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Ein großes Fest zum 100. Jubiläum feierten die Schützen aus Hohenbercha am Sonntag zusammen mit zahlreichen befreundeten Vereinen. 

Jubiläumsfeier 

100 Jahre SV Jung-Fröhlich: Mehr als ein Schützenverein

Er heißt Jung-Fröhlich Hohenbercha. Fröhlich, so viel steht fest, ist der Schützenverein auf jeden Fall. Ob er mit 100 Jahren noch jung ist, ist die Frage. Das Festwochenende bewies allerdings, dass er zumindest jung geblieben ist.

Hohenbercha– Dass die Schützen Hohenbercha ein „Eckpfeiler“ des Dorflebens sind und ein „Garant“ dafür, dass die Jugend in die Dorfgemeinschaft integriert wird, bestätigte Bürgermeister Hermann Hammerl. Man feierte im Hörger. Wo sonst, liegen doch in der Tafernwirtschaft auch die Wurzeln des Vereins.

Viel ist über die Gründung nicht bekannt

Schon Ende des 19. Jahrhunderts schossen hier die Mitglieder des Burschenvereins, bevor dann 1919 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs der Burschenverein als Schützenverein Jung-Fröhlich Hohenbercha weitergeführt wurde. Bekannt ist über die Gründung allerdings nicht sehr viel, wie Schützenmeister Johann Schillinger nach Festzug und Gottesdienst beim gemeinsamen Feiern mit befreundeten Vereinen am Sonntag sagte: Der einzige Nachweis für das Gründungsjahr sei der Anhänger an der alten Schützenkette.

Wichtig: Jung-Fröhlich Hohenbercha gehörten damals nur unverheiratete Burschen der Ortschaft an. Heiratete einer der Schützen, schied er aus und wurde Mitglied bei den Zimmerstutzenschützen in Hohenbercha, berichtete Schillinger weiter. Wie bei vielen Vereinen bedeutete der Zweite Weltkrieg das vorübergehende Aus für das Vereinsleben. Erst am 9. Dezember 1950 wurde der Schützenverein wieder belebt, nachdem man 1945 die zwei Zimmerstutzen und das Luftgewehr an die Amerikaner habe abliefern müssen. Sechs Vereinsmitglieder waren gefallen oder wurden vermisst.

Höchst aktiver Verein – doch dann kameine Krise

Nach der Wiederbelebung weiteten sich die Aktivitäten des Vereins aus, organisierte man Vereinsausflüge, spielte Theater, organisierte das Maibaumaufstellen, führte Christbaumversteigerungen durch und stellte den ersten Schützenball auf die Beine. Den, so konnte Schillinger stolz verkünden, gebe es heute noch. 1956 kaufte man eine neue Schützenkette. Doch es folgte die erste Krise: 1957 zählte der Verein nur noch elf Mitglieder, man stand kurz vor der Auflösung. Dem damaligen Schützenmeister und Herbergswirt Andreas Hörger sei es zu verdanken gewesen, so Schillinger, dass es nicht so weit kam. 1961 wurde eine Fahne angeschafft und geweiht, 1966 konnte man in Hohenbercha erstmals das Gauschießen und den Gauschützenball ausrichten.

Danach ging es steil bergauf: Die Mitgliederzahlen stiegen, die sportlichen Leistungen wurden besser, der Schützenstand wurde in den Saal verlegt. 1977 folgte dann die Inbetriebnahme der neuen elektrischen Schießanlage im Keller des Anbaus, Im Jahr 1978 wurde dann zum zweiten Mal das Gauschießen organisiert – eine Ehre und Aufgabe, die man auch 1992 und 2006 übertragen bekam . Das Jahr 2019, das Jahr, in dem man nun also den 100. Geburtstag feiern konnte, wird sicher als weiterer Meilenstein in die Geschichte von Jung-Fröhlich eingehen. Fröhlich wird man sicher bleiben – und wenn schon nicht mehr jung, dann zumindest junggeblieben.

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