Die Ausreißer wurden in einer rund vierstündigen Aktion weider eingefangen.
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Die Ausreißer wurden in einer rund vierstündigen Aktion weider eingefangen.
Auch ein Polizeihubschrauber beteiligte sich an der Suchaktion 
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Auch ein Polizeihubschrauber beteiligte sich an der Suchaktion 
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Wildwest im westlichen Freising

13 ausgebüxte Kälber halten Feuerwehren auf Trab

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Insgesamt 13 Kühe sind am Montag von einer Weide in Kleinbachern ausgebrochen. Was folgte, war eine filmreife Verfolgungsjagd samt Helikopter, bei der sich ein Feuerwehrmann Rippenbrüche zuzog.

Kleinbachern – Es war gegen 14 Uhr, als die 13 Kühe – sie sind auf dem Hof von Landwirt Gregor Zierer beheimatet – einen Weidezaun durchbrachen und sich zu einem Ausflug in Richtung Freising aufmachten. Zunächst startete die Feuerwehr Hohenbachern mit zehn Mann die Suche nach den Tieren, später stießen acht Kameraden aus Pulling zum Suchtrupp hinzu.

Bei strömendem Regen begann eine Jagd, die mehrere Stunden dauern und nicht ohne Reibungsverluste abgehen sollte. Relativ zügig konnten zwar neun der reiselustigen Ausreißer im rund einen Kilometer vom Hof entfernten Hohenbachern dingfest gemacht werden. Und kurze Zeit später sogar eine zehnte Kuh. Die restlichen drei hielten die Helfer allerdings noch gehörig auf Trab.

Ein Feuerwehrler wurde förmlich überrannt

Die Einsatzkräfte versuchten, die Tiere in freiem Gelände südlich von Kleinbachern mit Leinen einzukreisen. Die Kühe starteten daraufhin jedoch einen folgenschweren Ausbruchsversuch. Während sich ein Feuerwehrler in letzter Sekunde noch mit einem Sprung über einen Graben in Sicherheit bringen konnte, wurde ein anderer von einem Tier förmlich überrannt. Eine Horrorvorstellung, wiegt so eine Kuh laut Zierer doch mindestens 500 Kilogramm. Der Mann zog sich nach Angaben der Freisinger Polizei Rippenbrüche zu und kam ins Krankenhaus.

Auch ein Polizeihubschrauber beteiligte sich an der Suchaktion 

Eines der getürmten Tiere schloss sich im Laufe des Nachmittags Artgenossen auf einer Weide an. So waren nur noch zwei Kühe flüchtig, von denen aber zunächst jede Spur fehlte. Vier Fahrzeuge der Feuerwehr, zwei Streifenwagen der Polizei – und gegen 17 Uhr zusätzlich ein Polizeihubschrauber – beteiligten sich letztlich an der Suchaktion in einem etwa 15 Quadratkilometer großen Gebiet. Allein: Die Viecher blieben verschwunden.

Um 17.15 Uhr schließlich die entscheidende Sichtung in einem Waldstück unmittelbar nördlich der Staatsstraße 2339 an der Abzweigung nach Kleinbachern. Alle Kräfte wurden zusammengezogen, das weitere Vorgehen besprochen. Der Helikopter schwebte auf Beobachtungsposition über dem Wald.

Zum Vorteil gereichte den Einsatzkräften, dass das Gelände auf einer Seite steil ansteigend und zum Teil sogar eingezäunt und mit einem Tor versehen war. Schließlich wurde ein Viehanhänger an das gewaltsam geöffnete Tor gefahren – die beiden Ausreißer mit einer Kette aus Feuerwehrlern in diese Richtung getrieben. Die Ausflügler hatten am Ende wohl keine Wahl mehr und stiegen ein. Damit war die nicht alltägliche Suchaktion nach rund vier Stunden beendet und alle Beteiligten konnten einigermaßen erschöpft die Heimreise antreten.

Zierer wird sich mit einer Brotzeit erkenntlich zeigen

Gregor Zierer war einen Tag nach dem Vorfall „heilfroh“, dass seine Tiere wieder im Stall stehen. Wie die Rinder aber ausbüxen konnten, das ist dem 67-Jährigen ein Rätsel. „Wahrscheinlich hat der Weidezaun wegen der Nässe zu wenig Strom geführt“, so seine Vermutung. Bei ihm, sagte Zierer gegenüber unserer Zeitung, habe sich die Aufregung längst gelegt. Anders sieht es hingegen bei den Ausreißern aus. „Für die war das enormer Stress, den sie verdauen müssen.“ Das werde wohl einige Tage dauern. Sehr dankbar ist Zierer, dass er so schnell Hilfe bekommen hat. Er will sich mit „einer gscheid’n Brotzeit“ erkenntlich zeigen. Dem verletzten Feuerwehrmann schickt er die besten Genesungswünsche.

Andreas Huber/Thomas Gaulke

ahu

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