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14-15 Uhr – Glasbearbeitung Semiquarz

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Schweißtreibende Arbeit in Silber: In futuristisch anmutenden Hitzeschutzanzügen schreiten die Mitarbeitenden von Semiquarz zur Feuerpolitur – die heißeste Phase des Tages.
Schweißtreibende Arbeit in Silber: In futuristisch anmutenden Hitzeschutzanzügen schreiten die Mitarbeitenden von Semiquarz zur Feuerpolitur – die heißeste Phase des Tages. © Semiquarz

Die Glasbearbeiter von Semiquarz brennen für ihren Job.

Schweißtreibende Aufgaben gehören zum Job eines Glass Workers dazu. Zwischen 14 und 15 Uhr aber läuft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Semiquarz die heißeste Phase des Tages. Dann werden die Quarzglas-Produkte, die das Unternehmen in Allershausen herstellt, einer sogenannten Feuerpolitur unterzogen. In silberfarbenen Ganzkörperanzügen, die die Arbeitskräfte vor der enormen Hitze schützen, erhalten die Komponenten den letzten Feinschliff. „Bei uns muss wirklich niemand frieren“, sagt Jan-Felix Büsche, Technischer Werksleiter am Produktionsstandort in Allershausen, und lacht.

Semiquarz ist ein familiengeführtes Unternehmen und weltweit einer der führenden Lieferanten von Quarzglas-Produkten für die Halbleiter- und Solarindustrie. „Wir kaufen das Rohmaterial in Form von Platten und Rohren und verarbeiten sie zu Bauteilen“, erklärt Büsche. „Diese Bauteile sind das Herzstück von Anlagen, mit denen Computerchips hergestellt werden.“

Das Besondere an Quarzglas: Es besteht zu über 99,9 Prozent aus Siliziumdioxid. Während bei der Herstellung anderer Gläser Beimittel benötigt werden, ist Quarzglas frei von jeglichen Zusatzstoffen. Das ist besonders wichtig, weil die Halbleiter, die mit dem Glas in den Anlagen verbaut werden, nur mit Silizium in Kontakt kommen dürfen, erläutert Büsche. „Quarzglas ist die Hochform des Glases.“

1000 Grad ist der Ofen bei der Feuerpolitur heiß

Freilich ist bei dem Umgang mit diesem Werkstoff besondere Aufmerksamkeit erforderlich. „Das Rohmaterial ist extrem teuer, weil es so rein ist“, betont der Fachmann. „Gleichzeitig ist es sehr sensibel, was Brüche angeht. Deshalb kommt es bei unserer Arbeit nicht an erster Stelle auf Schnelligkeit an, sondern die Maxime ist: Das Produkt muss heile bleiben.“

Zweites wichtiges Thema ist die Sauberkeit. „Quarzglas ist anfällig für Schmutz“, berichtet Büsche. Das bedeutet für die Mitarbeiter: immer Handschuhe tragen und meistens auch einen Mundschutz. „Das war schon vor Corona so. Denn die Feuchtigkeit, die beim Reden entsteht, kann sich auf die Scheiben und Rohre ablegen. Und das brennt sich dann ein, wenn das Glas in den Ofen kommt.“

Knapp 1000 Grad ist der Ofen heiß, wenn das Material nachmittags zur Feuerpolitur kommt. Vier Mitarbeiter stehen für gewöhnlich in ihren Hitzeschutzanzügen um die großen Öfen herum, ausgestattet mit sogenannten Kanonen. Das sind große Stäbe, die optisch an Stangenmikrofone bei Konzerten erinnern. An der Spitze sind Wasserstoffbrenner fixiert, mit deren Hilfe die Quarzglas-Produkte in ihre endgültige Form gebracht werden. „Die Flamme ist über 2000 Grad heiß“, berichtet Büsche. „Mit dem Brenner werden die Bauteile ein letztes Mal abgefahren und dann im Ofen abgebrannt.“

Büsche brennt für seinen Job. „Das war von Klein auf mein Traumberuf“ schwärmt er. „Ich fand die heiße Arbeit mit dem Glas schon immer sehr faszinierend. Das ist kein Beruf, der von der Stange ist, sondern was Besonderes.“ Eine Mischung aus Kunst und Technik. Seine Leidenschaft gibt er an das Team weiter.

Brennt für seinen Job: Jan-Felix Büsche, Technischer Werksleiter von Semiquarz in Allershausen.
Brennt für seinen Job: Jan-Felix Büsche, Technischer Werksleiter von Semiquarz in Allershausen. © Semiquarz

Semiquarz ist eine hervorragende Adresse für Quereinsteiger

42 Mitarbeiter sind bei Semiquarz in Allershausen tätig, es dürfen aber gerne noch mehr werden. „Die Auftragslage ist hervorragend“, berichtet Büsche. „Daher suchen wir aktuell in allen Bereichen Verstärkung.“ Laserfachkräfte, die aus den Platten und Rohren Grundbausteine schneiden. Kräfte für die Kaltbearbeitung, die das Glas an 120C-Fräse bearbeiten. Und vor allem Interessierte in der beschriebenen Heißbearbeitung.

Was Semiquarz auszeichnet: Das Unternehmen ist eine hervorragende Adresse für Quereinsteiger, betont der Technische Werkleiter. „Sehr gut geeignet sind Menschen, die aus dem Metallbau kommen und eine neue Herausforderung suchen. Aber wir haben auch ehemalige Metzger, Lkw-Fahrer und Kaufleute in unseren Reihen.“

Neben handwerklichen Grundgeschick sollten Job-Interessierte den Willen mitbringen, etwas neu zu erlernen. „Das reicht eigentlich schon“, sagt Büsche. „Der Rest kommt von uns. Wir haben das Knowhow, Menschen neue Tätigkeiten effektiv und schnell beizubringen. Ich habe eigentlich noch niemanden erlebt, der nach dem ersten Besuch bei uns nicht mit offenem Mund herausgegangen ist.“

Noch wichtiger: Die meisten bleiben – lange. Dienstjubiläen sind bei Semiquarz an der Tagesordnung. Denn hier geht es nicht nur heiß her, sondern auch familiär und lustig zu. „Bei uns wird gerne gelacht“, betont Büsche. Und auch, wenn es in der Halle vorübergehend mal 40 Grad heiß werden kann, sprudelt hier auch Kreativität. Bester Beweis: die aktuelle Recruiting-Kampagne des Unternehmens. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter traten unter anderem als Teufel verkleidet vor die Kamera. Die Botschaft an potenzielle neue Arbeitskräfte: „Wir heizen euch ein.“ (mes)

Nachgefragt

„Glas ist ein wahnsinnig vielseitiges Material, und durch die vielen verschiedenen Produkte wird einem nie langweilig. Am meisten jedoch gefällt es mir, die nächste Generation von Apparatebauern zu unterstützen und auszubilden. Das Wichtigste für die Arbeit ist Geduld. Es braucht nun mal Zeit, Glas zu meistern. Bei Semiquarz gefällt mir, dass jeder auf seinem Weg, sich weiterzuentwickeln, unterstützt wird.“

Till Wichmann (39), Glasapparatebauer/Ausbilder

„Ich mag meinen Job, weil er sehr abwechslungsreich ist. Sowohl die Arbeit mit Glas als auch die Arbeit mit Feuer ist immer wieder sehr spannungsgeladen. Ein genaues Auge und ruhige Hände sind da auf jeden Fall von Vorteil. Auch Teamfähigkeit ist sehr hilfreich. Es ist sehr nützlich, wenn man gut unter Hitze arbeiten kann. Dafür ist das Arbeitsklima sehr angenehm und die Bezahlung leistungsorientiert.“

Sofie Jonischkeit (23), Glaspparatebauerin

„Was ich an meinem Job am Spannendsten finde? Den Werkstoff Quarzglas selbst! Ohne ausreichende Kenntnisse entsteht kein qualitativ hochwertiges Neuteil. Berufliche Zufriedenheit bedeutet für mich, dass das Betriebsklima stimmt. Glück ist, wenn man dazu einen sehr sozial eingestellten Arbeitgeber samt Firmenleitung hat. Deshalb bin ich absolut begeistert von Semiquarz und arbeite hier sehr gern.“ 

Christian Bauer (57), CNC-Zerspanungsmechaniker

Fakten

SemiQuarz GmbH

Gründungsjahr: 1997

Mitarbeiter: 42

Höchste Temperatur im Betrieb: 1.200 Grad Celsius

Stellenangebote: Glasapparatebauer, Zerspanungsmechaniker, Laserfachkraft, Schweißer in der Heißbearbeitung

Hier geht es direkt zur Karriereseite der SemiQuarz: www.glass-works.de

Kontakt

SemiQuarz GmbH
Bgm.-Neumeyr-Straße 3a
85391 Allershausen
Telefon: 08166/99190-0

Karrierewebsite: www.glass-works.de
E-Mail: info@glass-works.de
Unternehmenswebsite: www.semiquarz.de
E-Mail: info@semiquarz.de

Vorfreude

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