Guido Hoyer besitzt kein Auto – er setzt aufBahn, Bus und Schusters Rappen

Was wir schon immer von den bundestagskandidaten wissen wollten: Guido Hoyer (Linke) 

20 Fragen an Bundestagskandidat Guido Hoyer (Linke)

Die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Freising/ Pfaffenhofen haben ein Ziel: Sie wollen nach Berlin. Das FT stellt Ihnen, liebe Leser, nach und nach die Kandidaten vor. Dazu hat die Heimatzeitung den Politikern, die in den Bundestag wollen, 20 Fragen gestellt.

-Was wollten Sie als Kind eigentlich werden. Bundestagsabgeordneter?

Indianer.

-Waren Sie ein guter Schüler?

Je nach Schulfach…

-Welche war Ihre erste Schallplatte/CD?

„Meister Eder und sein Pumuckl“.

-Spielen Sie selbst ein Instrument?

Leider nein.

-Wer/was war Ihre erste große Liebe?

Fällt unter Datenschutz.

-Wer war in Ihrer Kindheit Ihr Held oder Vorbild?

Ich kann mich nicht erinnern, eines gehabt zu haben.

-Ihr Lebensmotto?

Nachdem in meinem Abitur-Zeugnis ein sog. „Großes Latinum“ steht, nehme ich Horaz: Dum loquimur, fugerit invida aetas: Carpe diem (Während wir reden, ist die neidische Zeit geflohen: Pflücke den Tag.)

-Was lieben Sie am Landkreis Freising am meisten?

Die Wälder, in denen es Steinpilze gibt.

-Was stört Sie am Landkreis?

Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen und die Startplan-Pläne der FMG.

-Welches Buch lesen Sie zur Zeit?

Im Reformationsjahr die Schriften von Eberlin von Günzburg – einem radikalen und frechen bayerischen Reformator

-Welches Auto fahren Sie? Und wann kaufen Sie sich ein Elektro-Auto?

Meine Verkehrsmittel sind Fuß, Bus und Bahn und bleiben es.

-Haben Sie eine heimliche Leidenschaft?

Meine Leidenschaften sind öffentlich: Schwammerlsuchen, Oper und Archäologie.

-Ihr Lieblingsverein ist natürlich...

Keiner (siehe Frage 19).

-Wo würden Sie am liebsten leben (abgesehen vom Landkreis Freising/Pfaffenhofen)?

In Rom.

-Was ist Ihr Lieblingsurlaubsland?

Wechselnde Ziele: Zuletzt Niederlande, Usbekistan, Georgien.

-Was ist Ihre größte Stärke?

Die Welt besser machen wollen.

-Und Ihre deutlichste Schwäche?

Die Welt besser machen wollen.

-Können Sie Schafkopfen oder wenigstens Watten?

Ja.

-Treiben Sie Sport - und wenn ja, welchen?

No sports.

-Was ist Ihr Lieblingsessen?

Das ist Fränkischer Sauerbraten.

Gestatten, Guido Hoyer

Geboren wurde Guido Hoyer 1968 in Nürnberg, seit 1969 wohnt er im Landkreis Freising. Sein Abitur absolvierte er am Josef-Hofmiller-Gymnasium Freising. Nach dem Zivildienst studierte er politische Wissenschaft an der LMU München, wo er auch seinen Abschluss zum Dr. phil. machte. Frühere Berufstätigkeiten waren Verwaltungsangestellter in der Wohnungslosenhilfe und wissenschaftlicher Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten, zurzeit ist er Landesgeschäftsführer der VVN-BdA Bayern, einem 1947 gegründeten Verband von NS-Opfern, deren Nachfahren und antifaschistisch Engagierten. Unter anderem hat Hoyer auch das Buch „Widerstand und Verfolgung in der NS-Zeit. Gedenkorte im Landkreis Freising“ geschrieben. Ehrenamtlich hält er dazu auch Vorträge. Seit 1991 ist er Mitglied des Freisinger Stadtrats, seit 2002 Kreisrat. Er war Grünen-Mitglied, trat aber wegen des neoliberalen Kurswechsels der Bundespartei (Hartz-Reformen, Jugoslawien-Krieg) aus. 2005 war er Gründungsmitglied der Linken, als Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstands von 2005 bis 2009 zudem tätig für den Parteiaufbau in Bayern. Heute ist Hoyer Kreisvorsitzender der Freisinger Linken. Seit seiner Jugend ist er politisch aktiv in der Bildungsgewerkschaft GEW und im DGB. Seit 2009 fungiert er zudem als Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Freising-Erding.

Meine politischen Ziele im Bundestag

Deutschland ist ein reiches Land, aber Reichtum ist ungleich verteilt. Während die reichsten zehn Prozent der Deutschen drei Viertel alles Vermögens besitzen, hat die untere Hälfte gerade mal zwei Prozent und zwei von fünf Menschen verfügen heute über ein geringeres Haushaltseinkommen als 1999. Unser Land braucht deshalb eine Steuerreform, die Gering- und Normalverdiener entlastet. Wir schlagen vor, den Steuerfreibetrag von 8820 Euro Jahreseinkommen auf 12 600 Euro anzuheben – und sehr hohe Einkommen und Vermögen stärker heranzuziehen, zum Beispiel mit Vermögenssteuer und Unternehmenssteuern von 25 Prozent (wie unter Kohl). Mein größter politischer Wunsch ist, dass Armut der Vergangenheit angehört. Es darf nicht sein, dass Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben, im Alter arm sind. Deshalb muss die gesetzliche Rente von jetzt 48 Prozent auf mindestens 53 Prozent des Lohnniveaus erhöht und eine Mindestrente von 1050 Euro eingeführt werden. Wir können von Österreich lernen. Ich bin als Gewerkschafter für gute Arbeit – das heißt, weg mit sachgrundloser Befristung, Betriebsräte und Gewerkschaften stärken. Und wenn Leiharbeiter und Festangestellte gleich entlohnt werden, Leiharbeiter noch einen „Flexibilitätszuschlag“ erhalten, dann dürfte die Lohndrückerei bald ein Ende haben. Dann will ich mich mit meiner Partei für eine öffentlich finanzierte Wohnungsbauoffensive einsetzen. Wir wollen festlegen, dass Sozialwohnungen bezahlbar bleiben und nicht wie bisher nach einigen Jahren aus der Sozialbindung entlassen werden. Rückkehr zur Wohnungsgemeinnützigkeit, denn Wohnen ist Menschenrecht und nicht Spekulationsobjekt. Enormes Einsparpotential sehe ich beim Rüstungsetat. Auslandseinsätze der Bundeswehr haben die Welt nicht sicherer gemacht. Wir Linken wollen sie stoppen und Fluchtursachen bekämpfen, statt durch Waffenexporte Konflikte anzuheizen. Ich lehne, wie meine Partei im Bundestag und Bayern, die Pläne für eine Dritte Startbahn ab. Der FMG-Anteilseigner Bundesrepublik muss sich, wie der Anteilseigner München, gegen die Startbahn positionieren. Kurzstreckenflüge, z. B. von München nach Nürnberg sind klimaschädlich und verkehrspolitischer Blödsinn. Weg damit. Der Klimakiller Flugverkehr darf nicht gegenüber anderen Verkehrsmitteln steuerlich begünstigt werden: Her mit der Kerosinsteuer.

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