Was wir schon immer von den Bundestagskandidaten wissen wollten: Reinhold Reck (ÖDP) 

20 Fragen an Bundestagskandidat Reinhold Reck (ÖDP)

Die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Freising/ Pfaffenhofen haben ein Ziel: Sie wollen nach Berlin. Das FT stellt Ihnen, liebe Leser, nach und nach die Kandidaten vor. Dazu hat die Heimatzeitung den Politikern, die in den Bundestag wollen, 20 Fragen gestellt.

-Was wollten Sie als Kind eigentlich werden. Bundestagsabgeordneter?

Natürlich Schiffskapitän wie alle Jungs damals, die nicht Pilot oder Lokführer oder Cowboy werden wollten.

-Waren Sie ein guter Schüler?

Am Anfang nicht, in den oberen Klassen dann schon.

-Welche war Ihre erste Schallplatte/CD?

Das weiß ich wirklich nicht mehr.

-Spielen Sie selbst ein Instrument?

Mein Saxophon steht leider seit Jahren mehr im Eck, als dass ich es spiele …

-Wer/was war Ihre erste große Liebe?

Pssst!

-Wer war in Ihrer Kindheit Ihr Held oder Vorbild?

Zwei meiner Onkels waren Lehrer. Das war aus der Perspektive eines kleinen Bauernbuben schon was. Und einen Onkel hatte ich, der war zwar kein Lehrer, aber er hatte tolle Sachen: Fernseher, Kofferradio, Tonbandgerät … und einen Opel Commodore Coupé, mit dem er in den großen Ferien mit seiner Familie an die Adria gefahren ist.

-Ihr Lebensmotto?

Ein Motto für ein ganzes Leben? Das habe ich nicht, aber im Moment könnte ich ein Bibelwort nennen: „Der Gerechtigkeit, ja der Gerechtigkeit jage nach!“ (Dtn 16,20)

-Was lieben Sie am Landkreis Freising am meisten?

Das bunte bürgerschaftliche Engagement im Kleinen wie im Großen, in Sportvereinen, Feuerwehren und im THW, in Kirchen und sozialen Initiativen, in Nachbarschaftshilfen und Vereinen, in der Flüchtlingshilfe, bei kulturellen Events und vielem mehr.

-Was stört Sie am Landkreis?

Die gigantischen Pläne der Flughafenlobby und ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen: vor allem Verkehrsüberlastung, Lärm, Siedlungsdruck, Wohnungsnot und hohe Lebenshaltungskosten.

-Welches Buch lesen Sie zur Zeit?

„Sein eigener Herr“, ein Roman von Halldor Laxness, der die erbärmliche soziale Lage der isländischen Kleinbauern vor etwa 100 Jahren schildert – im Kontrast zum politisch propagierten Mythos eines stolzen und freien Bauernstands.

-Welches Auto fahren Sie? Und wann kaufen Sie sich ein Elektro-Auto?

Ich teile mir einen Fiat Panda mit meiner Frau. Den Stromanschluss für das Elektroauto hatte man beim Bau der Garage 1979 noch nicht im Blick.

-Haben Sie eine heimliche Leidenschaft?

Heimlich ist das zwar nicht, aber sehen tut es auch kaum jemand, wenn ich zwischendurch in meiner Werkstatt ein Schränkchen bau‘ oder ein Fahrrad flick‘ oder versuche, den Kühlschrank oder die Waschmaschine zu reparieren – was manchmal gelingt und manchmal auch nicht.

-Ihr Lieblingsverein ist natürlich ...

… der „Glubb“, müsste ich als gebürtiger Franke jetzt eigentlich antworten, aber ehrlich gesagt: es ist „Mehr Demokratie e.V.“. Diese Leute haben 1995 gegen den massiven Widerstand der CSU per Volksentscheid erkämpft, was uns heute ganz selbstverständlich erscheint: das Recht, durch Bürgerbegehren kommunale Bürgerentscheide zu initiieren. Ohne dieses Recht wäre auch der Münchner Bürgerentscheid von 2012 nicht möglich gewesen, und die Dritte Start- und Landebahn wäre heute vermutlich längst in Betrieb.

-Wo würden Sie am liebsten leben (abgesehen vom Landkreis Freising/Pfaffenhofen)?

Damit hab ich mich noch nicht wirklich beschäftigt. Was Land und Leute angeht, könnte ich mir das Nürnberger Land oder die heimatliche Fränkische Schweiz vorstellen. Aber das Leben geht sowieso andere Wege …

-Was ist Ihr Lieblingsurlaubsland?

Ich hab‘ noch nie zweimal am selben Ort Urlaub gemacht. Familiär bedingt war und bin ich aber viel in der Schweiz.

-Was ist Ihre größte Stärke?

Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Toleranz.

-Und Ihre deutlichste Schwäche?

Vielleicht mein Hang zur Bequemlichkeit.

-Können Sie Schafkopfen oder wenigstens Watten?

Schafkopfen geht so, Skat geht besser.

-Treiben Sie Sport – und wenn ja, welchen?

Ich halte es mit Churchill’s Geheimrezept für ein langes Leben: No sports! Es sei denn, man wollte meine innerstädtischen Alltagswege auf dem Fahrrad als Sport bezeichnen ...

-Was ist Ihr Lieblingsessen?

Hackbraten mit rohen Klößen und Selleriegemüse – zugleich Erinnerung an meine Oma, die das exzellent zubereiten konnte.

Gestatten, Reinhold Reck

Reinhold Reck wurde 1958 im Landkreis Forchheim in Oberfranken geboren und ist mit vier Brüdern auf einem Bauernhof aufgewachsen. Seit 1987 ist er verheiratet, mittlerweile hat er drei erwachsene Kinder und wohnt seit 1996 in Freising. Nach dem Abitur und seiner Bundeswehrzeit studierte er zunächst Jura, ehe er in die Theologie wechselte. Von 1985 bis 1987 fungierte er als Pastoralassistent in Bayreuth, ehe seine Promotion in Theologie folgte. Bis 1992 war er zudem Projektleiter von „neu anfangen“ in Bayreuth. Vier Jahre lang arbeitete er dann als Pastoralreferent in Nürnberg. Als er dann nach Freising zog, blieb er 15 Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theologische und Pastorale Fortbildung Freising. Außerdem war er von 2004 bis 2015 freiberuflicher Organisationsberater und Supervisor. Seit 2015 fungiert er als Asylsozialberater am Landratsamt Freising. Die politische Karriere Reinhold Recks startete 2008, als er in die ÖDP eintrat. Von 2010 bis 2015 war er Mitglied im Kreisvorstand, ab 2012 dann stellvertretender Kreisvorsitzender. Seit 2015 ist er auch im Ortsvorstand Freising tätig und auch in der Bundesprogrammkommission der Partei ist er seit 2012 dabei und seit 2014 Vorsitzender. 2013 ging er für die ÖDP als Bundestagskandidat an den Start – diese Kandidatur wiederholt er in diesem Jahr.

Meine politischen Ziele im Bundestag

1. Demokratie stärken: Wir brauchen den bundesweiten Volksentscheid. Obwohl das Grundgesetz ihn vorsieht und eine große Mehrheit ihn will, wird er von der CDU seit Jahrzehnten verhindert. Wir brauchen das Verbot von Firmenspenden an Parteien. 2. Wertegeleitete statt interessengeleiteter Außenpolitik: Kein Paktieren mit Unrechtsstaaten um wirtschaftlicher oder politischer Vorteile willen. Keine Rüstungsexporte außerhalb von EU und NATO. Keine Beteiligung der Bundeswehr an Auslandseinsätzen ohne eindeutiges UN-Mandat. 3. Die Überhitzung der Erde ist die globale Bedrohung schlechthin: Die Energiewende ist zu forcieren statt zu bremsen. Der Handel von Emissionsrechten ist endlich wirksam zu gestalten. Die Auslagerung von Kosten an die Allgemeinheit, die Umwelt, andere Erdteile, künftige Generationen muss gestoppt werden. 4. Nur ökologisch nachhaltige Landwirtschaft wird die Welternährung sichern: Tierbestand ist an Flächenbewirtschaftung zu binden. Agro-Gentechnik muss verboten bleiben – Glyphosat ist zu verbieten. Megafusionen der globalen Agrarindustrie und Landgrabbing sind zu beenden. 5. Mensch vor Profit – für eine lebensdienliche Wirtschaft: Wir brauchen „Fairhandel“ statt Freihandel. Die internationalen Handelsregeln sind auf UN-Ebene zu vereinbaren. Die Gemeinwohlverpflichtung der Wirtschaft ist einzufordern. 6. Hände weg von der Daseinsvorsorge: Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Verkehrsinfrastruktur, Wasserversorgung, Alterssicherungssysteme usw. gehören in die öffentliche Hand. Die staatlichen Schulen müssen die besten sein. Ihre gesellschaftliche Integrationsfunktion ist wiederherzustellen. 7. Der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken: Fairness für Eltern durch einheitliches Erziehungsgehalt und Grundsicherung für Kinder. Der Wert der Fürsorgearbeit ist zu stärken. Der Spitzensteuersatz muss erhöht werden: Kapitalerträge sind mindestens so hoch zu besteuern wie Arbeit. Vermögens- und Erbschaftssteuern sind wirksam zu erheben. Lebensräume sind zu entwickeln, wo Wohnen, Arbeiten, Bildung, Sport, Kultur, Pflege nah beieinander sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fortsetzung folgt
Für Claudia Borst, künftige Ex-Inhaberin des Echinger Bücherladens, ist es wohl das schönste Weihnachtsgeschenk: Der Buchhändlerin (74) ist es gelungen, einen …
Fortsetzung folgt
Die Liberalen wittern Morgenluft
Große Hoffnungen auf den Wiedereinzug ins Maximilianeum machen sich die Freien Demokraten im Kreisverband Freising. Bei der Stimmkreisversammlung zur Aufstellung der …
Die Liberalen wittern Morgenluft
Positive Signale
Friedlich soll es zugehen zur Weihnachtszeit. Diese friedliche Stimmung hat offenbar nicht nur die Erzdiözese München und Freising, sondern auch die Freisinger …
Positive Signale
Lauter SchmExperten
Schnippeln, abschmecken und experimentieren: Schüler der Realschule II in Freising entdecken in den nächsten Wochen, wie lecker gesunde Ernährung sein kann. Die AOK in …
Lauter SchmExperten

Kommentare