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Los geht’s: Hans-Jürgen Hofbauer, Herbert Vogl und Christoph Törner (v. l.) füllen die Fischeier in das Brutboxsystem.

10.000 Fischeier ausgesetzt

Damit die Bachforellen nicht aussterben: Allershausener Fischer testen neues Brut-System

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Die Fischer haben ein Problem. Also eigentlich haben die Bachforellen ein Problem. Sie können sich in ihrer Umgebung kaum noch fortpflanzen. Dem kann man aber mit einem neuen Brutboxsystem entgegenwirken. 

Allershausen – Die Mannen vom Fischereiverein Allershausen haben das jetzt zum ersten Mal getan und 10.000 Fischeier in zwei dieser Systeme ausgesetzt – eines im Mühlbach, eines in der Glonn. Christian Mair und Ferdinand Sandler heißen die beiden Schrobenhausener, die das m+s-Brutboxsystem entwickelt haben. Die Fischeier werden dazu in ein Behältnis mit verschiedenen Kammern umgefüllt, das wiederum in ein Rohr geschoben wird, das fest im Fluss installiert ist. So können die Fischeier und später dann die schwimmfähige Brut, geschützt vor Raubfischen, in ihrer natürlichen Umgebung und in Dunkelheit heranwachsen. Die Schlupfrate, so erklärt der Vorstand der Allershausener Petrijünger, Herbert Vogl, liege bei 90 Prozent. Sobald die Brütlinge schwimmfähig seien, verlassen sie die Brutbox selbstständig und suchen einen Unterstand am Ufer auf.

Von Anfang an also seien die Brütlinge an die natürliche Nahrung, an die Temperaturen und die Strömungsverhältnisse im Gewässer gewöhnt, würden sich auch an die im Bach und Fluss vorhandenen Krankheitserreger anpassen. Und noch ein Vorteil: Sind die Fischeier einmal eingebracht, ist eine Pflege nicht mehr notwendig. Die Metallteile der Brutbox sind aus Edelstahl und haben eine lange Lebensdauer. Immerhin kosten sie auch rund 600 Euro pro Stück, so Vogl.

Lesen Sie auch: Wegen Hitze: „Die Fischer hatten Angst, dass der Weiher kippt“

Notwendig sind diese Maßnahmen, um dem Schwund der Fischbestände wirksam einen Riegel vorzuschieben. Gründe für diesen Schwund gebe es einige, wissen die Fischer um Herbert Vogl: Dazu gehörten extreme Umwelteinflüsse und vor allem die stetige Versandung und Verschlammung der Gewässer. Weil die Flussbetten so hart seien, könnten Bachforellen oft keine Brutmulden mehr graben, in denen der Laich geschützt sei. Und außerdem werden viele Fische durch den Kormoran vernichtet.

In Allershausen geht man nun also diesen neuen Weg, der nicht sehr arbeitsaufwändig und angesichts der Aussichten sehr wirtschaftlich sei, so Vogl. Im Frühjahr werde man überprüfen, wie groß der Erfolg wirklich war.

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