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Liebe statt Hass: Sprüche wie diese standen vor dem Eingang der Herbstschau.

Stellungnahme herausgegeben 

Aktion der Gruppe „KreideSchrei“: Sarkastische Antwort auf Stadtrat-Anfrage

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Der stumme Kreideprotest gegen eine politische Herbstschau in Moosburg schlägt weiter hohe Wellen. Die Gruppe junger Erwachsener, die für die Malereien verantwortlich ist, antwortete jetzt auf die Anfrage von CSU-Stadtrat Rudolf Heinz – mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus.

Moosburg – Sie nennen sich „KreideSchrei“ – und bekennen sich dazu, so der Wortlaut, „mit Straßenmalkreide Sprüche auf Gehwegen am Rande der Herbstschau angefertigt zu haben“. Sprüche wie „Unser Volksfest ist keine Wahlarena“ oder „Liebe für alle“ waren da zu lesen (wir haben berichtet). CSU-Stadtrat Rudolf Heinz hat dazu fünf Fragen an die Stadt gestellt – und die haben die Jugendlichen in einer Stellungnahme gleich selbst beantwortet.

Zunächst wollte Heinz wissen, ob die „Boden-Wahlkampfplakate“ denn genehmigt worden seien. Dazu sagt die Gruppe KreideSchrei: „Natürlich bekennen wir uns schuldig, nicht vorher bei der Stadt unsere friedliche Malaktion schriftlich und ausführlich beantragt und auch kein Sicherheitskonzept mit Fluchtwegeplan vorgelegt zu haben. Wir rufen daher alle Eltern auf, die Kreidemalaktionen der Kinder künftig bei der Stadt genehmigen zu lassen.“

Auch die Anfrage, ob denn die Straßenverkehrsbehörde beteiligt worden sei, behandelt die Stellungnahme: „Wir fordern, um in Zukunft für alle Moosburger Sicherheit beim Kreidemalen zu gewährleisten, dass Eltern für ihre Kinder ab sofort einen formlosen Antrag auf Straßenvollsperrung stellen können, wenn die Kinder mit Kreide vor dem Haus malen wollen. Dies würde die von Ihnen geforderte dauerhafte Mindestgehwegbreite sicherstellen und die Feinstaubbelastung für die malenden Kinder minimieren. Die Kosten für die Vollsperrung sollten selbstverständlich von der Stadt Moosburg getragen werden.“

In Sachen Reinigung verweisen die Initiatoren auf den Regen: „Selbstverständlich sind wir bereit, die Reinigungskosten, die für die Beseitigung der Straßenmalkreide durch den Regen angefallen sind zu übernehmen und voll und ganz zu tragen. In diesem Zug möchten wir auf den Mindestlohn für die Arbeit des Regens aufmerksam machen. Unser Justiziar hat uns allerdings bestätigt, dass weder Regen noch Sonne verklagt werden können, falls die Arbeit mangelhaft erledigt worden sein sollte.“

Ob diese „Boden-Wahlkampfplakate“, wie Heinz sie bezeichnete, auch auf dem Plan genehmigt werden würden, kommentiert die Gruppe wie folgt: „Keine unsere Sprüche sind eindeutig einer Partei zuzuordnen und es wurde keinerlei Wahlwerbung verteilt oder Parteilogos verwendet. Natürlich sind wir bereit, auch auf dem Plan unsere ’Boden-Wahlkampfplakate’ zu präsentieren. Interessierte Parteien können sich ja bei uns melden.“

Die Frage nach einer möglichen Sachbeschädigung klärte bereits die Polizei, indem sie deutlich abwinkte.  ahi

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