Flugverkehr wurden 200 Starts und Landungen gezählt, die mit der SiKo in Verbindung standen. Deren Zahl steigt. Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor waren es noch 90 Bewegungen gewesen. Laut einem FMG-Sprecher dürfte heuer die 200er-Marke geknackt werden.

„Leicht zu planen ist das für den Flughafen nicht. Denn viele Politiker warten, welche Teilnehmer wann zusagen und melden sich dann erst spät an“, heißt es in Motion. Im Erdinger Moos rechnet man heuer mit Kanzlerin Angela Merkel, offen ist aber, ob sie dann auch wirklich kommt. Die heiße Phase beginnt wenige Tage vor dem SiKo-Wochenende, wenn alle Sonderflüge koordiniert werden müssen.

Die Polit-Promis müssen nicht wie andere Passagiere durch die Fluggastbrücken ins Terminal. Ihnen wird buchstäblich der rote Teppich ausgerollt. Landet beispielsweise die Air Force One des US-Präsidenten, misst der Läufer 40 Meter.

Viel Arbeit wartet auf das 35-köpfige VIP-Team unter der Leitung von Ludwig Krämer. Voriges Jahr wünschten 600 SiKo-VIPs die Sonderbehandlung – zusätzlich zu den sonst üblichen täglichen 100 Passagieren, die den VIP-Wing aufsuchen. Das Bequeme daran: Die Promis werden mit einer Limousine vom Flieger geholt und wieder zurückgebracht. An der Kofferausgabe müssen sie natürlich auch nicht warten.

Um Gäste, Gepäck und teilweise auch Fahrzeuge aus- und wieder einzuladen, stellen die Bodenabfertiger in erster Linie vor den Wartungshallen an der südlichen Start- und Landebahn, an denen die Regierungsmaschinen ankommen, zusätzlich 20 Geräte bereit, darunter Treppen, Hublifter und Bodenstromgeräte.

Nach München geht es dann freilich nicht mit der S-Bahn, sondern wiederum in edlen, oft gepanzerten Limousinen. Die Mächtigsten der Welt müssen besonders geschützt werden, sie bewegen sich in Kolonnen durchs Land. 162, die sich aus 993 Fahrzeugen zusammensetzten, waren es vor einem Jahr. Sicherheitsmanager Lothar Frühsammer ist überzeugt: „Heuer werden es sicher nicht weniger werden.“ Ein stressiges Wochenende hat deswegen auch die Polizei vor sich, die die Eskorten absichern muss.

Die SiKo-Verantwortlichen am Flughafen hätten nichts dagegen, wenn der Winter noch bis nach 18. Februar auf sich warten ließe. Schon gar nicht Thomas Wowsnik, Leiter der Vorfelddienste. Denn schneit es, müssen nicht nur Rollwege und Startbahnen von Schnee und Eis befreit werden, sondern auch die Abstellflächen der Sonderflieger. Nur gut, dass sie am Moos-Airport schon reichlich Erfahrung mit der SiKo haben.

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