250.000 Euro im Haushalt: Lichtblick für das Hallenbad

Moosburg - UMB und Georg Hadersdorfer haben sich durchgesetzt: 250 000 Euro wurden auf ihren Antrag hin zusätzlich in den Haushalt eingestellt. Damit soll möglicherweise die Kleinschwimmhalle saniert werden.

Wie kann man den Schwimmsport in Moosburg retten? Mehrere Vorschläge von verschiedenen Seiten gab es, um im Haushalt 2016 wenigstens die Chance zu haben, das geschlossene Hallenbad in der Stadthalle doch noch zu aktivieren oder die Planungen für ein neues Hallenbad zu forcieren.

Die UMB hatten beantragt, den geschätzten Sanierungsaufwand (200 000 Euro) den Kosten für die Stilllegung der Kleinschwimmhalle gegenüberzustellen. Die 200 000 Euro vorsorglich in den Haushalt einzustellen, war die Idee von Johannes Becher (Grüne): Denn würde man diese Finanzen nicht vorhalten, bräuchte man eine Sanierung auch gar nicht überprüfen. Es folgte eine Marathondiskussion, in deren Verlauf Hadersdorfer (fraktionslos) forderte, einen Ansatz von 250 000 Euro in den Etat aufzunehmen. Der UMB-Antrag wurde mit 16:7 Stimmen, Hadersdorfers Ansinnen mit 15:8 Stimmen beschlossen.

Weil man also schon Geld eingestellt habe, das man auch für die Planung eines neuen Hallenbades verwenden könne, sei der Antrag der FW eigentlich hinfällig, so Bürgermeisterin Anita Meinelt: Die FW hatten angeregt, auf die Einstellung eines Klimaschutzmanagers und Umsetzungen von Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes zu verzichten, stattdessen Planungen für ein neues Hallenbad zu finanzieren: „Ich halte ein Hallenbad für wichtiger als Maßnahmen, mit denen Moosburg versucht, das Weltklima zu retten“, fasste Josef Dollinger zusammen. Wenn er gewusst hätte, dass man – wie die UMB – keinen Finanzierungsvorschlag machen müsse, hätte er sich viel Ärger beispielsweise mit den Solarfreunden ersparen können, so Dollinger ironisch. Alfred Wagner (UMB) warnte, man dürfe die Ehrenamtlichen, die das Klimaschutzkonzept erarbeitet hätten, „nicht ins Leere laufen lassen“. Michael Stanglmaier (Grüne) war schockiert über diesen Vorschlag, der das Klimaschutzkonzept „mit Füßen tritt“. Mit einer Einsparung von 145 000 Euro ein 6,5-Millionen-Projekt finanzieren zu wollen, stehe in keinem Verhältnis. Auch Gerhard Beubl (SPD) warnte vor dem Vorschlag der FW: „Das wäre eine Watschn für die Bürger.“ Eine Verschiebung des Klimaschutzkonzeptes käme einer „Beerdigung“ gleich, so Johannes Becher (Grüne). Dass die CSU laut Thomas Kerscher hinter dem Vorschlag der FW stehe, fand Becher seltsam: „Wir hatten ein Klimaschutzkonzept beantragt, das wurde abgelehnt. Dann habt ihr es beantragt und es wurde angenommen. Und jetzt wollt gerade ihr es wieder beerdigen?“ Doch so weit kam es nicht: Der FW-Antrag wurde mit 7:16 abgelehnt.

Und dann war da noch der Antrag von Martin Pschorr (SPD): Er hätte das für 2016 vorgesehene Verfahren und die Planungen für die Umbaumaßnahmen Auf dem Plan verschoben, um so Mittel für die „Lösung des Problems Hallenbad“ freizusetzen. Doch dieser Antrag hatte mit 5:17 Stimmen noch weniger Aussicht auf Erfolg. Rudolf Heinz (CSU) betonte, man dürfe den ISEK-Prozess nicht mehr stoppen, Gerhard Beubl (SPD) sagte: „Wir können nicht mehr zurück.“ Und Meinelt warnte, man würde sich ja „lächerlich“ machen.

Andreas Beschorner

Rubriklistenbild: © dpa

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