Das „Eggenberger Feld Süd“: das Baugebiet am Allershausener Ortseingang von Eggenberg kommend.
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Das „Eggenberger Feld Süd“: das Baugebiet am Allershausener Ortseingang von Eggenberg kommend.

Hitzige Diskussion im Gemeinderat

Allershausener Neubaugebiet: Bald Klarheit für Bewerber - Grundstücke könnten demnächst vergeben werden

  • vonNico Bauer
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Das Neubaugebiet „Eggenberger Feld Süd“ hat für eine hitzige Diskussion im Allershausener Gemeinderat gesorgt. Nun steht aber der Zeitplan fest, den sich die Bewerber dringend wünschen.

Allershausen – Fünf Jahre sind seit der ersten Bedarfsanalyse vergangen und noch immer gibt es reihenweise offene Fragen zum Neubaugebiet „Eggenberger Feld Süd“ im Gemeinderat Allershausen. Dieser beschloss am Dienstagabend eine Änderung des Bebauungsplans und zeigte in turbulenten Diskussionen, dass man sich noch reichlich uneinig ist. Klar war nur, dass die Baugrundstücke so schnell wie möglich an die seit Jahren in der Luft hängenden Bewerber vergeben werden sollen.

Verpflichtende Wandhöhe hinter dem Lärmschutzwall

Die Verwaltung schlug für die Parzellen 64 bis 67 eine Bebauungsplanänderung vor, und die wurde dann auch beschlossen. Diese an die Autobahn angrenzenden Häuser haben nun nicht mehr die maximale Wandhöhe von 8,50 Metern, sondern diese Marke wird als Verpflichtung festgeschrieben. Heißt: In dem Bereich braucht es verpflichtend die 8,50 Meter Wandhöhe für den bestmöglichen Lärmschutz des gesamten Wohngebiets. Mit der Änderung des Bebauungsplans werden Einzelhäuser wie Hausgruppen für eine maximale Flexibilität für zulässig erklärt. Der Gemeinderat favorisiert auf den großen Grundstücken Reihenhäuser, damit mehr Einheimische bei den Baulandvergaben zum Zug kommen.

Direkt hinter dem Lärmschutzwall an der A9 wird die Wandhöhe von 8,50 Meter Pflicht.

„8,50 Meter Wandhöhe bei einem Reihenhaus ist schon brutal“, kritisierte Bianca Kellner-Zotz (CSU). Ihr Fraktionskollege Josef Kortus ergänzte, „dass die Häuserfront dann eine Ansicht wie das Rathaus ist“. Dort entstehe somit eine massive Riegelbebauung.

Tiefgaragen sollen keine Pflicht sein

Die Gemeinderäte zeigten mit einer Reihe von Wortmeldungen, dass sie sich bei mehreren Detailfragen nicht einig waren. Die benötigten Stellplätze zu den Häusern dürfen nur auf der Straßenseite angeordnet werden, um mit den auf der Westseite situierten Gärten einen zusammenhängenden Grünstreifen zu schaffen. Mehrere Räte bemängelten, dass Reihenhäuser die Parkflächen nur mittels Tiefgarage bauen könnten. Andreas Glück (PFW) kritisierte, dass man den Bürgern, die mit günstigerem Bauland gefördert werden sollten, doch keine Tiefgarage als Pflicht mit auf den Weg geben könne. Auch Peter Colombo (PFW) machte deutlich, dass jeder Bauherr nach seinen Wünschen bauen sollte. Beschlossen wurde letztlich nur die Tiefgaragenpflicht für den Geschoßwohnungsbau.

Der Dritte Bürgermeister Josef Lerchl rechnete in der Sitzung schon konkret vor, was die Reihenhäuser und die Unterkellerungen kosten würden. Bezüglich der Stellplätze unter der Erde erwartet er, dass fünf Bürger mit einem Investor im Paket das Projekt stemmen sollen: „Die müssen auf Teufel komm raus zusammenbauen.“ Im Landkreis gebe es bekannte Bauträger, die in dieser Sache gemeinsame Lösungen umsetzen könnten.

Raith: „Wir blamieren uns doch!“

Leonhard Held (CSU) hatte zuvor einen zweigleisigen Weg vorgeschlagen. Einerseits müsse man nun schnellstmöglich die Bürger informieren, die mit der Zuteilung von Grundstücken im Einheimischenmodell rechnen können. Andererseits brachte er einen Architektenwettbewerb ins Spiel: „Wir brauchen ein Gesamtkonzept mit professioneller Beratung.“ Der Gemeinderat könnte sich dazu in einer Klausur besprechen. Max Raith (PFW) kritisierte, „dass wir doch nicht jedes Mal wieder von vorne anfangen können. Wir blamieren uns doch!“

Bürgermeister Martin Vaas hatte einige Mühe bei der Moderation, denn die Diskussion drohte ein paar Mal gänzlich aus dem Ruder zu laufen. „Ich will doch nicht als Bauträger auftreten und den Bürgern dann die fertigen Häuser verkaufen“, sagte Vaas. Die Gemeinde verkaufe lediglich die Grundstücke für 450 Euro pro Quadratmeter und lege mit dem Bebauungsplan die Eckdaten sowie Vorgaben für den privaten Hausbau vor.

20 Familien sollen zum Zug kommen

Nach der turbulenten Diskussion wird die Gemeinde nun die 20 Bürger auf den vorderen Listenplätzen informieren. Damit sollen die potenziellen Käufer der Einheimischen-Parzellen konkret planen oder im Fall einer anderweitigen Orientierung dies der Gemeinde mitteilen können. Der Rathauschef geht davon aus, dass 20 Familien im Eggenberger Feld zum Zug kommen werden.

Ende Januar könnten die Grundstücke vergeben werden

Bürgermeister Martin Vaas legte im Gemeinderat für das Einheimischenmodell die Zeitschienen vor, die sich die Bewerber so dringend wünschen. In den kommenden Tagen sollen die Bewerber der ersten 20 Plätze informiert werden, dass sie mit einer Zuteilung rechnen könnten. Parallel werde der Umlegungsbeschluss offiziell gemacht, aber die vier Wochen Einspruchsfrist könne man wegen der Beteiligung einer Erbengemeinschaft nicht verkürzen. Nach dieser Phase erfolge die Eintragung in das Grundbuch, „und wenn dann alles gut läuft, können wir Ende Januar oder Anfang Februar die Grundstücke vergeben“. Der Bürgermeister wird die Zahl der 20 Grundstücke für den Einheimischen-Verkauf erst Ende Dezember bestätigen: „Ich will nichts versprechen, was ich nicht halten kann.“

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