Kerstin Schnapp (Grüne) ist Optimistin – manchmal aber etwas zu optimistisch.

Was wir schon immer von den Bundestagskandidaten wissen wollten: Kerstin Schnapp (GRüne) 

20 Fragen an Bundestagskandidatin Kerstin Schnapp (Grüne)

Die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Freising/Pfaffenhofen haben ein Ziel: Sie wollen nach Berlin. Das FT stellt Ihnen, liebe Leser, nach und nach die Kandidaten vor. Dazu hat die Heimatzeitung den Politikern, die in den Bundestag wollen, 20 Fragen gestellt.

-Was wollten Sie als Kind eigentlich werden. Bundestagsabgeordneter?

Nein, in meiner Kindheit wollte ich wechselweise Indianerhäuptling oder Pfarrer werden.

-Waren Sie eine gute Schülerin?

Jein, meine Schulkarriere war recht wechselhaft.

-Welche war Ihre erste Schallplatte/CD?

Meine ersten Schallplatten und Kassetten, waren „Meister Eder und sein Pumuckl“.

-Spielen Sie selbst ein Instrument?

Ich kann eine paar Weihnachtslieder und „Freude schöner Götterfunken“ auf der Blockflöte spielen.

-Wer/was war Ihre erste große Liebe?

Music was my first love . . . und mit der letzten große Liebe bin ich seit über 20 Jahren zusammen und habe mit ihm sogar eine gemeinsame Firma.

-Wer war in Ihrer Kindheit Ihr Held oder Vorbild?

Winnetou und unser Pfarrer.

-Ihr Lebensmotto?

„Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“ (Karl Valentin).

-Was lieben Sie am Landkreis Freising am meisten?

Die vielfältige Landschaft – von der Hallertau, über die Heide- und Moosgebiete bis zur Auenlandschaft der Isar.

-Was stört Sie am Landkreis?

Politische Mitbewerber, die sich zwar, wenn sie gefragt werden, gegen die dritte Startbahn aussprechen, deren Eigeninitiative sich aber auf Schulterzucken beschränkt.

-Welches Buch lesen Sie zur Zeit?

Angelesen neben dem Bett liegen „Raubfischen“ von Matthias Jügler und „Wer wagt, beginnt“ von Robert Habeck.

-Welches Auto fahren Sie? Und wann kaufen Sie sich ein Elektro-Auto?

Privat verzichte ich aufs Auto, beruflich und jetzt im Wahlkampf klappt das leider nicht immer. Für die Firma ist ein E-Auto die nächste Wahl, sobald sich bei den Transportern die Reichweiten erhöhen.

-Haben Sie eine heimliche Leidenschaft?

Falls es denn wirklich so wäre, würde ich sie nicht in der Zeitung veröffentlichen, sonst wäre der Zauber einer heimliche Leidenschaft ja dahin. . .

-Ihr Lieblingsverein ist natürlich...

. . . der Bund Naturschutz.

-Wo würden Sie am liebsten leben (abgesehen vom Landkreis Freising/Pfaffenhofen)?

Nirgends, sonst würde ich da hinziehen – aber gegen einen Zweitwohnsitz in Berlin hätte ich nichts einzuwenden.

-Was ist Ihr Lieblingsurlaubsland?

Das ist Irland.

-Was ist Ihre größte Stärke?

Ich bin Optimistin.

-Und Ihre deutlichste Schwäche?

Ich bin manchmal zu optimistisch.

-Können Sie Schafkopfen oder wenigstens Watten?

Beides, allerdings nur für den Hausgebrauch.

-Treiben Sie Sport - und wenn ja, welchen?

Schwimmen, Wandern und Ski fahren.

-Was ist Ihr Lieblingsessen?

Jetzt im Sommer liebe ich Wassermelonensalat mit Schafskäse und Gurken in jeder Variation, im Herbst Schwammerlsuppe mit Knödeln.

Gestatten, Kerstin Schnapp

Kerstin Maria Schnapp wurde am 13. Juli 1976 in Freising geboren. Aufgewachsen ist sie allerdings etwas von der Domstadt entfernt: in Reichertshausen an der Ilm. Bis heute ist sie zumindest dem Fluss treu geblieben – Schnapp lebt in Pfaffenhofen an der Ilm. Von 1995 bis 2004 war sie als Versicherungsfachfrau bei R+V Versicherungen tätig. Seit 2002 verdiente sie sich zudem als Freie Redakteurin und Produktionsleiterin im TV-Bereich ihre Brötchen, ehe sie 2004 Gesellschafterin und Prokuristin bei der GFS Film Entertainment GmbH wurde. Dort ist die Bundestagskandidatin der Grünen bis heute tätig. Ihre politische Karriere startete Kerstin Schnapp 1998 bei den Grünen. Als die Grüne Jugend Pfaffenhofen a. d. Ilm 1999 ins Leben gerufen wurde, war sie Gründungsmitglied. Auch im Kreisvorstand war sie seitdem und bis 2005 tätig. 2010 übernahm sie den Kreisvorsitz ihrer Partei, 2014 auch den Fraktionsvorsitz der Grünen im Kreistag Pfaffenhofen.

Meine politischen Ziele im Bundestag

Das wichtigste Thema ist für mich ganz klar Klimaschutz. Die vom Menschen verursachte Klimakrise wird zur Klimakatastrophe, wenn wir den Ausstoß von Treibhausgasen nicht drastisch reduzieren. Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl macht die Erde zum Treibhaus. Angela Merkel nennt sich zwar „Klimakanzlerin“ – vom deutschen Klimaziel, unseren CO2-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, sind wir aber meilenweit entfernt. Es braucht endlich ein Gesetzespaket zum konsequenten Klimaschutz. Dazu gehören ein konkreter Fahrplan für den Kohleausstieg, die ökologische Verkehrswende, sowie die ökologische Agrarwende – und bei allen Schritten Wirtschaft und Umwelt so zusammendenken, dass nachhaltiger Wohlstand und Arbeitsplätze entstehen. Noch ist Zeit, endlich etwas zu unternehmen. Nach dem Thema Klimaschutz, ist das nächste zentrale Projekt für mich Europa. Die europäische Einigung ist eine große historische Errungenschaft. Sie bedeutet: Zusammenarbeit statt Nationalismus und nie wieder Krieg. Natürlich hat das EU-Europa Fehler gemacht, natürlich hat es zu viel mit der neoliberalen Politik gekuschelt, es hat zu wenig getan gegen das Wegbrechen der sozialen Sicherheit und gegen die wachsende Spaltung der Gesellschaft. Die Europäische Union ist dennoch, trotz all ihrer Fehler, die größte Errungenschaft in der Geschichte des Kontinents, dieses Europa gilt es weiter zu entwickeln – demokratischer, sozialer, bürgernäher. Dazu braucht Europa überzeugende Rezepte, wie die soziale Ungleichheit überwunden werden kann. Die Prozesse in Brüssel müssen transparenter werden und innerhalb der EU braucht es eine demokratische Vertretung, die der Union als Ganzes verpflichtet ist.

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