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Schwierige Mission: Gemeinde fand kaum Baufirmen für Kindergarten-Projekt

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Von: Andreas Beschorner

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Spielende Kinder Spielklötze Kindergarten
Für den Anbau des Allershausener Kindergartens war es schwer, überhaupt Baufirmen zu finden. (Symbolbild) © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Dmyrto_Z

Der Gemeinderat Allershausen hat für mehrere Bauvergaben grünes Licht gegeben. Dabei kamen einige Aufträge nur mühsam zustande.

Allershausen – Das Sprichwort „Nicht ärgern, nur wundern“ hätte gut das Stimmungsbarometer beschrieben, das im Gemeinderat Allershausen bei der Vergabe zahlreicher Bauleistungen für diverse kommunale Projekte abzulesen war. Und das nicht nur in negativer Hinsicht. Es gab durchaus auch positive Überraschungen.

Für freudige, fast schon ungläubige Mienen sorgte beispielsweise die Firma Romantschak aus Kranzberg: Die hatte – und zwar als einzige von 13 eingeladenen und angeschriebenen Firmen – ein Angebot für die Umrüstung der gemeindlichen Gebäude auf LED-Beleuchtung abgegeben: 150 000 Euro soll das Projekt kosten. Dabei – und das war die positive Nachricht – war die Kostenberechnung bei über 190 000 Euro, also rund 21 Prozent höher, gelegen. „Das wundert mich“, so Friedrich Moser (PFW). Geärgert hat es aber keinen Gemeinderat.

Friedrich Moser, Gemeinderat Allershausen
Friedrich Moser wundert sich über Preissenkung. © FT-Archiv

Nochmals für Freude sorgte die Firma Romantschak, als es um Auftragsvergaben für die Errichtung des Anbaus am Kindergarten St. Josef ging: Auch da war das Unternehmen das einzige von sechs, das für die Elektroarbeiten ein Angebot abgegeben hatte. Und auch da lag die Angebotssumme mit rund 46 500 Euro unter der Kostenberechnung – zwar nur um knapp 1000 Euro, aber immerhin.

Weder Ärger noch Verwunderung war bei der Vergabe anderer Arbeiten für den Kindergarten-Anbau angesagt: In den meisten Fällen war es nur möglich, Firmen für die Arbeiten zu rekrutieren, indem man sie telefonisch kontaktiert und persönlich zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen hatte, wie Bürgermeister Martin Vaas berichtete. Nur so sei es überhaupt gelungen, doch noch die Tiefbau-, Abbruch- und Kanalarbeiten, die Betonarbeiten, die Trockenbau-, die Fliesenlegerarbeiten und die Sanitär- und Heizungsbauarbeiten (zumindest für die Küche) zu vergeben.

Martin Vaas, Bürgermeister von Allershausen
Bürgermeister Martin Vaas berichtete von den Auftragsvergaben. © Armin Forster

Kein Wundern, aber auch kein Ärgern – das galt auch für die Vergabe der Arbeiten für die Erneuerung des Flachdachs im Bereich der Schulturnhalle: 20 Firmen hatte man um Abgabe eines Angebots gebeten, immerhin zwei waren der Aufforderung nachgekommen. Der wirtschaftlichere Anbieter der beiden war die Firma Sieber GmbH aus Olching. Deren Angebotssumme in Höhe von 91 000 Euro liegt um fünf Prozent über der Kostenberechnung.

Leonhard Held, Gemeinderat Allershausen
Leonhard Held klagte über „Geldschneiderei“. © FT-Archiv

Wundern und Ärgern war dann zumindest bei Leonhard Held (CSU) angesagt, als es darum ging, die Firma Franz Schelle GmbH damit zu beauftragen, das als belastet erkannte Material aus der Gehwegerstellung in Tünzhausen zu entsorgen. Eines von drei aus dem Aushubmaterial gebildeten Haufwerken sei der Schadstoffklasse DK 1 zuzuordnen, müsse deshalb fachmännisch entsorgt werden, so Vaas. Kosten: knapp 44 000 Euro.

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Da platzte Held der Kragen: Bei Maßnahmen an Autobahnen werde der Aushub samt Asphalt wieder in den Unterbau eingearbeitet, in diesem Fall müsse die Gemeinde aber Geld „für nix und wieder nix“ ausgeben. In seinen Augen „reine Geldschneiderei“. Doch es half nichts: Um gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, musste man den Auftrag erteilen.

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