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Schöne neue Flughafenwelt: Auf dem Vorfeld des Terminal 2 entsteht ein neues Fluggastgebäude („Satellit“), von dem die FMG gestern diese Computersimulation veröffentlichte.

Zielmarke Frankfurt: Rekordzahlen am Flughafen

München - Neue Rekordzahlen meldet Münchens Flughafenchef Michael Kerkloh. Er blickt selbstbewusst zum Branchenprimus nach Frankfurt.

Michael Kerkloh hat den Rhein-Main-Flughafen im Visier: „Unser Plan ist die Frankfurter Größe mit Münchner Qualität.“ Den Zahlen nach zu urteilen, die der Münchner Flughafenchef gestern im Presseclub präsentierte, ist der Airport diesem Ziel ein Stück näher gekommen.

17,9 Millionen Passagiere im ersten Halbjahr bedeuten einen Zuwachs von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Starts und Landungen erhöhte sich um 9,2 Prozent auf 202 000. Damit liege diese Zahl nur auf dem Stand von 2006, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen im Bayerischen Landtag, die der Flughafen München GmbH (FMG) Schönfärberei vorwerfen. Christian Magerl: „Im Juni gab es sogar einen Rückgang von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“

Selbst ohne die Flugausfälle des Vorjahres, die auf die Aschewolke, extreme Witterungsbedingungen und Streiks zurückgingen, bliebe in der bereinigten Statistik ein Wachstum von 6,5 Prozent bei den Passagieren und drei Prozent bei den Flugbewegungen, hält Kerkloh dagegen. Fürs Gesamtjahr geht der Geschäftsführer der FMG von einem Gesamtpassagieraufkommen von über 37 Millionen aus. Damit liege man bereits bei 70 Prozent der Passagierzahlen, die der Frankfurter Flughafen aufweise. Bei der Zahl der Flugbewegungen sei man sogar schon bei 85 Prozent. In den nächsten Jahren würden die Hessen allerdings ihren Vorsprung wieder ausbauen. Die neue Landebahn (Kerkloh: „Diese halbe Bahn“), die im Herbst in Betrieb genommen wird, werde dafür sorgen, dass der Verkehr in Frankfurt „kontinuierlich, aber nicht besonders sprunghaft“ steigen werde. Dagegen sei München schon heute täglich an acht bis zehn Stunden dicht. „Deshalb bleiben bereits heute viele mögliche Verbindungen auf der Strecke“, erzählt der FMG-Boss von der erfolglosen Akquise neuer Ziele in Großbritannien, Skandinavien oder Südamerika. Deshalb sehnt er die dritte Startbahn herbei, über die die Regierung von Oberbayern zwar noch nicht entschieden hat, die er aber 2015 in Betrieb nehmen will. Die Kosten („Es ist völlig klar, dass wir das Geld haben“) bezifferte er auf eine Milliarde Euro, wovon nur die Hälfte für die eigentliche Bahn benötigt werde. Weitere 800 Millionen kostet der Terminalsatellit, den die FMG gemeinsam mit der Lufthansa finanziert.

Sechs Millionen Euro zahlt der Airportbetreiber für ein zweites, 16 000 Quadratmeter großes Speditionsgebäude, womit sich die bisherige Gesamtfläche verdoppelt. Die Halle sei bereits jetzt komplett vermietet. Denn die Luftfracht boomt weiter. Die Rekordzahlen vom ersten Halbjahr 2010 seien mit 145 000 Tonnen geflogener Fracht erneut um 14 Prozent getoppt worden. Um 26 Prozent erhöhte sich sogar das Passagieraufkommen in die so genannten BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Insbesondere Brasilien hat es Kerkloh angetan. „Da kribbelt’s richtig. Da kommen jetzt die Fußball-WM und Olympia.“ Apropos Olympia: Mit drei Millionen Euro hatte die FMG als nationaler Förderer die Münchner Bewerbung unterstützt. Kerkloh ließ offen, ob der Flughafen auch die Bewerbung 2022 unterstützen würde.

Dieter Priglmeir

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