Achte Auflage des Waaghäuslfests

Eching - Wenn sich Alt und Jung im Ferienmonat August an der Waagstraße an der Hausnummer fünfzehneinhalb treffen und verwöhnen lassen, dann kann es sich bei diesem Stelldichein nur um das Waaghäuslfest handeln. Zum achten Mal veranstalteten die Waaghäuslfreunde und -freundinnen zu Ehren des von ihnen liebevoll restaurierten Waaghäusls nun ihr Dorf- und Straßenfest.

„Sakrisch viel Leut“ konnte Sprecher Hans Fischer am Nachmittag begrüßen. Er dankte ausdrücklich dem Bauernverband und insbesondere als Schirmherrn Ortsvorstand Martin Steininger und den Landfrauen für ihre Unterstützung. „Vom Wetter red ma nicht, das hamma“, lautete sein zutreffender Wetterbericht - und damit verbunden auch der Tipp: „Bleibt’s sitzen und tut’s recht schnell essen.“

Beides nicht ohne Grund: Petrus erwies sich nach trockenem Beginn leider mehr und mehr als Spielverderber. Bei verhangenem Himmel wurden aus vereinzelten Tropfen ausgedehnte Schauer, die die Gäste am Abend vermehrt in die Flucht schlugen. Einige Besucher aber zeigten sich lange Zeit tapfer.

Heuer lautete das Motto: „Heuernte“. Gemeinsam aufbereitet hatten das Thema Gemeinde-Archivar Günter Lammel, der mit Bildern die früher sehr anstrengende Heuernte von der „Mahd“ bis zum Einbringen des Heus in den Hof veranschaulichte, und Landwirt und Museumschef Klaus Widhopf, der einen Heuwagen von anno dazumal beladen hatte. Dieser war mit einem so genannten Wiesbaum gesichert.

Auf einer Fotowand zusammengestellt waren Original-Fotos aus dem vergangenen Jahrhundert und ganz aktuelle Aufnahmen, bei denen unter anderem das Sensen und Dengeln (schärfen) für Lammels Kamera nachgestellt wurden. Als Akteure bei der bäuerlichen Arbeit in stilechter Kleidung vergangener Zeiten machten Mitglieder der Heimatbühne und „echte“ Landwirte eine gute Figur. Wie unterschiedlich Heusorten ausschauen, duften und sich anfühlen, zeigte sich am Inhalt von fünf Körben, die mit Mähgut gefüllt waren. Bei einem Preisausschreiben galt es, Arten wie Moosheu oder Heideheu zuzuordnen.

Ein kleines Spalier alter Wagen und Bulldogs lud zum Schauen und auch Herumklettern ein. Eine thematisch dazu passende, faszinierende Attraktion im Spielzeugformat steuerte der Neufahrner Josef Neumeier mit seinem maßstabgerechten Modell des Dampfdreschens bei, zu dem als lebendes vier- und zweibeiniges Inventar unter anderem auch ein Ochsengespann sowie hart arbeitende Bauern, Bäuerinnen, Knechte und Mägde gehören.

Ein kulinarischer Anziehungspunkt war der Stand der Landfrauen mit Kaffee und Kuchen. Auch das Weinstandl erfreute sich großer Beliebtheit. Natürlich wurde auch der Grill angeworfen. Musikalische Untermalung steuert die Indersdorfer Blaskapelle bei, heuer bereits zum siebten Mal. Und, wie Fischer lobend erwähnte, „immer noch zum selben Preis!“

„Dahoam ist dahaom“ hieß es beim überwiegend alpenländisch geprägten Lieder- und Melodien-Repertoire. Dem stimmten die Echinger gerne zu - auch wenn dahoam in diesem Sommer immer mal wieder am Sonnenschein gespart wird.

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