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85. Zwillingsgeburtstag: Das doppelte Jubiläum

Zusammen 170 Jahre alt, jede für sich 85: Elisabeth Egersdoerfer und Theres Pilstl, beide geborene Widhopf, durften zusammen auf ihr Jubiläum anstoßen. Sie führten schon früher ein schlichtes Leben – blicken aber auf eine schöne Zeit zurück.

Eching – Zu Frühlingsanfang, am 21. März 1932, wurden die Zwillinge Elisabeth (Lisi) und Theres (Resi) Widhopf in Eching geboren. Immer noch in Eching ansässig, können Elisabeth Egersdoerfer und Theres Pilstl 85 Jahre später, ein besonderes Jubiläum feiern: Sie werden zusammen 170 Jahre alt, ein doppelter Grund für ein Fest. Mit ihnen freuen sich die Familien: Bei Elisabeth Ehemann Max, die beiden Söhne und vier Enkel, bei der 2013 verwitweten Theres die Tochter und die beiden Enkelsöhne.

Zum gemeinsamen Geburtstagsfest in den Gasthof Huberwirt sind nachträglich gut 60 Gäste eingeladen – und stoßen mit den beiden Hauptpersonen vor allen Dingen auf die Gesundheit an. Viele Blicke fallen dort auf eine Fotowand, auf der zahlreiche Bilder der beiden Jubilarinnen an Kindheit, Jugend und das Familienleben erinnern. Dies gilt auch für eine Reihe von Gästen und Wegbegleitern. Ganz oft hört man: „Weißt Du noch. . .“

Die (zwei-eiigen) Zwillinge wuchsen mit drei weiteren Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof auf. Das stattliche Anwesen der Familie Widhopf befand sich an der jetzigen Heidestraße (Ecke Theresienstraße). Damals, in den 30er Jahren, war das Leben im kleinen, ländlich geprägten Bauerndorf bescheiden und überschaubar, jeder kannte jeden und alle mussten ganz selbstverständlich in Haus und Hof, im Stall, auf dem Feld und in den Obstgärten mit anfassen, auch die Kinder. An die 100 Hühner hätten sie gehabt, erzählt Theres Pilstl. Eine besondere Freude sei immer wieder der Umgang mit den Jungtieren gewesen, den Küken oder Kälbchen. Kein Telefon, kein Auto, kein Fernsehen – und dennoch keine Spur von Langeweile.

Die Dorfstraßen waren unbefestigt und entweder staubig oder matschig. So wurden die Mädels bei ihrer Erstkommunion, fein herausgeputzt mit ihren glänzenden schwarzen Lackschuhen und den weißen Kleidern, von ihren Eltern auch in die Kirche getragen. Trotz schwerer Kriegs- und harter Nachkriegszeiten und der körperlich anstrengenden täglichen Arbeit gab es in der knapp bemessenen Freizeit für die jungen Mädchen auch fröhliche und unbeschwerte Momente. Elisabeth Egersdoerfer erinnert sich an sommerliches Schwimmen im Dietersheimer Weiher (im selbstgestrickten Badeanzug), Spiele wie Völkerball, oder Ausflüge in die nahegelegene Lohe.

Einige Schnappschüsse in Schwarz-Weiß sind im Fotoalbum festgehalten. Unmittelbar nach dem Krieg war Elisabeth die erste Echinger Faschingsprinzessin. „Wir haben gern gesungen und getanzt“, sagen die Schwestern. Beide haben zusammen mit der Echinger Dorfjugend Theater gespielt. Und auch die Freude an der Natur wurde den Zwillingen wohl mit in die Wiege gelegt. Kurz nacheinander haben beide geheiratet: Elisabeth 1960 ihren Max, Theres 1962 ihren Ludwig.

In ihrem fortgeschrittenen Alter sind Elisabeth und Theres aktiv, lebensbejahend und sportlich geblieben, sind gerne mit dem Radl unterwegs. Ein gesundes, gemeinsames Hobby pflegen sie, so oft es geht, noch heute: das Schwimmen im Echinger See.

Ulrike Wilms

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