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Freisinger Agrar-Forschung zum Anfassen: EU-Kommissar aus Polen bei Landesanstalt für Landwirtschaft zu Gast

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Das Bild zeigt den polnischen EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski, LfL-Präsident Stephan Sedlmayer und Staatsminister Florian Herrmann (v. l.).
Im Gewächshaus: der polnische EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski, LfL-Präsident Stephan Sedlmayer und Staatsminister Florian Herrmann (v. l.). © Lehmann

Freisinger Lösungen für Europa: EU-Kommissar Janusz Wojciechowski besuchte die Landesanstalt für Landwirtschaft.

Freising – Im Rahmen seines Bayern-Besuches machte der polnische EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski am vergangenen Dienstag auch Halt an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising, bevor es zu einer Ministerratssitzung an der LfL Grub bei München unter der Leitung von Ministerpräsident Markus Söder ging. Ein Hauptanliegen des Kommissars: „Die gemeinsame Agrarpolitik der EU reformieren und neu definieren“, so Wojciechowski im Gespräch mit Söder. In Freising hat er sich zusammen mit Staatsminister Florian Herrmann über Möglichkeiten informiert, wie durch Forschung Tierwohl, Ertrag und Umweltfreundlichkeit in der Landwirtschaft gesteigert werden könne.

Passgenaue Lösungen

„Rund 1000 Mitarbeiter der LfL in ganz Bayern arbeiten an passgenauen Lösungen für die bayerische Landwirtschaft und vielen Themen und Projekten, die von hoher Bedeutung sind für den gesamten Agrar- und Lebensmittelsektor in Europa“, betonte einleitend LfL-Präsident Stephan Sedlmayer.

Moving Fields

Bestes Beispiel: Die sogenannten „Moving Fields“ Anlagen in Freising. Bei dieser innovativen Züchtungsmethode des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung werden modernste Techniken genutzt, um unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus Pflanzen vollautomatisch vermessen und damit das Wachstum detailliert beobachten zu können. Ziel: Eine Beschleunigung der Züchtung neuer Sorten, die Hitze und Trockenheit ebenso gut aushalten wie wenig Düngung und dabei widerstandsfähiger werden gegen Krankheiten und Schädlingen, wie der Züchtungsforscher Dr. Wouter Vahl vor Ort ausführte.

Ein weiterer großer Vorteil der „Moving-Fields“ sei zudem, dass dadurch ein immenses Bildmaterial generiert werde, das die Pflanzen in den verschiedensten Wachstumsphasen und Versorgungszuständen zeige. Auf dieser Dokumentations-Grundlage können dann im weiteren Verlauf künstliche Intelligenz aufgebaut und Bilderkennungssysteme eingesetzt werden, um beispielsweise Pflanzenschutzmittel einzusparen.

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So zeige unter anderem „Moving-Fields“ laut Sedlmayer deutlich, dass die LfL an Projekten arbeite, die über die bayerischen Zusammenhänge hinausgehen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag leisten, um die großen Herausforderungen in den Bereichen Landwirtschaft, Klimaschutz und Biodiversität meistern zu können.

Neueste Ergebnnisse

Was dem EU-Kommissar und Staatsminister ebenfalls beim Ortstermin vorgestellt wurde: Die neuesten Untersuchungsergebnisse der LfL auf bayerischen Feldern. Hier habe sich nämlich gezeigt, dass Flächen mit Gewässerrandstreifen eben nicht nur ein Beitrag sind für Erosions- und Gewässerschutz, sondern dass dort 40 Prozent mehr Insektenbiomasse und zugleich eine 16 Prozent höhere Artenvielfalt bei Insekten vorzufinden sind. Was Wojciechowski und Herrmann auch beim Ortstermin bestaunen konnten: Die modernisierten und energetisch sanierten Forschungsgewächshäuser der LfL. „Hier wird geforscht, um mit dem Klimawandel zurechtzukommen, gleichzeitig wird durch modernste Technik auch 65 Prozent der Energie eingespart und somit ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet“, wie Sedlmayer abschließend erklärte.

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