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Geld, Zeit und Nerven: Endlos-Ärger um Hochbehälter in Schroßlach geht weiter

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Von: Andreas Beschorner

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Klein und unscheinbar: Der ehemalige Hochbehälter hat längst eine neue Bestimmung gefunden. Der Ärger um ihn ist aber immer noch der alte – und das seit mittlerweile 13 Jahren. Archiv-Foto: Lehmann
Klein und unscheinbar: Der ehemalige Hochbehälter hat längst eine neue Bestimmung gefunden. Der Ärger um ihn ist aber immer noch der alte – und das seit mittlerweile 13 Jahren. © Lehmann

Es sah so aus, als ob der Endlos-Ärger um den Hochbehälter Schroßlach nach 13 Jahren vorbei ist. Doch nun geht der Allershausener Konflikt in die nächste Runde.

Allershausen – Die Angelegenheit kostet Geld, viel Zeit und noch viel mehr Nerven. Kein Wunder, dass Bürgermeister Martin Vaas die Augen verdreht und von einer „never ending story“ spricht, wenn man ihn nach dem Stand der Dinge beim alten Hochbehälter in Schroßlach befragt. Denn obwohl es vor zwei Jahren so aussah, als hätte der Ärger um den maroden Hochbehälter endlich nach inzwischen 13 Jahren ein Ende, täuschte die Hoffnung. „Das geht alles wieder von vorne los“, so ein sichtlich frustrierter Allershausener Gemeindechef.

Rückblick: Im Jahr 2008 treten im Hochbehälter erstmals coliforme Keime auf. Bald ist klar: Mängel in der Bauausführung sind schuld. Das Landgericht Landshut, an das sich die Gemeinde wegen Ansprüchen an das Ingenieurbüro Hilsenbeck gewandt hat, bestellt einen Gutachter für ein Beweissicherungsverfahren. Der weiß nach einem Jahr noch nicht einmal, wie viel Vorschuss er verlangen soll, weshalb ein neuer Gutachter vom Gericht angefordert wird. Der ist aber ein Spezialist für Brauereianlagen, seine Ergebnisse sind nicht verwertbar. Ein Subgutachter wird bestellt, der auf eine Kostensumme von 530 000 Euro für die Mängelbeseitigung kommt. Und diesen Betrag klagt die Gemeinde dann auch ein. Doch die Gegenseite hat mit einem Befangenheitsantrag gegenüber dem Gutachter Erfolg, so dass ein dritter Gutachter ran muss.

Gemeinde Allershausen soll abgespeist werden

Die 47 000 Euro für den untauglichen Gutachter müssen die Prozessparteien tragen, auch wenn der Fehler beim Gericht lag, wie es Anwalt Andreas Zöpfl, der die Gemeinde vertritt, bestätigt. Der dritte Gutachter stellt dann abermals Mängel fest. Auf dieser Grundlage zieht die Gemeinde vor Gericht – übrigens bei wieder einem anderen von „x Richtern“, wie es der damalige Bürgermeister Rupert Popp ausdrückt.

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Der neue Richter schlägt einen Vergleich vor: 162 500 Euro, also 30 Prozent, soll die Gemeinde bekommen. Der Gemeinderat stimmt dem im Oktober 2019 (gegen die Stimme von Popp) zu, weil laut Zöpfl das Ingenieurbüro Hilsenbeck keine Haftpflichtversicherung habe und man deshalb den damaligen Geschäftsführer in Regress nehmen müsse. Und ob man da, wenn man auf der vollen Summe beharre, überhaupt einen Euro bekomme, sei fraglich.

Doch zu früh gefreut: Wie Vaas jetzt auf Nachfrage des FT erklärte, sei die Gegenseite auf diesen Kompromissvorschlag nicht eingegangen. „Die wollten uns mit 36 000 Euro abspeisen“, so ein leicht erzürnter Bürgermeister. Doch da habe man nicht mitgespielt, klagt jetzt wieder den vollen Betrag von 530 000 Euro ein.

Wo ist das Geld vom Treuhandkonto hingekommen?

Der frühere Geschäftsführer wurde derweil vom Gericht aufgefordert, zu prüfen, wo denn das Geld, das er auf einem Treuhandkonto haben soll, hingekommen sei – denn offenbar ist das Konto leer. Der hat nun eine Fristverlängerung beantragt, der das Gericht auch stattgegeben habe. Und so wartet man weiter. Übrigens: Der Richter, bei dem jetzt die Sache liegt, ist ein neuer. Der müsse sich erst wieder einlesen, so Vaas, der deshalb nicht zu Unrecht befürchtet: „Das geht alles wieder von vorne los.“

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