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Vom Anteilsschein zur Kartoffel: Landwirt Ralf Huber, Diakon Arsatius Regler und der evangelische Pfarrer Matthias Schwarz (v. l.). 

Aktien zeichnen – und später ernten

Wie die Kirche auf die Kartoffel kam

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Arsatius Regler liebt Kartoffeln: Als Pommes zum Schnitzel, als Püree zur Rindsroulade – egal in welcher Form, Kartoffeln gehen immer. Deshalb freut es den Diakon riesig, dass er der beliebten Knolle eine tragende Rolle im Reformationsjahr in Allershausen verschaffen konnte.

Allershausen– In Allershausen können ab sofort Kartoffelaktien gezeichnet werden. Mit jedem Anteilsschein pachtet sich der Aktionär zehn Quadratmeter eines Karoffelackers mitten im Ort. Der geschätzte Ertrag im Herbst liegt pro Aktie bei rund 15 bis 20 Kilogramm Kartoffeln. Hintergrund ist das 500-jährige Reformationsjubiläum, das ganz im Zeichen der Ökumene steht. Und da diese in Allershausen seit vielen Jahren vorbildlich gelebt wird, wie Arsatius Regler, Diakon im Pfarrverband, sagt, wollte man den Gläubigen zu diesem besonderen Jubiläum etwas ganz Besonderes bieten. So kam die Kartoffel ins Spiel, oder besser gesagt, der Diakon mit seiner Idee einer „Kirchenkartoffel“.

„Noch vor 100 Jahren wurden 95 Prozent unserer Lebensmittel in Sichtweite des Kirchturms erzeugt, jeder konnte ihnen beim Wachsen und Gedeihen zusehen“, erklärt Regler. Und genau das wollen die katholische und die evangelische Kirche in Allershausen nun wiederbeleben. Möglich gemacht hat das der Bio-Landwirt Ralf Huber aus Oberallershausen, der einen Acker im Zentrum Allershausens zur Verfügung stellt. „Wir wollen damit zum einen tatkräftig gemeinsam etwas anpacken, zum anderen die Verbindung zwischen Mensch und Natur herstellen und festigen“, erklärt auch der evangelische Pfarrer Oberallershausens, Matthias Schwarzer. Und so funktioniert’s: Die Kartoffeln werden gemeinsam gesetzt – unter fachkundiger Anleitung des Landwirts. Danach ist jeder selbst für sein Stück Ackerfläche verantwortlich. Schwarzer: „Also learning by doing“. Unkraut zu jäten oder die jungen Triebe vor dem gefürchteten Kartoffelkäfer zu schützen, das sei laut Reger schon eine Herausforderung, zumal es sich um die Ackerfläche eines Biobauern handelt, Gift also keine Option zur Schädlingsbekämpfung sei.

Doch was genau hat die Kirche mit der Kartoffel zu tun? Eine theologische Bedeutung sage man der Knolle nicht nach, betont Matthias Schwarzer. Noch nicht. Vielleicht ändert sich das ja, wenn die beiden christlichen Gemeinden in Allershausen dank der Kirchenkartoffel noch näher zusammenrücken. Wer weiß?

Gut zu wissen

Anteilsscheine für zwölf Euro gibt es ab sofort bei Getränke Scheib, im evangelischen Pfarramt Oberallershausen (Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 11 Uhr) und im katholischen Pfarrbüro (Montag, Dienstag, Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr). Weitere Informationen geben Diakon Regler unter Tel. (0 81 37) 50 23, Pfarrer Matthias Schwarzer (0 81 66) 5 82 30 21, die Familie Huber unter (0 81 66)76 66 oder das katholische Pfarrbüro unter Tel. (0 81 66) 76 45

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