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50 Jahre Schutzgemeinschaft Nord: „Wir brauchen einen langen Atem“

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Die Gruppe Herzbluad sang von den „Geldgeiern und ihrer Brut“. Denn 50 Jahre Schutzgemeinschaft Nord bedeuten 50 Jahre Widerstand gegen den Moos-Airport. FMG-Chef Michael Kerkloh applaudierte trotzdem auch bei dieser Liedzeile.

Freising – Seit 25 Jahren gibt es ihn nun, den Flughafen im Erdinger Moos. Doppelt so alt ist die Schutzgemeinschaft Nord, die den Airport erst verhindern wollte, dann für Lärmschutz und weniger Nachtflug kämpfte und sich seit zwölf Jahren im Widerstand gegen die dritte Startbahn befindet. Am Dienstag beging man bei einer Feierstunde im Sitzungssaal des Landratsamtes den 50. Geburtstag der Vereinigung.

Eingeladen war auch Flughafen-Chef Michael Kerkloh. Der Vorsitzende Manfred Pointner begrüßte den Airport-Boss: Man sei ja nicht immer einer Meinung, aber der Flughafen sei nun einmal da und auch einer der größten Arbeitgeber in der Region. Da sei eine Zusammenarbeit eben „unabdingbar“.

Kerkloh hörte denn auch im Grußwort von Freisings Landrat Josef Hauner, dass sich die Mitglieder der Schutzgemeinschaft „nicht auseinanderdividieren lassen“. 50 Jahre kämpfe man nun schon „aufrecht und gesetzestreu“, habe ja auch einige Erfolge zu verzeichnen. Angesichts der Probleme, die eine dritte Startbahn bringen würde, war Hauners Appell an die Landkreise und Gemeinden deutlich: „Wir brauchen einen langen Atem und Zusammenhalt über Parteigrenzen hinweg.“ Und: „Wenn es die Schutzgemeinschaft nicht gäbe, müssten wir sie schnellstens gründen.“

Ernest Lang war es dann, der den Festvortrag hielt. Jener Ernest Lang, der sich seit 1969 journalistisch mit dem Flughafen beschäftigt und der 1976 eine 400 Seiten starke Magisterarbeit über den Widerstand im Moos verfasst hat. Die These, die Lang am Dienstag den Gästen unterbreitete: Anders als in Hofolding sei der Widerstand hier zu spät gekommen. „Da waren die Würfel schon gefallen.“ Lang erinnerte daran, wie „unpolitisch“ lange Zeit die Politiker vor Ort Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre agiert hätten. Anfangs seien es fast nur die Moosbauern mit Mistgabeln gewesen, die den Kampf führten. Aber Lang hatte auch viele Beispiele parat, mit welchen politischen Taschenspielertricks und Kniffen, die heute ein Skandal wären, der Standort Hofolding ausgeschieden und der Standort im Erdinger Moos gewählt wurde. Die Geburtsstunde der Schutzgemeinschaft Nord.

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