vor gericht 

Mietwagendiebe am Flughafen

Auf betrügerische Autoanmietungen an europäischen Flughäfen hatte sich eine serbische Bande spezialisiert. Kaum war eines der Mitglieder, ein Belgrader Lebensmittelhändler, aus österreichischer Haft entlassen, handelte er sich jetzt bei der 2. Strafkammer des Landshuter Landgerichts eine weitere Freiheitsstrafe von drei Jahren ein.

Flughafen/Landshut – Laut Anklage hatte sich im Juni 2014 ein halbes Dutzend serbischer Staatsangehöriger zu einer europaweit agierenden Bande zusammengeschlossen. Die Komplizen ergaunerten bis Ende 2015 an europäischen Flughäfen hochwertige Autos durch betrügerische Anmietungen. Die Wagen wurden dann in Osteuropa versilbert.

Bei den Mietwagenfirmen tauchten die Serben jeweils in wechselnder Besetzung auf. Noch vor dem jeweils vereinbarten Rückgabetermin wurden die Fahrzeuge als gestohlen gemeldet. Dafür hatten die Bandenmitglieder immer die selbe Geschichte auf Lager: In einem Lokal habe ein Unbekannter die Jacke mit dem Autoschlüssel gestohlen und sei damit abgedüst.

Dem Lebensmittelhändler wurden insgesamt vier betrügerische Anmietungen vorgeworfen, drei davon bei verschiedenen Firmen am Mietwagenzentrum am Münchner Airport. Dort ging es um einen Mercedes 204 K im Wert von 42 000 Euro, einen BMW 520 D Touring und einen Daimler Benz GLC 220 D im Wert von jeweils 45 000 Euro.

Der 44-Jährige war zuvor bereits in Österreich mit der gleichen Masche aktiv gewesen und deshalb auch im Nachbarland für zwei betrügerische Anmietungen zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt worden. Davon musste er 14 Monate absitzen, ehe er im Juni ausgeliefert wurde. Bereits in Österreich war er auf die bayerischen Fälle angesprochen worden – und leugnete auch noch, als ihm Überwachungsbilder vorgelegt wurden.

In einem Verständigungsgespräch zum Prozessauftakt wurde dem Angeklagten nun eine Freiheitsstrafe von „um die drei Jahre“ in Aussicht gestellt – allerdings nur bei einem umfassenden Geständnis. Das lieferte der 44-Jährige dann auch und fügte an, ihm komme es darauf an, möglichst schnell zu seiner Frau und seinem Kind zurückzukehren, das während seiner Haft in Österreich geboren worden sei. 

Walter Schöttl

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