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Sie planen das Jubiläum (v. l.): stellvertretender Schulleiter Anton Bichlmeier, Lehrer Thomas Melzl, Schulleiter Dieter Link und Lehrer Markus Geier.

150 Jahre Berufschule Erding

Ein Rekordversuch zum Jubiläum

Die Berufsschule Erding schaltet in den Feiermodus. 150 Jahre wird die Einrichtung in diesem Jahr alt. Das Jubiläum wird mit mehreren Veranstaltungen gefeiert, darunter einem Versuch, ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen.

Erding– Am 11. April 1867 gründete der Magistrat der königlichen Stadt Erding die Berufsschule. Am 12. Juni bestätigte sie kein Geringerer als König Ludwig II. als Fortbildungsanstalt. Der Unterricht begann am 28. September. Heute zählt die Staatliche Berufsschule Erding in Trägerschaft des Landkreises 2400 Auszubildende und 100 Lehrer. Mittlerweile gibt es auch 14 Flüchtlingsklassen an drei Standorten in Erding, Markt Schwaben und Kirchseeon.

Vor 150 Jahren waren es gerade einmal 37 junge Damen und Herren. Das muss gefeiert werden, dachten sich die Schulleiter Dieter Link und Anton Bichlmeier sowie die beiden Lehrer Markus Geier und Thomas Melzl. Es war keine einsame Entscheidung, denn die gesamte Schulfamilie ist mit an Bord – und stemmt ein vielfältiges und buntes Programm das ganze Jahr über.

Link und Bichlmeier wollen die Gelegenheit nutzen, ihre Schule in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Link erinnert daran, „dass das System Berufsschule mit der dualen Ausbildung hier und vor allem in den Betrieben einer der größten Exportschlager Bayerns und der Bundesrepublik ist“. Denn die Berufsschulen seien es, die dafür sorgten, dass es immer Fachkräfte gebe. Geier verweist darauf, dass die Berufsschulen „die junge Generation in der Zeit begleitet, in der sie erwachsen wird, in der sie die Weichen für das eigene Leben stellt“.

Die spektakulärste Aktion dürfte der Weltrekordversuch sein: Vom 26. Juni bis 1. Juli gibt’s an der Freisinger Straße 150 Stunden Unterricht nonstop. Eine Woche lang absolvieren fünf Klassen im Schichtwechsel 150 Unterrichtsstunden am Stück, rund um die Uhr, kündigt Bichlmeier an.

Zweiter Höhepunkt ist der Festakt am 28. September, auf den Tag genau 150 Jahre nach der Eröffnung. An diesem Tag beginnt auch die zweiwöchige Ausstellung, für die laut Melzl derzeit Exponate gesammelt werden, darunter frühere Gesellenstücke. Die Geschichte soll in Dekaden vorgestellt werden, ebenso Berufsschulbiografien von Familien aus der Region. Eine Festschrift ist in Arbeit. Bereits am 19. Mai stellt die Schulfamilie einen Maibaum auf. Zu Beginn des neuen Schuljahres kommen Shirts und Pullis mit dem Logo der Berufsschule auf dem Markt. Eine Zeitkapsel mit Dokumenten aus dem Jubiläumsjahr, darunter Briefe an die nächsten Generationen, vergraben Schüler und Lehrer am 13. Oktober – und zwar möglicherweise unter der Bodenplatte des vor einigen Jahren von Schülerhand errichteten Gemeinschaftsraum nahe der Kreismusikschule. Abgerundet wird das Festjahr karitativ: Im Advent sammeln und erstellen die Schüler Geschenke für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton.

Die Berufsschule Erding ist auf der Suche nach einer wohl 1992 verfassten Studienarbeit über die Einrichtung, die an der TU München entstanden ist. Autorin ist Sabine Tschorn, die damals in Erding gelebt haben soll. Wer helfen kann, meldet sich unter Tel. (0 81 22) 95 43 50.

Hans Moritz

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