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Dieser ehrwürdige Baum an der Staatsstraße 2084 wurde gefällt. Die Bürger von Paunzhausen und Letten sind entsetzt darüber. Der Ahorn war wunderschön und gesund. In seiner Nähe haben sich in der Vergangenheit drei Unfälle ereignet – deshalb musste er weg. 

Er hätte zum Unfallschwerpunkt werden können

100-jährigen Ahorn vorsorglich umgesägt

Paunzhausen - Einen ehrwürdigen Ahorn hat das Staatliche Bauamt an der Staatsstraße 2084 fällen lassen. Ein Unfallschwerpunkt soll der Baum sein – oder hätte er zumindest einmal werden können.

Es ist Dienstag, der 21. Februar. Bewohner von Paunzhausen und Letten sind schockiert: Ein über 100 Jahre alter Ahornbaum, der an der Staatsstraße St 2084 steht, wird gefällt. Doch das Staatliche Bauamt verteidigt diese Fällaktion.

Schon den entrüsteten Bewohnern gegenüber hatte das Staatliche Bauamt offenbar die Aktion damit begründet, dass es sich um eine „Unfallhäufungsstelle“ handele, haben die Bewohner aus Letten und Paunzhausen dem FT mitgeteilt. Bei anderen Bäumen auf dieser Strecke würde man dieses Argument ja noch gelten lassen, so heißt es aber in dem Brief der Bewohner an das Tagblatt, „nicht jedoch bei diesem Ahorn“. Denn: „In den vergangenen 20 Jahren ereignete sich unseres Wissens an diesem Baum kein Unfall.“ Denn er habe an einem geraden Straßenabschnitt gestanden, an dem zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h gelte. „Es ist für uns völlig unverständlich, weshalb dieser alte Baum weichen musste.“

Weil es sich sehr wohl um einen Unfallschwerpunkt handele, so die Antwort des Staatlichen Bauamts Servicestelle München – Fachbereich Straßenbau auf Nachfrage des Freisinger Tagblatts. In den vergangenen drei Jahren habe es in diesem Straßenabschnitt mehrere Unfälle gegeben – und zwar durch das Abkommen von Pkw von der Fahrbahn. Eine Kollision eines Pkw mit diesem Baum sei also nach Ansicht der Unfallkommission wahrscheinlich gewesen. Weil sich auch nach artenschutzrechtlicher Untersuchung das Fällen des Baumes (und auch eines zweiten) als die einzig sinnvolle Maßnahme herausgestellt habe, sei man mit der Kettensäge angerückt. Laut Aussage des Staatlichen Bauamtes habe man also bereits in diesem Fall sehr wohl das beherzigt, was die Bewohner fordern: „Für diesen alten Ahorn ist es nun leider zu spät, wir würden die Verantwortlichen jedoch bitten, in Zukunft genauer zu überlegen, ob man so wunderschöne, gesunde Bäume wirklich fällen muss.“

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