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Kindergartengebühren abschaffen oder nicht? Vor dieser Frage stand der Gemeinderat Allershausen. Die Mehrheit war dafür, die Gebühren beizubehalten. 

Antrag von SPD und CSU im Gemeinderat abgelehnt

Belastungsgrenze schon erreicht: Allershausen ist gegen Kinderbetreuung zum Nulltarif

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Kinderbetreuung wird es in Allershausen nicht zum Nulltarif geben. Schon jetzt ist man an der Belastungsgrenze. Manche Kinder besuchen die Kitas, „damit die Mamas Kaffee trinken können“, verraten die Leiterinnen. 

Allershausen – Bürgermeister Rupert Popp hat es geahnt: Die Entscheidung des Gemeinderats Hohenkammer, die Kindergartengebühren auf unter 100 Euro festzulegen und damit wegen des angekündigten Zuschusses von 109 Euro durch den Freistaat den Besuch von Kindergärten faktisch gebührenfrei zu stellen, werde ähnliche Anträge nach sich ziehen.

Die CSU und SPD-Gemeinderat Josef Lerchl hatten nun einen solchen Antrag auch für Allershausen formuliert. Der Unterschied zu Hohenkammer: Am Dienstag wurde dieses Ansinnen mit 7:11 Stimmen abgelehnt. Die Verwaltung war davon ausgegangen, dass die Gemeinde zum einen den Gebührenausfall von rund 40 000 Euro allein für den gemeindlichen Kindergarten zu tragen hätte. Zum anderen müsse diese Regelung dann auch auf den Pfarrkindergarten und auf die „Pusteblume“ übertragen werden. Vor allem aber, so ein drittes Argument, sei bei einem faktischen Erlass der Kindergartengebühren davon auszugehen, dass die Eltern längere Buchungszeiten in Anspruch nehmen, was wiederum mehr Personal notwendig mache. Dadurch sei mit weiteren Mehrkosten von fast 100 000 Euro pro Jahr zu rechnen.

Gebührenfreie Kitas: Auch München denkt darüber nach

In der Diskussion betonte CSU-Fraktionssprecher Manuel Mück, dass auch die Landeshauptstadt München eine solche Regelung plane. Leonhard Held (CSU) betonte, man müsse bei dieser Rechnung auch berücksichtigen, dass Eltern dann eben auch länger arbeiten könnten, die Gemeinde durch eine höhere Einkommensteuerbeteiligung davon profitiere. Und Josef Schuhbauer (CSU) versicherte: „Was Hohenkammer schafft, schaffen wir schon lange.“ Doch die Mehrheit des Gemeinderats warnte und sah die Sache sehr skeptisch: Ursula Kopp (PFW) betonte, der Antrag höre sich ja ganz gut an, bedenke aber nicht den „Rattenschwanz“, den seine solche Entscheidung nach sich ziehe: längere Buchungszeiten, mehr Personal. „Wir machen da ein Fass auf, das überhaupt nicht mehr überschaubar ist.“ Peter Colombo (PFW) war gegen einen pauschalen Erlass der Gebühren: „Wenn das nur für Einkommensschwache Eltern gelten würde, wäre ich sofort dabei.“ Anna Gründel (PFW) verwies zudem auf den enormen Verwaltungsaufwand, den eine solche Reglung nach sich ziehen würde.

Kindergartenleiterinnen sind strikt dagegen

Martin Vaas (PFW) war von den Kindergartenleiterinnen beauftragt worden, deren Einschätzung zu diesem Antrag zu überbringen: Und die war strikt ablehnend. Es wäre „ein falsches Zeichen“, die Arbeit der Kindergärtnerinnen erfahre dann keine Wertschätzung mehr, die zu erwartenden längeren Buchungszeiten könne man mit dem derzeitigen Personal nicht mehr stemmen. Zudem besuchten schon jetzt manche Kinder die Kitas, „damit Mama Kaffee trinken gehen kann“.

Ähnlich auch Popp: Er habe in 23 Jahren als Bürgermeister noch nie eine Beschwerde über eine Gebührenerhöhung erhalten. Und: „Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Dem hielt Franz Groszek (CSU) entgegen, die Schule koste ja auch nichts. „Ist die dann auch nichts wert?“ Doch es blieb dabei: Für den Antrag votierten nur CSU und SPD – also die Allershausener GroKo -, die PFW-Mehrheit lehnte den Antrag ab. In Allershausen bleibt alles, wie es war. 

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