Der Staudenpapst blickt über seine ehemalige Wirkungsstätte: Die Stele Richard Hansens enthüllten am Dienstag Sebastian Peisl (l.) und Friedhold Gaissmaier. Foto: lehmann

Mit Adleraugen hatte er die Blumen im Blick

Freising - Gleich neben dem neu gestalteten Eingangsbereich des Staudensichtungsgartens in Weihenstephan steht es: das Bronze-Denkmal für den Gartengründer, Professor Richard Hansen. Am Dienstag wurde es vor den Augen zahlreicher Gäste enthüllt.

Die Stele stehe genauso da, dass Hansen die Sichtachse „seines“ Gartens im Blick hat, erzählte Professor Sebastian Peisl, Leiter der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan und Vize-Präsident der Hochschule Weihenstephan, dem Freisinger Tagblatt. Zuvor hatte er die Festgäste im Sichtungsgarten begrüßt und Hansen ebenso gewürdigt wie Professor Jürgen Goertz, der Künstler, der die Stele angefertigt hat. Goertz, der bei Heidelberg lebt, hat beispielsweise auch das Werk „Rolling Horse“ vor dem Berliner Hauptbahnhof geschaffen.

Anschließend übergab Peisl das Wort an Hansen-Schüler Friedhold Gaissmaier. Der Chef des Freisinger Garten-und Landschaftsbauunternehmens freute sich, dass „eine unendliche Geschichte“ nun ein glückliches Ende gefunden habe. Zusammen mit Udo Majuntke, Gerhard Teutsch und Wolfgang Zielankowski - alle wie er Bickel-Preisträger und ebenfalls Eleven des SichtungsgartenGründers - hatte er vor fünf Jahren die Inititative für das Denkmal für den „Staudenpapst“ ergriffen. 70 Sponsoren wurden aufgetan - allen voran der Verband Weihenstephaner Ingenieure - und mit Jürgen Goertz fand man auch einen Künstler, der die Familie Hansens überzeugte.

„Sehr bewegt und sehr dankbar“ zeigte sich auch der Sohn des bekannten Professors: Stephan Hansen erinnerte sich, wie sein Vater „mit Adleraugen“ zur Kenntnis nehmen musste, dass die Bestände des Gartens immer wieder schrumpften - da Besucher öfter etwas mitgehen ließen - und wie er Maßnahmen dagegen ergriff. Doch der Garten sei auch der Jungbrunnen von Richard Hansen gewesen und er habe ihm viel Zeit gewidmet: „Durch seinen über 100-prozentigen Einsatz für die Belange der Blümchen wären wir Kinder - wäre unsere Mutter nicht gewesen - völlig frei in unserer Entwicklung gewesen“, erklärte Stephan Hansen mit einem Augenzwinkern. Und er stellte am Schluß noch eine Vermutung an, was sein Vater wohl zu der Auszeichnung gesagt hätte. „So doll hätte es auch nicht sein müssen."

fa

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