U 18-Wahl beim Musikverein Zolling: Nur zwei Handvoll Stimmzettel in der Urne

Zolling - Dort, wo Pauken und Trompeten den Ton angeben, waren am Freitag Stimmzettel und Stifte ausgelegt. Der Probenraum des Musikvereins in Zolling verwandelte sich in ein Wahllokal. Die Resonanz hätte durchaus größer sein können.

Neun Tage vor der richtigen Bundestagswahl am kommenden Sonntag durften Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren schon mal „probewählen“. An der Aktion U 18, an der sich heuer bundesweit über 150 000 Jugendliche beteiligten, nahm auch der Musikverein in Zolling teil. „Offen sein“ für andere Aktivitäten - das sei ein ganz großes Anliegen des Vereins, betont stellvertretender Vorsitzender Josef Bauer.

Und deshalb hat man sich bemüht, für den „U 18-Wahltag“ am vergangenen Freitag die Werbetrommel zu rühren. An der Zollinger Mittelschule und im Sportverein habe man Informationen zu der Aktion ausgelegt, berichteten Sabine Durst und Barbara Weinberger, die am Freitag als Wahlhelferinnen fungierten. Auch über Facebook habe man zur Teilnahme aufgerufen. Wahlkabine und Wahlurne lieh man sich von der Gemeinde. Auch für genügend Stimmzettel hatte man gesorgt.

Viel los war jedoch nicht, als das Wahllokal um 16 Uhr seine Pforten öffnete. Manche hatten sich diese Wahl-Chancer aber dann doch nicht entgehen lassen - wo sie freilich ihr Kreuzerl gemacht haben, das verrieten die Jugendlichen nicht. Im Vordergrund dieser Aktion, die der Kreisjugendring im Kreis Freising organisiert hat, stehe, sich mit dem Ablauf einer Wahl auseinanderzusetzen, betonen die Erwachsenen. Auch eigene Interessen zu erkennen und formulieren zu lernen, sei wichtig.

Viel Arbeit mit dem Auszählen hatte man in Zolling allerdings nicht. Nicht mehr als zwei Handvoll Stimmzettel lagen nach Schließung des Wahllokals um 18 Uhr vor - das Ergebnis ist also nicht repräsentativ. Dass sich Zollings Jugendliche nicht für Politik interessieren, das könne man daraus aber nicht schließen, glaubt Sabine Durst. Mit Interesse habe ihre 13 Jahre alte Tochter etwa vor kurzem einen entsprechenden Bericht in einer Tageszeitung gelesen. Der 20-jährige Sebastian Falkner, der sich bei der Aktion ebenfalls als Wahlhelfer zur Verfügung gestellt hatte, weiß, wie wichtig es ist, Wahlprogramme zu studieren. Denn man müsse „zukunftsbezogen denken“ und Dinge „kritisch hinterfragen“, sagt der junge Mann.

Zur nächsten Bundestagswahl werde man versuchen, gemeinsame Sache mit der Schule zu machen, sagt Sabine Durst. Ziel sei es, mehr junge Menschen zur Teilnahme an der Aktion zu motivieren. Und vielleicht lag die geringe Resonanz ja auch nur am Wetter. Bei Schnürlregen aus dem Haus zu gehen, dazu brauchte es schon ein bisserl Überwindung. (mam)

Gut zu wissen

Insgesamt 737 Kinder und Jugendliche haben sich am Freitag an der U 18-Wahl im Landkreis beteiligt. Die Ergebnisse: CSU 25,2 Prozent, Grüne 16,4 Prozent, SPD 14,2 Prozent, Piraten 13,8 Prozent, Tierschutzpartei 6,9 Prozent, FDP 6,1 Prozent, Linke 4,9 Prozent, Sonstige 12,3 Prozent. Quelle: Kreisjugendring

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