Blaue Hasen hatte Andreas Sonnenberger eigens für die Challenge gefertigt.
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Blaue Hasen hatte Andreas Sonnenberger eigens für die Challenge gefertigt.

Wettkampf der Raiffeisenbank München-Nord

945 Stunden Sport, 22 Säcke Müll – und ganz viel Zusammenhalt beim SV Arminia Lauterbach

Es war ein Wettkampf mit viel Schweiß, noch mehr Spaß - und am allermeisten ist dadurch der Zusammenhalt des SV Arminia Lauterbach gewachsen.

Fahrenzhausen - 1,5 Millionen Sekunden Sport: das klang erstmal ganz schön viel in den Ohren der Mitglieder des Schützenvereins Arminia Lauterbach. Trotzdem nahmen sie die Herausforderung an und beteiligten sich an einem sechseinhalbwöchigen Wettkampf der Raiffeisenbank München-Nord, genannt „OsterChallenge der Vereine“. Es standen 3000 Euro Preisgeld in Aussicht.  Zu verlieren gab es nichts.

Mit ihrem Ja zur Challenge verpflichteten sich die Teilnehmer, 15 Säcke Müll zu sammeln. Und als kleines, buntes Extra würden die Kinder des Dorfes pro 10 000 geleisteter Sekunden Sport ein Osterei ausblasen, bemalen und an einen Baum am Feuerwehrhaus hängen. Das alles würde doch zu schaffen sein, mit ungefähr 20 Teilnehmern, dachten sich die Organisatoren.

Immer mehr Mitglieder und Fans brachten sich mit Joggen, Walken, Rudern, Reiten, Radeln bis hin zu Hula-Hoop-Reifenschwingen ein. Von anfangs 14 stieg die Zahl flugs auf 54 Teilnehmende. Unterstützung kam bis aus Franken oder gar dem entfernten Rheinhessen. Und das alles unter Einhaltung der aktuellen Corona-Beschränkungen. Die Sekunden an geleistetem Sport summierten sich blitzartig. Steile Kurven konnte der „Statistiker“ im Organisationsteam jede Woche in seiner höchst professionellen Grafik vorweisen. Schnell war klar, dass der „Halbzeit-Bonus“ gesichert war. Die Kinder kamen mit dem Auspusten und Bemalen der Ostereier gar nicht mehr nach.

Bei schönem Wetter konnte man in Lauterbach auch blaue Challenge-Hasen durch den Ort laufen sehen. Die Schützenmeisterin und ihr Partner brachten damit die ganze Ortschaft zum Schmunzeln. Überhaupt wurde das Orga-Team nicht müde, seine Teilnehmer bei Laune zu halten. Einmal brachten die „Hasis“ den Kindern Süßigkeiten als Dankeschön fürs Eierbemalen, und es fand für die Lauterbacher Familien eine „märchenhafte“ Schnitzeljagd durch Wald und Flur statt. Die Kinder mussten elf Stationen finden, bekannte Märchen erraten und Geschicklichkeitsaufgaben bestehen. Obwohl sie mehrere Male auf eine falsche Fährte gelockt wurden, meisterten die kleinen Teilnehmer alles exzellent und konnten sich am Ende einen Schatz sichern.

Was all die verschiedenen Teilnehmer während der „Challenge“ so erlebten, wurde vom Orga-Team gemäß Ausschreibung auf Instagram gepostet (sv_arminia_lauterbach). Und auch hier nahm die Sache ungeahnt Fahrt auf: Von braven Landschaftsbildern wandelte sich das Portfolio immer mehr hin zu Fotostorys ganzer Hasenfamilien und schließlich Videos außergewöhnlicher Kunstfertigkeiten, wie dem Hula-Hoop-Reifenschwingen. Sogar ein Challenge-Hase mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit wurde gesichtet. Im Verborgenen entstand in dieser Zeit noch ein weiteres Kunstwerk: Andreas Sonnenberger schuf eine Statue des Challenge-Maskottchens. Am Ende haben die Lauterbacher ihr gesetztes Ziel mehr als verdoppelt, nämlich auf 3 404 880 Sekunden, das entspricht rund 945 Stunden! Das gesteckte Ziel von 1,5 Millionen Sekunden wurde damit um 127 Prozent übertroffen. Zu 22 gesammelten Müllsäcken kamen ein Anhänger voll Sperrmüll und ungezählte Bierflaschen.

Ab durch die Hecke hieß es für die kleinen Teilnehmer.

Unübertroffen war die Leistung der Kleinsten, die 340 Ostereier auspusteten, bemalten und am Lauterbacher Spielplatz aufhängten. Der größte Gewinn war ein ganz anderer: Dieser Wettkampf hat nicht nur die Bürger, sondern vor allem das coronageschwächte Vereinsleben in Schwung gebracht. Wer hätte gedacht, dass sich die Lauterbacher Schützen mal in einem Zoom-Meeting am Bildschirm austauschen würden? Nun hoffen alle, dass man den Schwung und die Motivation für das Vereinsleben weiter so hochhalten kann.

Erika Sonnenberger

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